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NEUE RENTE TEIL 3: Der Staat spart mit

Die Riester-Police wird der Deutschen liebste Altersvorsorge werden. Die Versicherer rüsten sich für das Milliardengeschäft. Worauf Sie bei der neuen Rentenversicherung achten sollten.

Rolf Louis, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Swiss Life Lebensversicherung, will beim Kampf um Marktanteile im Riester-Rentengeschäft unbedingt zu den Gewinnern gehören. Dafür legt er sich ins Zeug. So sehr, dass die Rückennaht des Jacketts beängstigend spannt, wenn der Breitschultrige sich vorbeugt, um seine Leute auf das neue Massengeschäft einzuschwören. Zwei Weisheiten hat er für die Versicherungsmakler in petto: »Die Policen müssen laufen und laufen.« Und: »Der Kunde muss begreifen, dass er seine Altersversorgung nur mit Konsumverzicht gewährleisten kann.« Louis weiß, dass Kunden das Wort »verzichten« nicht gern hören. Er weiß aber auch: Wer jetzt beim Rennen um das Geschäft mit der privaten Altersvorsorge dabei sein will, muss seriös auftreten. Den Kunden beraten statt über den Tisch ziehen.

Das Volumen ist riesig

»Der Kuchen wird jetzt aufgeteilt, da hat kein Unternehmen etwas zu verschenken«, beschreibt Swiss-Life-Mitarbeiter Erich Holzner, Leiter des Privatkunden-Managements, die Lage. Marktführer Allianz rechnet mit 1,25 Millionen Abschlüssen. Und Manfred Behrens, Vorstandsmitglied Vertrieb und Marketing bei der Volksfürsorge, erwartet zusätzlich zum normalen Geschäft in den nächsten Jahren sogar 1,5 Millionen Riester-Rentenverträge. Von den 117 Milliarden Mark, die der heutige Lebensversicherungsmarkt umfasst, könnte noch einmal gut die Hälfte über Riester-Policen hinzukommen - denn von den etwa 25 Millionen Berechtigten wollen zwei Drittel die Förderung in Anspruch nehmen, wie das Kölner Marktforschungsinstitut Psychonomics erfragt hat.

Normalerweise läuft das so: Ist der Versicherungsvertrag unterschrieben, kassiert in den ersten Jahren die Versicherung kräftig ab. Denn Provisionen und Abschlussgebühren zahlt der Kunde. Erst dann erwirtschaften die Prämien Zinsen. Davon merkt der Versicherte normalerweise nichts. Nur wer seine Lebensversicherung in den ersten Jahren kündigt, erfährt, dass er nicht mal die eingezahlten Beiträge zurückbekommt. Das hat Minister Walter Riester den Versicherungen jetzt verboten. Sie müssen ihre Abschlusskosten auf zehn Jahre verteilen. Daraus resultiert das zweite Problem der Versicherer: Ihre Vertreter vor Ort wollen nicht so recht ran ans Geschäft mit der Riester-Rente.

Die Provisionen, die sie für einen Abschluss kassieren, sind zu gering. Einer der Makler aus dem Swiss-Life-Publikum stöhnt: »Die Riester-Police bringt nicht genug ein, dafür mache ich keinen Kundenbesuch.« Den Einwand scheint Louis erwartet zu haben. Er rechnet vor: »Bei einem Durchschnittsverdiener, der keine Kinder hat und pro Jahr 300 Euro anlegt, springen für den Makler 20,56 Euro heraus.« Wahrlich kein Superverdienst. »Aber«, sagt Louis und macht eine kurze Pause, »ihr müsst das über 15 Jahre sehen, Leute. Bei 100 Kunden sind das insgesamt 250.000 Mark.« Klingt schon besser. Nach diesem Einsatz gönnt Louis auch seiner Jackettnaht eine kleine Verschnaufpause. Und damit die Außendienstler dieses Geld auch sofort beim Abschluss bekommen, gehen die meisten Versicherer in Vorleistung und zahlen die Provisionen gleich aus.

Werbung ohne Skrupel

Nicht alle Versicherungen gehen so vor wie Louis und seine Leute. Einige große Versicherer versuchten, mit einschüchternder Werbung beim Kunden Kasse zu machen. »Jetzt sichern - ab 1. 1. 2002 staatlich fördern lassen«, lautete der inzwischen per Gerichtsentscheid verbotene, weil irreführende Werbeslogan der Mannheimer Versicherung. Auch die Victoria warb zu aggressiv und wurde vom Gericht abgemahnt: »Sie haben gerade Wichtigeres zu tun? Dann kriegt die 32.000 Mark Förderrente eben jemand anders.« Begründung: In beiden Fällen erweckt die Werbung den Eindruck, dass die Prämie vom Staat bereits sicher sei.

