HOME

E-COMMERCE: Amazon erwartet Gewinn in Deutschland

Der Online-Buchhändler freut sich auf ein gutes Weihnachtsgeschäft 2001 und profitiert von der Marktbereinigung: mehr Kunden für weniger Anbieter.

Der Online-Buchhändler Amazon will im vierten Quartal auch in Deutschland die operative Gewinnschwelle erreichen. »Wir sind sehr zuversichtlich, in Deutschland boomt das Geschäft unverändert«, so Deutschland-Geschäftsführer Philipp Humm. Während der Amazon-Umsatz weltweit im dritten Quartal bei 639 Millionen Dollar (1,4 Mrd DM/650 Mio Euro) stagnierte, konnte der Marktführer nach eigenen Angaben hier zu Lande deutlich zulegen. Dabei hat Amazon nach eigenen Angaben den Marktanteil sogar noch ausgebaut während der markt insgesamt um gut 60 bis 70 Prozent gewachsen ist, sagte Humm.

Online-Buchmarkt wächst zusammen

Im deutschen Online-Buchhandel, an dem Amazon laut Studien im ersten Halbjahr gut 48 Prozent hielt, rechnet Humm mit einer weiteren Konsolidierung. Zuletzt hatte Konkurrent mediantis aufgegeben. »Wir machen ein Geschäft, das stark von einer kritischen Größe abhängig ist«, sagte Humm. Für eine Nummer zwei oder drei im Markt wird es daher immer schwieriger. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Amazon in Deutschland Konkurrenten, beziehungsweise deren Kunden, übernehmen könnte. Die Gelegenheit müsste aber sehr gut sein. Humm wollte nicht kommentieren, ob Amazon in Verhandlungen mit mediantis stand. Das Neue-Markt-Unternehmen verkaufte sein Kerngeschäft mit der Marke buecher.de an den Konkurrenten Booxtra.

Lieferungen in die »private Burg«

Nach den Terroranschlägen in den USA war das Geschäft in Deutschland nur kurz beeinträchtigt. »Wir erwarten auch, dass wir ein extrem starkes Weihnachtsgeschäft mit über 100.000 Aussendungen am Tag haben werden.« Die unsichere weltpolitische Lage ist kein Hindernis. »Die Menschen verbringen mehr Zeit mit Freunden und der Familie. Sie sitzen daheim in ihrer Burg, bestellen etwas und bekommen es in die Burg geliefert.«

Kostenloser Versand kein Problem

Der in Deutschland übliche kostenlose Versand von im Internet bestellten Büchern, der den Konkurrenten schwer zu schaffen macht, stört Humm nicht. »Das ist sinnvoll, weil es uns erlaubt, uns mit dem normalen Buchhandel gleichzustellen.« Die Buchpreisbindung soll ja vor allem kleinere Buchhändler schützen. Dadurch können sich Großanbieter wie Amazon den kostenlosen Versand gut leisten.

Themen in diesem Artikel