Der Lebensmittelriese Nestlé ruft Babynahrung weltweit zurück. "In enger Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden ruft Nestlé vorsorglich bestimmte Chargen/Produktionsnummern von verschiedenen Beba- und Alfamino-Säuglingsnahrungsprodukten zurück, die in Deutschland verkauft wurden", erklärte das Unternehmen am Montag. Der Konzern begründete den Rückruf damit, dass möglicherweise das Toxin Cereulid in einer Zutat vorhanden sei. Bislang seien aber keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr bekannt.
Nestlé habe "aus besonderer Vorsicht beschlossen, diesen vorsorglichen Produktrückruf gemäß unseren strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards umzusetzen". Cereulid sei möglicherweise "in einer der Zutaten eines Zulieferers, die in den betroffenen Chargen verwendet" worden, erklärte der Konzern.
Ursache ist offenbar ein Reinigungsdefekt in einem Produktionswerk eines Nestlé-Zulieferers. Der Giftstoff kann bei Verzehr Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Größte Rückrufaktion in der Geschichte von Nestlé
Das Unternehmen veröffentlichte eine Liste der vom Rückruf betroffenen Produkte auf seiner Website und verwies darauf, dass sich Eltern unter 0800/2344944 an den Nestlé-Verbraucherservice wenden können. Die Produkte könnten dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden. "Der Kaufpreis der Beba-Produkte wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet", erklärte der Lebensmittelkonzern.
Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA ruft Nestlé auch in anderen Ländern Babynahrung zurück. Insgesamt sind demnach über 800 Produkte aus mehr als zehn Nestlé-Werken betroffen, wie APA unter Verweis auf eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums in Wien berichtete. Es handele sich um die größte Rückrufaktion in der Unternehmensgeschichte, hieß es.