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Gesundheitsreform: Ärzte wollen Patienten abweisen

Patienten müssen in diesem Jahr wegen der Budgetierung der Gesundheitsausgaben damit rechnen, bei ihren Ärzten keinen Termin zu bekommen.

Wegen der Budgetierung von Gesundheitsausgaben müssen einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge Millionen von Patienten damit rechnen, Ende des Jahres keinen Behandlungstermin mehr beim Arzt zu bekommen. Die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) befürchte, dass im Dezember bis zu 20 Prozent aller Arzt-Praxen ihre Patienten abweisen würden, berichtet die Zeitung in ihrer Donnerstagsausgabe. Die Experten begründeten ihre Einschätzung damit, dass Ende des Jahres die Budgets vieler Ärzte aufgezehrt seien. Patienten sollten deshalb noch schnell Arzttermine vereinbaren, empfahl der Chef der Gesellschaft, Ekkehard Bahlo.

Beitragssenkung könnte geringer ausfallen

Es kommen weitere Belastungen auf die Versicherten zu. Die Beitragssenkung bei den Krankenkassen könnte geringer ausfallen, als von der Bundesregierung angestrebt. AOK-Sprecherin Barbara Marnach sagte der "Berliner Zeitung", es gebe keine Garantie dafür, dass der durchschnittliche Beitragssatz im angekündigten Umfang verringert werde. Entscheidend seien allein die finanziellen Spielräume. Sozialministerin Ulla Schmidt strebt eine Verringerung des Satzes von 14,3 Prozent um 0,7 Punkte an.

Arbeitslosigkeit trifft auch die Kassen

Der Verbandssprecher der Ersatzkrankenkassen, Martin Plass, nannte es "ziemlich fraglich, ob es eine Senkung im genannten Maße gibt". Die hohe Arbeitslosigkeit mache den Kassen wegen der daraus folgenden Beitragsausfälle schwer zu schaffen. Eine Sprecherin des Betriebskrankenkassen-Verbandes sagte, auf einen Rückgang um 0,7 Prozentpunkte könne sich derzeit niemand festlegen.

DPA