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Frühjahrsgutachten zur deutschen Wirtschaft Forscher sagen kräftiges Wachstum voraus


Erfreuliche Nachrichten für die deutsche Wirtschaft: In diesem Jahr wird die Konjunktur führenden Instituten zufolge um fast ein Prozent zulegen. Die Arbeitslosigkeit dürfte demnach weiter sinken.

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute um 0,9 Prozent wachsen. 2013 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2,0 Prozent zulegen, sagten die Ökonomen in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten voraus. Die Beschäftigung dürfte demnach in beiden Jahren weiter steigen, die Arbeitslosigkeit zurückgehen.

"Die konjunkturellen Auftriebskräfte gewinnen in Deutschland die Oberhand", heißt es in dem 82 Seiten starken Gutachten mit dem Titel "Deutsche Konjunktur im Aufwind - Europäische Schuldenkrise schwelt weiter". Neben dem privaten Konsum dürften auch die Investitionen den Aufschwung tragen, die von niedrigen Zinsen stimuliert werden. Die Institute erhöhten ihre Prognose damit leicht - bislang hatten sie mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem Jahr gerechnet. Wegen der guten Konjunktur kommt auch die Sanierung des Staatshaushalts voran. Wegen steigender Steuereinnahmen sinke die Neuverschuldung bis 2013 auf 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, sagen die Gutachter voraus.

Die Wirtschaftsforscher warnten aber, die europäischen Staaten dürften ihren Kampf gegen die Finanz- und Schuldenkrise nicht abschwächen. Sie werteten "das derzeit zu beobachtende Erlahmen der Konsolidierungsanstrengungen kritisch". Der Staat setze zu sehr auf konjunkturbedingte Steuermehreinnahmen und spare selbst zu wenig. "So werden sowohl die Einnahmen aus der Kernbrennstoffsteuer als auch die Einsparungen durch die Streitkräftereform und durch die verbesserte Vermittlung von Langzeitarbeitslosen wahrscheinlich geringer ausfallen als angesetzt", kritisierten die Institute.

Eine Stabilisierung der Lage sei nur zu erreichen, "wenn die geplanten Reformen auch wirklich greifen und es zu keinem erneuten Vertrauensverlust an den Kapitalmärkten kommt".

fro/AFP/Reuters Reuters

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