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Wetterkapriolen: Erste Ostseeheringe im Netz

Ungewöhnlich zeitig hat in diesem Winter an der Ostseeküste die Heringssaison begonnen. In der südlichen Ostsee sind schon über 100 Tonnen Hering ins Netz gegangen, die Qualität soll hervorragend sein.

Das milde Wetter hat auch beim Fischfang Folgen: Bereits seit Jahresbeginn sind die Besatzungen der Sassnitzer Seefischer in der südlichen Ostsee im Einsatz, teilte der Landesverband der Kutter- und Küstenfischer am Donnerstag mit. Bislang fingen die Schleppnetzfischer in den ersten, meist stürmischen Fangtagen bereits mehr als 100 Tonnen Hering.

Große Kutterflotte fischt demnächst mit

Die Qualität der Fische sei hervorragend, sagte der Chef des Euro Baltic Fischverarbeitungszentrums in Mukran, Uwe Richter. In dem nach eigenen Angaben modernsten Fischwerk Europas wurde im vergangenen Jahr die bisherige Rekordmenge von 50.000 Tonnen Hering zu Filets, Marinaden und Tiefkühlprodukten verarbeitet und an Kunden in aller Welt geliefert. Etwa 40 Prozent der Fische stammten von ostdeutschen Fangbasen.

Wegen der milden Witterung gehen Experten davon aus, dass die Heringe in diesem Jahr schon in den nächsten Wochen zum Laichen in die noch etwa sieben Grad warmen Boddengewässer ziehen werden. Erste Fänge in Stellnetzen meldeten zum Beispiel Fischer von Thiessow auf der Insel Rügen. Die mit 32 Kuttern größte Kutterflotte des Landes in Freest werde voraussichtlich kommende Woche in den Heringsfang einsteigen, sagte Geschäftsführer Michael Schütt. Im vergangenen Jahr hatten die Kutter- und Küstenfischer ihre von der EU genehmigte Quote von etwa 16.000 Tonnen Hering komplett abgefischt.

DDP / DDP
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