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Tarifverhandlungen im Bau gescheitert: Der Schlichter muss übernehmen

Höchste Zeit für einen Schlichter. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit 700.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sind vorerst gescheitert. Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG-Bau konnten sich nicht auf höhere Löhne einigen. Auch bei der Angleichung der Mindestlöhne in Ost- und Westdeutschland herrscht Uneinigkeit.

Die Tarifverhandlungen für die 700.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sind geplatzt und müssen nun in der Schlichtung fortgesetzt werden. Wie beide Verhandlungsseiten nach 16-stündigen Gesprächen in der dritten Runde mitteilten, konnten sich die Arbeitgeber und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) nicht auf ein höheres Einkommensniveau einigen.

Die IG BAU hatte 5,9 Prozent mehr Geld verlangt. Die Arbeitgeber boten in der Nacht in einer neuen Offerte zwei Erhöhungsstufen von je 2,5 Prozent an - zum 1. April 2011 und zum 1. April 2012 bei 24-monatiger Vertragslaufzeit. Dies lehnte die Gewerkschaft ab. Von den jeweils 2,5 Prozent sollten 2,0 Prozent dauerhaft und 0,5 Prozent per Einmalzahlung gezahlt werden, sagte ein IG-BAU-Sprecher.

Auch auf eine Angleichung der Mindestlöhne in Ost- und Westdeutschland konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht verständigen. Die Arbeitgeber hätten zwar eine Erhöhung des Ost-Stundenlohns um 25 Cent angeboten, berichtete der Gewerkschaftssprecher. Dies hätte aber zum Teil mit einem Lohnverzicht der West-Beschäftigten ausgeglichen werden sollen. Der Mindestlohn Ost liegt am Bau derzeit bei 9,50 Euro und im Westen bei 10,90 Euro.

Der Vorstand der IG BAU werde nun formal über das Scheitern der Verhandlungen beraten und dann voraussichtlich die Schlichtungsstelle anrufen, so der Sprecher. Damit muss möglicherweise wie schon 2009 der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Schlichter helfen, den Konflikt zu lösen.

cjf/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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