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Preiskrieg der Discounter Aldi & Co. senken erneut Preise für Lebensmittel


Die Lebensmitteldiscounter haben die erste Preisrunde im neuen Jahr eingeläutet. Aldi, Lidl, Penny und Co. kündigten für viele Nahrungsmittel dauerhafte Preissenkungen um bis zu 40 Cent an. Eigentlich eine gute Nachricht für Verbraucher - oder doch nicht?

Die Preisschlacht bei den Discountern geht auch im neuen Jahr weiter. Marktführer Aldi und Konkurrent Penny bieten ab sofort Frühstücksflocken, Pflanzenöle, Nüsse, Schoko-Riegel und viele weitere Produkte dauerhaft günstiger an, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Auch Norma, Netto Markendiscount und Plus zogen mit. Die Preisreduzierungen betragen teilweise bis zu 30 Cent.

Als Begründung nannten die Unternehmen gesunkene Rohstoffkosten und Einkaufspreisvorteile. Im vergangenen Jahr hatten die Lebensmittel-Discounter insgesamt zwölf Mal die Preise gesenkt. Die Billig-Supermarktketten versuchen damit, ihre Marktanteile auszuweiten.

Ernährungsindustrie warnt vor ruinösem Preiskampf

Erst am Mittwoch hatte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) den "ruinösen Preiswettbewerb" im Lebensmitteleinzelhandel scharf kritisiert und die "unverzügliche Beendigung" angemahnt. Die Preissenkungsspielräume durch die günstiger gewordenen Rohstoffe seien "längst ausgereizt" und die Verbraucher zeigten sich fast unbeeindruckt von den Billigangeboten.

Laut BVE vertreiben die Billig-Supermärkte 44 Prozent der Lebensmittel in Deutschland. Die hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel sei im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Den mittelständischen Lieferanten der Ernährungsindustrie stünden nur noch fünf große Lebensmittelhändler mit einem Marktanteil von 70 Prozent gegenüber. Der "zum Teil mit fragwürdigen Praktiken geführte Wettbewerb" habe 2009 zu einem Umsatzrückgang der Enährungsindustrie von 4,2 Prozent auf 149,8 Milliarden Euro geführt.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte angesichts des harten Wettbewerbs der Discounter vor wenigen Tagen vor einem Qualitätsverlust bei Lebensmitteln gewarnt. Wenn nur noch der niedrigste Preis regiere, "geht das nicht nur zulasten der Landwirte, sondern früher oder später auch zulasten der Qualität und damit der Verbraucher", sagte sie der "Saarbrücker Zeitung".

AFP/AP AP

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