Musikindustrie Bertelsmann steigt bei Sony BMG aus


Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann hat sich aus dem Musikgeschäft weitgehend zurückgezogen. Der 50-Prozent-Anteil von Bertelsmann am Partnerunternehmen Sony BMG wird von Sony übernommen. Für die Übernahme sollen die Japaner etwa 1,5 Milliarden Dollar gezahlt haben.

Bertelsmann trennt sich von seinem Anteil an dem gemeinsamen Musikunternehmen Sony BMG. Der 50-Prozent-Anteil gehe an den bisherigen Partner Sony, teilten Bertelsmann und Sony gemeinsam mit. Beide Unternehmen hatten Sony BMG im August 2004 gegründet.

Künftig soll die Firma unter dem Namen Sony Music Entertainment Inc. firmieren. In unternehmensnahen Kreisen hieß es, Bertelsmann habe seine Anteils für rund 1,5 Milliarden Dollar (etwa eine Milliarde Euro) verkauft.

Der neue Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski hatte den Musikbereich bei seinem Amtsantritt im Dezember vergangenen Jahres als wachstumsschwach definiert und ihn zunächst einer Überprüfung unterzogen. Diese mündete nun in den Verkauf der Anteile an Sony BMG.

Die Musikbranche unterliegt seit langer Zeit einem Strukturwandel. Der Verkauf von CDs und DVDs verliert massiv an Marktanteilen. Die Einbußen werden durch den zunehmenden Verkauf von Musik über das Internet sowie durch alternative Geschäftsmodelle nur zum Teil aufgefangen. Das vom früheren Bertelsmann-Manager Rolf Schmidt-Holtz geführte Joint Venture Sony BMG hatte nach Sony-Angaben im ersten Halbjahr 2008 erneut Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Zu den Stars im Repertoire zählen Justin Timberlake, Celine Dion und Bruce Springsteen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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