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Lebensmittel-Lieferung: Start-up übernimmt Supermarkt-Einkäufe

Selbst an der Supermarkt-Kasse stehen, gehört der Vergangenheit an. Eine Münchener Firma liefert Einkäufe nach Hause. Praktisch - und eine Marktlücke. Dahinter steht ein Bekannter der Internetszene.

Wer kennt das nicht: Abends, nach Feierabend, reihen sich die Einkaufswagenschlangen im Kassenbereich des Supermarkts.

Wer kennt das nicht: Abends, nach Feierabend, reihen sich die Einkaufswagenschlangen im Kassenbereich des Supermarkts.

Wer nach Feierabend noch mal schnell in den Supermarkt huschen will, wird spätestens im Kassenbereich eiskalt ausgebremst. Dort warten Familien mit Kindern und übervollen Einkaufswagen genauso wie Singles, die ihren Einkauf artistisch auf dem Arm balancieren. Mal eben schnell - das funktioniert nicht. Aber wirkliche Alternativen gibt es nicht. Oder?

Die Deutschen shoppen inzwischen fast alles im Netz. Schuhe, Klamotten, Werkzeug oder Möbel - gemütlich vom heimischen Sofa ordern sie alles, was sie brauchen. Zumindest fast, denn bei Lebensmitteln drängelt sich immer noch ein Großteil der Bevölkerung im Supermarkt. Nur fünf Prozent kauft regelmäßig Lebensmittel im Internet. Ein neues Start-up will das jetzt ändern.

Bis der Bote klingelt

Das Münchener Unternehmen Shopwings bietet Supermarkt-Produkte im Internet an. Dort kann sich der Kunde aus 6000 Produkten den virtuellen Einkaufswagen füllen und bequem nach Hause liefern lassen. Das Start-up schickt nach der Online-Bezahlung einen Boten in den Supermarkt, lässt ihn die gewünschten Produkte einkaufen und der bringt die Einkaufstüten bis zur Haustür. Die Lieferung kostet 4,90 Euro und auch der Preis einiger Produkte ist etwas höher als beim eigenen Supermarkt-Besuch. "Wir machen unsere eigenen Preise" sagt der Unternehmensgründer Florian Jaeger der "Süddeutschen Zeitung".

Enorme Wachstumsraten

Lebensmittel zu liefern, ist keine neue Geschäftsidee. Einige Online-Händler, wie Lebensmittel.de oder Food.de liefern längst nach Hause. Auch die Deutsche Post will mit dem Online-Supermarkt Allyouneed.de mitmischen. Denn beim Verkauf von Lebensmitteln im Netz sind gute Geschäfte zu machen. Nur rund 500 Millionen Euro hat der deutsche Einzelhandel Online-Lebensmittel im vergangenen Jahr umgesetzt - das sind gerade einmal 0,3 Prozent dessen, was die Deutschen insgesamt pro Jahr für Essenseinkäufe ausgeben. Die Unternehmensberater von Ernst & Young erwarten, dass in sechs Jahren der Umsatz auf zwei Milliarden Euro ansteigen könnte.

Lebensmittel aus dem Netz

Hinter Shopwings, die diesen Montag in München an den Start gehen, stecken die Samwer-Brüder. Über ihr jüngst an der Börse gestartetes Unternehmen Rocket Internet sind sie wichtigster Geldgeber für Shopwings. Oliver Samwer hatte erst im September die ""Food-Offensive" angekündigt. Nach Mode und Möbeln seien Lebensmittel das nächste E-Commerce-Thema für sein Unternehmen. Zum Samwer-Imperium gehören neben Shopwings auch Hellofresh, die Zutaten für ganze Gerichte liefern, und der Lieferdienst Eat First.

Katharina Grimm
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