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Sechs Anlagetricks zum Abschauen: So wurde Warren Buffett Multi-Milliardär

Vor 50 Jahren übernahm Warren Buffett die vor sich hin dümpelnde Textilfirma Berkshire Hathaway - und machte aus ihr die teuerste Aktie der Welt. Wie hat er das angestellt? Was kann man daraus lernen?

Von Adriano Lucatelli

Warren Buffett gilt als der erfolgreichste Investor des Planeten. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist eines der größten Unternehmen in den USA, die Aktie ist die teuerste der Welt. Buffett selbst ist mit mehr als 70 Milliarden Dollar der weltweit drittreichste Mensch.

Dabei hätte wohl niemand nur einen Dollar auf Warren Buffett gewettet, als er 1965 die Textilfirma Berkshire Hathaway übernahm. Zu düster sah die Zukunft aus, zu wenig warf die Firma ab. Eine Strategieänderung musste her. So wandelte Buffett seine operative Firma zwei Jahre später in eine Beteiligungsgesellschaft um. In diesem Gefäß bündelte er seine späteren Investitionen, die er aus den schmalen Gewinnen des Hemdenherstellers finanzierte. Und von da an nahm die erfolgreiche Geschichte ihren Lauf.

War die Aktie vor 50 Jahren noch 11 Dollar wert, wurde sie Ende Februar 2015 zu mehr als 220.000 Dollar gehandelt. Dies entspricht einer durchschnittlichen Jahresperformance von mehr als 20 Prozent oder einer unglaublichen Wertsteigerung von 2 Millionen Prozent.

Wie ist das möglich?

Buffett kaufte zunächst Versicherungsgesellschaften, mit deren Prämien er weitere Akquisitionen tätigte. Die Idee dahinter: Prämien werden jeweils im Voraus bezahlt, kommen aber erst später bei Schadensfällen zur Auszahlung. Die Firma erhielt so praktisch ein zinsloses Darlehen, das sie für Aufkäufe einsetzen konnte. Dank der guten Bonität konnte sich Berkshire Hathaway relativ günstig am Markt refinanzieren. Mit den aufgenommenen Krediten konnte Buffett weitere Beteiligungen finanzieren.

Buffett setzt vor allem auf vermeintlich langweilige, aber ertragsstarke Unternehmen mit bekannten Produkten wie Coca Cola oder Gillette. Vom Spekulieren hält er ebenso wenig wie von neuen Industrien aus der Technologiebranche. Von Geschäftsmodellen, die er nicht versteht, lässt er stets die Finger. So überstand er auch das Platzen der Dotcom-Blase in den 2000er Jahren unbeschadet.

Was kann man von Warren Buffet lernen?

Schaut man sich die Investoren-Karriere von Warren Buffett an, kann man seine Erfolgsformel auf einige simple Grundsätze bringen. Die meisten davon kann jeder anwenden, der selbst Geld investieren will.

1. Spekuliere nicht

Versuche nicht, die Marktentwicklung zu erraten. Niemand weiß, wohin die Preise gehen. Kurzfristige Wetten auf steigende oder fallende Kurse sind keine gute Strategie zur langfristigen Vermögensbildung.

2. Investiere für die Ewigkeit

Wer sein Geld auf lange Sicht anlegt, kann vorübergehende Rückschläge leichter verkraften. Zudem kostet ständiges Umschichten Zeit und Gebühren.

3. Schalte den gesunden Menschenverstand ein

Höre nicht auf das tägliche Geschwätz der sogenannten Börsen-Gurus. Wenn deren Tipps so unschlagbar gut wären, würden sie die sicherlich nicht verraten.

4. Kaufe Aktien von Unternehmen, deren Produkte du magst und kennst

Das ist natürlich keine Garantie für steigende Kurse. Aber bei Dingen, die man kennt, kann man in der Regel die Risiken besser einschätzen.

5. Mit langweiligen Aktien fährt man besser

Natürlich ist es aufregender, an Firmen beteiligt zu sein, die jung und cool sind. Die Gefahr des Absturzes ist hier aber größer. Wer auf bewährte Geschäftsmodelle setzt, wird wahrscheinlich konstantere Renditen einfahren.

6. Diversifiziere deine Chancen nicht weg

Buffett hat immer eine klare Meinung und setzt deshalb auf wenige Firmen, an denen er große Anteile hält. Eine breite Diversifikation findet man bei ihm nicht. Diese Strategie ist allerdings nichts für Laien.

Aber auch bei Buffett wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Seine Beteiligungsgesellschaft scheint an Grenzen zu stoßen, ist zu groß und hat zu viele Barmittel. Seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise 2009 hat sich Berkshire Hathaway nicht besser entwickelt als der US-Aktienindex S&P 500, der die größten börsennotierten US-Firmen abbildet.

Sind das die ersten Anzeichen einer Normalisierung der Gewinne? Nicht unbedingt. Die Zukunft wird zeigen, ob Warren Buffett und seine Nachfolger weiterhin erfolgreiche Idee entwickeln und langweilige Firmen mit tollen Produkten finden können. Die Zeichen stehen jedenfalls gut.