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Stiftung Warentest warnt So zocken Fake-Shops auf Amazon Kunden ab

Amazon Fakeshop
Amazon-Betrüger versuchen in der Regel, Kunden dazu zu bringen, nicht den Einkaufswagen zu benutzen
© Carsten Rehder/DPA
Von wegen Schnäppchen: Mit verlockenden Angeboten ziehen Betrüger auf Amazon den Kunden das Geld aus der Tasche. Stiftung Warentest hat bei mehreren dubiosen Amazon-Shops bestellt - und viel Geld verloren.

Bei allzu günstigen Amazon-Angeboten sollten Kunden stutzig werden: Denn auf Amazons Marketplace tummeln sich auch unseriöse Anbieter, die allein darauf aus sind, leichtgläubige Kunden abzuzocken. Die Betrüger bieten - auch außerhalb der Cyber-Monday-Woche - Produkte wie Elektronikartikel wesentlich günstiger an, als andere Anbieter auf der Plattform. Doch Ware erhält der Kunde nie - das Geld ist weg.

Die Stiftung Warentest hat bei drei verdächtigen Shops die Probe aufs Exempel gemacht. Sie bestellte eine Nikon-Kamera, die sonst rund 1500 Euro kostet, für nur 250 Euro. Eine Espressomaschine, für die andere Anbieter fast 1000 Euro verlangen, sollte ebenfalls für nur 254 Euro über die digitale Ladentheke gehen. Und auch ein Kaffeevollautomat von Melitta für 371 Euro statt 600 Euro stand auf dem Einkaufszettel der Tester.

So läuft der Amazon-Betrug

Die Masche der Anbieter: Statt wie üblich über den Amazon-Warenkorb zu bestellen, sollen die Kunden per E-Mail ordern. Mit der Bestellbestätigung - ebenfalls per Mail - fordert der Betrüger dann zur Zahlung per Vorkasse auf. In zwei Fällen folgten die Warentester brav den Vorgaben - und verloren ihr Geld. Beim dritten Angebot bestellten sie trotz anderslautender Anweisungen über den Amazon-Warenkorb. Die Ware kam auch hier nicht, aber weil der Händler gegenüber Amazon den Versand der Ware nicht bestätigte, wurde immerhin die Kreditkarte nicht belastet.

Wer den Betrügern auf den Leim geht, kann nicht auf Hilfe von Amazon bauen: In den beiden Fällen, in denen die Warentester ihr Geld verloren, erklärte sich das Unternehmen für nicht zuständig, weil es sich nicht um einen offiziellen Kauf über Amazon handle. Stattdessen sollten die Test-Kunden sich bei der Polizei melden, erklärte Amazon. Wie Amazon verhindert, dass Betrüger die Plattform missbrauchen, erklärte das Unternehmen Stiftung Warentest auf Anfrage nicht. "Amazon duckt sich weg, scheint das Problem nicht im Griff zu haben", kritisieren die Warentester.

Amazon hat ein Problem

Amazon hat schon seit Längerem ein Problem mit Fake-Shops. Das Unternehmen sperrt zwar betrügerische Shops, wenn diese gemeldet werden, doch es machen immer wieder neue auf. Selbst bei guten Sterne-Bewertungen des Shops ist der Kunde nicht immer auf der sicheren Seite. Das Portal Onlinehaendler-news.de berichtete erst kürzlich von einem Amazon-Händler, dessen Account gehackt und von Betrügern übernommen worden war. Bis der Händler dies bemerkte, hatten die Hacker schon Preise und Artikelbeschreibungen geändert und Hunderte Bestellungen angenommen.

Den kompletten Artikel der Stiftung Warentest gibt es unter https://www.test.de/fakeshops

bak

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