Banken Sparkassen-Sterben geht weiter


Das Sterben der bayerischen Sparkassen geht weiter. Wie im Vorjahr sollen 2003 erneut rund 60 Geschäftsstellen im Freistaat geschlossen werden. Seit Anfang 2000 sank die Zahl der Sparkassen hier von 98 auf 83 gesunken.

60 Geschäftsstellen stehen vor dem Aus, teilte der bayerische Sparkassenverband am Dienstag in München mit. Gefördert werde diese Entwicklung durch die Fusionswelle der Sparkassen. Sie werde sich 2003 sogar wieder beschleunigen. Nach nur einem Zusammenschluss im vergangenen Jahr seien im laufenden Jahr bis zu vier zu erwarten.

Zahl der Fusionen steigt

Die Fusion der Institute Roth-Schwabach und Weißenburg zum 1. Mai sei bereits beschlossen, drei weitere würden derzeit diskutiert. Seit Anfang 2000 ist die Zahl der Sparkassen im Freistaat von 98 auf 83 gesunken. Seit 1972 hat es bereits 72 Fusionen gegeben. Die Zahl der Geschäftsstellen sank auf 2910.

Kein Stellenabbau geplant

Einen Stellenabbau soll es aber trotz der Fusionen nicht geben. Die Zahl der Angestellten aller Institute in Bayern solle 2003 mit rund 51 200 konstant bleiben. Im vergangenen Jahr erhöhten die Sparkassen ihren Mitarbeiterstand um rund 200. Allerdings wurden ähnlich viele Vollzeit- in Teilzeitstellen umgewandelt.

Zinsgewinne schönen Ergebnis

Die Fusionen sollen helfen, das Ergebnis der Sparkassen zu verbessern, sagte Verbandspräsident Siegfried Naser. Nur höhere Zinseinnahmen hätten 2002 einen Gewinneinbruch verhindert. Dank des um rund 220 Millionen auf 3,61 Milliarden Euro gestiegenen Zinsgewinns sei der Jahresüberschuss aller Sparkassen mit 339 Millionen Euro konstant geblieben.

Hohe Wertberichtigungen

Durch Wertberichtigungen im Aktien- und Kreditgeschäft wurde das Ergebnis mit 685 Millionen Euro belastetet. «2002 war für uns das schwierigste Bankenjahr seit Jahrzehnten», sagte Naser. Für 2003 rechnet Naser mit einem «moderaten Wachstum» bei Umsatz und Ergebnis. «Wenn der Irak-Kriegt nicht zu sehr eskaliert und die Reformen in Deutschland greifen, wird auch unser Jahresüberschuss wieder steigern.»

Online-Banking sorgt für Zuwachs

Deutlichere Zuwächse seien in Zukunft vor allem im Online-Banking zu erwarten. Bayernweit legte die Zahl der Online-Konten bei den Sparkassen im Jahr 2002 um fast ein Viertel auf 215.000 zu. Jedes dritte Geschäfts- und jedes sechste Privatgirokonto werde inzwischen online geführt.


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