Verbraucher Immer noch zu viele falsch versichert


Vernichtendes Urteil der Verbraucherschützer über die Versicherungssituation der meisten Bundesbürger: falsch und zu teuer. So haben immer noch viele keine Haftpflichtversicherung, aber eine kostenintensive Kapitallebensversicherung.

Bundesbürger sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen nach wie vor häufig falsch und zu teuer versichert. Viele Bürger hätten keine Haftpflichtversicherung, aber eine kostenintensive Kapital- statt einer Risiko-Lebensversicherung, keine Berufsunfähigkeits- aber eine Unfallversicherung mit unnötigen Zusätzen. Hinzu kämen lückenhafte Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen sowie teure Rechtschutzversicherungen. Im Schadensfall werde falscher Versicherungsschutz zum Existenzrisiko, warnen die Verbraucherschützer.

Versicherung nach dem GAU-Prinzip

Wer optimalen Versicherungsschutz haben will, sollte sich nach dem GAU-Prinzip dem 'Größten Anzunehmenden Unfall' richten. Das heißt: Zuerst gehören die Risiken Tod, Invalidität und Haftpflicht abgesichert. Den Todesfall sollten insbesondere junge Familien, in denen es nur einen Hauptverdiener gibt, absichern. Gleiches gilt für Bauherren, die jahrelange Kreditverpflichtungen eingegangen sind. Wer glaubt, mit einer Kapital-Lebensversicherung ausreichend vorgesorgt zu haben, irrt meistens. Das Todesfallrisiko sei bei diesen Verträgen in der Regel nur mit einer geringen Summe abgedeckt, berichtet die Verbraucherzentrale. Anders dagegen bei der Risiko-Lebensversicherung, an die kein Sparvorgang gekoppelt ist.

Das Invaliditätsrisiko kann mit einer Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung abgedeckt werden. Letztere sei allerdings eine "Goldgrube" für Versicherer, meinen die Verbraucherschützer. Die Verbraucher ließen sich oft auf wenig vorteilhafte Extras ein wie Dynamik, Progression, Prämienrückgewähr, Übergangs-, Genesungs- und Tagegelder. Auf die wichtige Haftpflichtversicherung werde dagegen immer noch zu häufig verzichtet.

DPA

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