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Software-Panne sorgt für Ärger: Amazon verramscht Tausende Produkte für einen Cent

Versehentlich verschenkt: Ein Software-Fehler führte bei Amazon dazu, dass Hunderte Waren kurzzeitig für einen Penny zu haben waren. Händler, deren Waren betroffen waren, erlitten große Verluste.

Die Software-Panne fällt mitten in die heiße Weihnachts-Shoppingzeit

Die Software-Panne fällt mitten in die heiße Weihnachts-Shoppingzeit

Amazon hat seinen Kunden in Großbritannien unfreiwillig Weihnachtsgeschenke gemacht. Ein Softwarefehler führte dazu, dass hochpreisige Produkte vorübergehend für einen Penny (umgerechnet 1,3 Cent) angeboten wurden. Am Freitagabend waren zwischen 19 und 20 Uhr Matratzen, Möbel, Kleider und andere Waren für den Minimalpreis zu haben.

Schuld war eine Software-Panne der Firma Repricer Express. Die Software passt Preise für Hunderte Produkte auf Amazon automatisch an, um auf Preisänderungen von Konkurrenzanbietern zu reagieren. Flinke Schnäppchenjäger nutzten die Lücke gnadenlos aus und bestellten Tausende Waren. Laut Amazon konnte die große Mehrheit der Bestellungen zwar sofort storniert werden. Viele Waren waren da aber schon unterwegs Richtung Besteller.

Über Nacht 20.000 Pfund verloren

Einige Händler, deren Produkte von der Panne betroffen waren, klagen über riesige finanzielle Einbußen. Manche bangen nun um ihre Existenz. "Ich habe ungefähr 20.000 Pfund über Nacht verloren", sagte Judith Blackford, die über Amazon Puppenkleider der Firma "Kiddymania" verkauft, dem Sender Sky News. Videospielverkäufer Craig Constantinides sagte laut "Telegraph", Waren im Wert von 11.000 Pfund seien bereits verschickt worden und er fürchte diese nicht zurück zu bekommen.

RepricerExpress entschuldigte sich noch am Wochenende für die Panne. "Wir verstehen, dass Sie wütend und verärgert sind und wir werden uns bemühen das wieder gutzumachen und das Vertrauen in unser Produkt und unsere Dienstleistung wiederherzustellen", schreibt Firmenchef Brendan Doherty auf der Firmenseite.

In den Kommentaren unter dieser Erklärung klagen die betroffenen Händler ihr Leid. Einer schreibt, dass Amazon selbst drei Tage nach dem Fiasko die Penny-Produkte noch ausliefert, obwohl dies doch eigentlich gestoppt werden sollte. Auf Facebook haben sich mittlerweile 70 Mitglieder in einer geschlossenen Gruppe zusammengefunden, um eine Klage gegen RepricerExpress vorzubereiten.

bak
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