"Tatort: Unvergänglich"
Zwei Legenden treten ab: Batic und Leitmayr ermitteln in ihrem letzten Fall

  • von Elisa Eberle
Vier Tage vor ihrem offiziellen Renteneintritt werden Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, links) und Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) noch einmal mit einem besonders schwierigen Fall konfrontiert.
Vier Tage vor ihrem offiziellen Renteneintritt werden Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, links) und Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) noch einmal mit einem besonders schwierigen Fall konfrontiert.
© BR/NEUESUPER GmbH/Hendrik Heiden
Vier Tage vor ihrem offiziellen Renteneintritt erwartet die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) im Zweiteiler "Tatort: Unvergänglich" ein besonders kniffliger Fall: In einem städtischen Betriebsraum unter dem St.-Quirin-Platz wurde eine verbrannte Frauenleiche gefunden ...

Es ist das Ende einer Ära: Nach 35 Jahren und letztlich 100 Fällen verabschieden sich Miroslav Nemec als Ivo Batic und Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr aus dem aktiven Dienst als TV-Ermittler. Der abschließende Zweiteiler "Tatort: Unvergänglich" (Regie: Sven Bohse, Buch: Johanna Thalmann, Moritz Binder) am Ostersonntag und Ostermontag, jeweils um 20.15 Uhr, stellt die beiden Münchner Kommissare kurz vor ihrem Eintritt in den Ruhestand noch einmal vor einen besonders rätselhaften Fall. Für ihre langjährigen Fans gibt es außerdem ein Wiedersehen mit alten Bekannten und den ein oder anderen prominenten Überraschungsauftritt.

Die ersten Filmminuten sind fast schon Horrorfilm-artig düster mit Blitzen und flackernden Lichtern: In einem städtischen Betriebsraum tief unter dem Münchner St.-Quirin-Platz wird eine weibliche Brandleiche gefunden. Sie hat eine Steckschusswunde in der Achsel. Doch es gibt kaum Blutspuren vor Ort: "Der Fundort ist also nicht der Tatort", schlussfolgert der Chef der Spurensicherung (Levent Özdil), ehe die Rechtsmedizinerin Dr. Roswitha Schwarz-Fischer (gespielt von der bayerischen Kabarettistin Eva Karl Faltermeier) übernimmt: "Round about 27 Jahre" sei die Tote. Viel mehr kann sie nicht sagen, und auch die in unmittelbarer Nähe der Leiche gefundene angesengte Tasche enthält nichts, was zur Identifikation der Leiche beitragen könnte.

"Vier Tage haben wir noch"

"Es ist ein merkwürdiger Ort, um eine Leiche loszuwerden", wundert sich Leitmayr. "Ja, vor allem weil der Raum nur alle fünf Jahre aufgesperrt wird zur Bauwerksprüfung", ergänzt Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer). Eigentlich, so fährt der junge Kollege fort, sollte er ja bereits der leitende Sachbearbeiter auf dem Fall sein: "Ihr habt ja nur noch ein paar Tage." Die beiden Beinahe-Rentner wollen davon aber nichts wissen: "Vier Tage haben wir noch", betont Leitmayr: "Das reicht uns doch!" Top, die Wette gilt!

Helfen könnte womöglich eine alte Kollegin: Christine Lerch (Lisa Wagner) war einst Leiterin der Operativen Fallanalyse in München, ehe sie zum FBI in den USA wechselte. Sie erkennt, dass es keinen "Erlösungsschuss" gab. Der Täter war also entweder überfordert, "oder jemand hatte Lust, dem Opfer beim Sterben zuzuschauen", schlussfolgert Kalli. Dank eines KI-gestützten Abgleichs des rekonstruierten Gesichts der Leiche mit Bildern aus dem Internet kennen die Ermittler bald zumindest die Identität der Toten. Zuletzt wohnte sie in einem über ein Online-Portal gebuchten Kurzzeit-Appartment. Gelöst ist der Fall dadurch aber noch lange nicht. Im Gegenteil, es könnten noch mehr Personen in Gefahr sein ...