Tatsächlich gibt es aber derzeit noch keine förderfähigen Versicherungen am Markt. Alle Produkte müssen, um die staatliche Zulage zu bekommen, die elf Riester-Kriterien erfüllen. Die beiden wichtigsten: Alle Anbieter von Policen, Fonds oder Sparbriefen zur privaten Altersvorsorge müssen garantieren, dass zumindest die eingezahlten Beiträge wieder ausgezahlt werden und dass der Sparer auch tatsächlich in den Genuss einer lebenslangen Rente kommt.

Überwacht wird die Riester-gerechte Gestaltung der Vertragswerke von einer eigens dafür eingerichteten Zertifizierungsstelle im Bonner Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV). Fast 70 Sachbearbeiter prüfen dort die Anträge. »Erst im Dezember werden wir auf einen Schlag zertifizieren, damit für alle Anbieter dieselben Voraussetzungen gelten«, sagt BAV-Sprecher Karl Leute. »Einige der Verträge müssen noch nachgebessert werden, wenn die Anbieter das Riester-Siegel überhaupt erhalten wollen.«

Viele wählen den einfachsten Weg

Welcher Sparer kann da noch den Überblick behalten? Den meisten Bundesbürgern ist die Reform sowieso viel zu kompliziert, sie wollen sich gar nicht informieren, hat das Marktforschungsinstitut Psychonomics herausgefunden. »Zwar wissen inzwischen über die Hälfte der Befragten, dass sie noch Zeit haben, sich zu entscheiden, aber 42 Prozent würden sich jederzeit von ihrem Versicherungsvertreter beraten lassen«, sagt Jörg Maas, stellvertretender Bereichsleiter bei Psychonomics. »Sie empfinden es als Zumutung, dass sie sich selbst kümmern müssen, und wählen den einfachsten Weg.« Im Klartext: Viele werden aus Bequemlichkeit eine Menge Geld verschenken. Wer von der staatlichen Förderung profitieren will und sich für eine Rentenversicherung entscheidet, sollte auf jeden Fall bis zum nächsten Jahr mit dem Abschluss warten. Dann liegen alle zertifizierten Angebote vor, und Vergleiche sind möglich.

Sogar jene Sparer, die nicht auf Anhieb die beste Versicherung gewählt haben oder auf Vertretersprüche hereingefallen sind, haben eine zweite Chance. Kunden, die eine Riester-Police erworben haben, können jederzeit die Versicherungsgesellschaft wechseln - ohne Nachteil. Ein Horror für jeden Versicherer. Normalerweise werden Versicherte deshalb mit hohen Stornokosten bestraft, damit sie Verträge nicht vorzeitig kündigen. Die Entscheidung, den Anbieter zu wechseln, wird jetzt auch dadurch einfacher, dass Riester die Versicherer angewiesen hat, ihre Kunden jährlich über die Verwendung der eingezahlten Beiträge zu informieren. So bekommt der Kunde mehr Überblick und kann Renditen besser vergleichen.

Michael Franke, Inhaber des auf Lebensversicherungen spezialisierten Beratungsunternehmens Franke & Bornberg in Hannover, erwartet, dass die Versicherungen ihre Riester-Angebote sogar subventionieren werden. Nur so können die Assekuranzen mit renditestärkeren Angeboten mithalten. Doch selbst dann, prognostiziert Heinrich Blase, Vorstand des Internet-Versicherungsmarktplatzes Einsurance, wird die Rendite einer Riester-Police etwa 0,5 bis zwei Prozentpunkte unter der einer normalen Rentenversicherung liegen.

»Deshalb handelt ein Versicherungsvertreter unseriös, wenn er empfiehlt, den Riester-Vertrag über einen höheren Betrag abzuschließen, als für den Erhalt der maximalen staatlichen Förderung nötig ist.« Denn wer mehr sparen kann oder will, sollte das Geld nicht in der relativ renditeschwachen Riester-Police anlegen.

Vorsicht also vor den Überredungsmethoden der Vertreter. Einsurance-Vorstand Blase: »Eine Riester-Police ist wie die Kfz-Versicherung für den Vertreter. Damit will er zunächst einen Fuß in der Tür haben, um letztlich die gesamten Finanzgeschäfte des Kunden zu übernehmen«. Wer dann erst mal als Kunde gewonnen werden konnte, wird schon von der Notwendigkeit überzeugt werden, noch andere Versicherungen abzuschließen. Die nämlich, die richtig Geld bringen.

Von Elke Schulze und Rüdiger Nehmzow (Fotos)

Wie der Staat die Immobilie als Altersvorsorge fördern will

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?