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Deutsche Arbeitnehmer: Krankenstand stagniert auf niedrigem Niveau

Lange Zeit feierten die Deutschen von Jahr zu Jahr immer seltener krank. Vor allem die Angst vor Jobverlust wurde dafür verantwortlich gemacht. Diese ist aktuell offenbar nicht höher als 2008. Jedenfalls stagnierte der Krankenstand in diesem Jahr. Der langfristige Rückgang ist aber enorm.

Der Krankenstand in den deutschen Betrieben ist 2009 so niedrig ausgefallen wie selten zuvor, er ist allerdings nicht weiter gesunken. Die Arbeitnehmer fehlten aus Krankheitsgründen im Durchschnitt nur 3,3 Prozent der Sollarbeitszeit, wie die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine neue Statistik des Bundesgesundheitsministeriums berichtete. Dies entspreche 7,3 Arbeitstagen.

Der Wert bedeute einen Gleichstand gegenüber dem Vorjahr (3,37 Prozent der Sollarbeitszeit) und gehöre zu den niedrigsten seit Einführung der Krankenstandstatistik im Jahr 1970. Die Fehlquote von Frauen (3,5 Prozent) war 2009 höher als bei Männern (3,2 Prozent). Vor zehn Jahren fehlten die Beschäftigten wegen Krankheit noch 4,26 Prozent der Sollarbeitszeit - das waren 22 Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr.

Die Statistik des Ministeriums erfasst die Krankenstände aller gesetzlich versicherten Arbeitnehmer, also nur die per Krankenschein gemeldeten Fehlzeiten. Als ein wichtiger Grund für den niedrigen Krankenstand wird häufig die Angst vor einem Jobverlust in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit genannt.

APD / APD