Wehmut und Nostalgie zum Abschied

Es ist ein würdiger Abschied, den der BR mit dem "Tatort: Unvergänglich" seinen beiden Kult-Ermittlern bereitet: Der komplexe und spannende Fall enthält viele überraschende Wendungen, aber auch ein bisschen Humor und natürlich eine große Portion Nostalgie. Auf der Suche nach einem Textmarker etwa findet Leitmayr in seiner Schreibtischschublade einen Stapel alter Fotos, Szenenbilder aus vergangenen Fällen, auf denen neben den noch nicht ergrauten Kommissaren auch ihre inzwischen ausgestiegenen Kollegen Robert Joseph Bartl als der im 98. "Tatort: Zugzwang" vergiftete Rechtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher sowie Michael Fitz als der langjährige Assistent Carlo Menzinger zu sehen sind: "Wie es dem wohl geht in Thailand?", fragt sich Leitmayr in einem Anflug von Wehmut.

Wie viel der Münchner "Tatort" als Marke in der bayerischen Fernsehlandschaft bedeutet, lässt sich unterdessen nicht zuletzt an den zahlreichen Gastdarstellerinnen und -darstellern ablesen: Neben Lisa Wagner und Eva Karl Faltermeier ist im ersten Film des Zweiteilers Johanna Bittenbinder in einer kleinen Rolle als Zeugin zu sehen. In der Fortsetzung "Tatort: Unvergänglich (2)" am Ostermontag treten unter anderem Maximilian Schafroth und Max Schmidt in Nebenrollen auf.

So geht es mit dem Münchner "Tatort" weiter

Mit 100 Filmen sind Batic und Leitmayr nun die offiziellen Rekordhalter im "Tatort"-Universum. Und auch wenn Fans der Abschied sicher schwerfällt, für die Hauptdarsteller Nemec und Wachtveitl war es die richtige Entscheidung, wie sie in der Dokumentation "Batic und Leitmayr – Die Zwei vom Tatort sagen Servus" (Montag, 6. April, 21.45 Uhr, im Ersten, sowie ab 20.15 Uhr in der ARD Mediathek) betonen: "Letztlich ist der Tatort ja auch ein realistisches Genre", erklärt der 67-jährige Wachtveitl hier: "Und Leute in unserem Alter würden da im harten Einsatz nicht mehr über Zäune springen und sich Schlägereien liefern."

Mit dem Münchner "Tatort" wird es sowieso weitergehen: Ferdinand Hofer, der seit dem 67. Münchner "Tatort: Am Ende des Flurs" (2014) die Rolle von Kriminaloberkommissar Kalli Hammermann spielt, wird in dieser Rolle weiterermitteln. Demnächst dann mit einem neuen Partner an seiner Seite: Carlo Ljubek übernimmt die Rolle von Kriminalhauptkommissar Nikola Buvak. Ein erster Film unter dem Arbeitstitel "Zwischenwelten" ist bereits abgedreht und soll noch 2026 zu sehen sein. Ein zweiter Film unter dem Arbeitstitel "Der sichere Tod" spielt auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) und sorgte durch seine Dreharbeiten am Rande der echten MSC 2026 Anfang des Jahres für lokale Schlagzeilen.

Einen Ausflug in die Vergangenheit bietet derweil das BR Fernsehen mit einer Auswahl der besten Filme mit Batic und Leitmayr: Am Dienstag, 31. März, um 20.15 Uhr, läuft mit "Tatort: Die Wahrheit" der letzte Fall mit Lisa Wagner als Christine Lerch und danach "Tatort: Animals" (22 Uhr), der erste Fall von Batic und Leitmayr aus dem Jahr 1991 in restaurierter Fassung. Am Samstag, 11. April, zeigt der Sender ab 20.15 Uhr, die "Tatort"-Folgen "Das Glockenbachgeheimnis" (1999), "Norbert" (1999) und "Wolf im Schafspelz" (2002), ebenfalls in restaurierter Fassung.

Tatort: Unvergänglich – So. 05.04. – ARD: 20.15 Uhr

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