Es war sicher ein emotionaler Abschied für manch ältere Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer, als vor gut fünf Jahren die "SOKO München" – ehemals "SOKO 5113" -, die Mutter aller "SOKO"-Serien des ZDF, nach 42 Jahren den Dienst quittierte. Seitdem ist die Sonderkommission aus Leipzig die dienstälteste aktive und zudem die erfolgreichste der aktuell sieben SOKO-Ableger. Und sie ist die einzige, die nicht am Vorabend läuft, sondern es in die Primetime geschafft hat. Nun feiert die "SOKO Leipzig" mit der Doppelfolge "Was bleibt" an diesem und kommendem Freitagabend ihren 25. Geburtstag.
Leipzig sei eine Stadt, "die für Aufbruch und Moderne steht", erklären Ronja Reitzig und Kirsten Zielonka von der Hauptredaktion Fernsehfilm Serie I im ZDF. Leipzig sei "dabei nicht nur Kulisse, sondern Quelle für Geschichten, die Haltung zeigen und berühren". Die SOKO lebe "von Storys mit gesellschaftlicher Relevanz, dem ostdeutschen Hintergrund und ganz besonders von ihrem Hauptcast".
Von Anfang an dabei sind Melanie Marschke als Hauptkommissarin und mittlerweile Leiterin der Sonderkommission Ina Zimmermann und Marco Girnth als Kriminaloberkommissar Jan Maybach. "SOKO Leipzig"-Urgestein Andreas Schmidt-Schaller alias "Hajo" Trautzschke verließ die Serie bereits 2022 und schickte seine Figur in Pension. Nun folgt ihm Marco Girnth nach: Jan Maybach, da machen weder Girnth noch das ZDF ein Geheimnis draus, wird im neuesten Fall den Serientod sterben.
Letzter Auftritt für Marco Girnth als Jan Maybach
In "Was bleibt" wird er mit seiner traumatischen Vergangenheit konfrontiert: Einer der Verdächtigen eines tödlichen Raubüberfalls entpuppt sich als Rico Schäfer (Felix Bold). Ebenjener Mann, der vor 19 Jahren Jans Freund und Kollegen Miguel Alvarez (Gabriel Merz) tötete. Rico beteuert seine Unschuld im aktuellen Fall, er sei nur zufällig am Tatort, einem Baustoffcenter, gewesen. Jan muss sich nicht nur seinen Emotionen stellen, sondern auch fragen, ob er Rico womöglich Unrecht getan hat ...
Die Entscheidung, die "SOKO Leipzig" nach 25 Jahren zu verlassen, sei ihm "wirklich schwer gefallen" und habe ihn "ein paar Tränen gekostet", gestand Marco Girnth, der am 10. Februar 56 Jahre alt wird, in der Talkshow "Riverboat". Der Tod eines etwa gleichaltrigen guten Freundes vor einigen Jahren habe ihm die "Endlichkeit des Lebens" vor Augen geführt. Es gebe noch so vieles, das er ausprobieren wolle: einen Kurzfilm drehen, Snowboard fahren oder einen Hubschrauber fliegen etwa. Mit einer festen Serienhauptrolle seien größere private Planungen jedoch schwierig. Ganz ohne Wehmut geht Girnth aber nicht: "Es hinterlässt auch eine Lücke, aber ich glaube, dass es richtig war, das zu machen."
"Was bleibt" ist eine Woche vorab in der Mediathek abrufbar. Hier findet sich auch eine Auswahl an älteren Highlight-Episoden von "SOKO Leipzig".
Doppelfolge "SOKO Leipzig – Was bleibt" – Fr. 23.01. – ZDF: 21.15 Uhr