Golfkrieg Experten sehen den Welthandel bedroht


Deutsche Ökonomen befürchten, dass machtpolitische Entscheidungen der USA künftig den Welthandel erheblich beeinträchtigen könnten. Es gibt aber auch weniger pessimistische Stimmen.

Führende deutsche Ökonomen befürchten angesichts des Golfkrieges, dass machtpolitische Entscheidungen der USA den Welthandel künftig erheblich beeinträchtigen könnten. Die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagausgabe) zitierte den Präsidenten des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA), Thomas Straubhaar, mit den Worten: "Mit dem Alleingang der USA stehen alle internationalen Übereinkünfte zur Disposition. Ich denke, es brechen kältere Zeiten für die Weltwirtschaftsordnung an."

Einteilung in Gut und Böse

Auch der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, bezeichne die Wahrscheinlichkeit als groß, "dass die USA die Welt stärker in Gut und Böse einteilen", heißt es in dem Blatt. Dies könne auch Neuverhandlungen wie die Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen (GATS) und den Umgang mit geistigem Eigentum erschweren.

Freihandel sollte nicht angetastet werden

Weniger pessimistisch äußerten sich in der "Süddeutschen" der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Horst Siebert, und der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann. Siebert riet, zunächst die Entwicklung abzuwarten, und äußerte die Hoffnung, "dass sich die USA nicht auf einen neuen Unilateralismus zurückziehen". Zimmermann sagte der Zeitung: "Die Amerikaner werden so nicht weitermachen. Aus eigenem Interesse werden sie den Freihandel nicht antasten."


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