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Verräterische Säfte: Blut und Hirnwasser

Zusätzliche Untersuchungen von Körperflüssigkeiten sind nur im Zweifelsfall nötig. Im Labor können sie auf bestimmte Inhaltsstoffe hin getestet werden. Anhand der Laborwerte erkennt der Arzt, ob Infektionen oder andere Krankheiten schuld an Ihren Kopfschmerzen sind.

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Im Blut finden sich vielleicht Hinweise auf kranke Organe oder auf Entzündungen© Philipp Gülland

Bei jeder Blutbestimmung wird normalerweise ein sogenanntes kleines Blutbild angefertigt. Dabei werden die Werte der einzelnen Bestandteile des Blutes ermittelt. Dazu gehören rote und weiße Blutzellen sowie Blutplättchen und der rote Blutfarbstoff Hämoglobin.

Außerdem kann das Blutbild Auskunft geben über den pH-Wert, die Harnsäure, Enzyme, Spurenelemente, Bluttfette, Proteine, Hormone. Zu hohe oder zu niedrige Werte können auf Störungen verschiedener Organe hinweisen. Auch Entzündungen im Körper werden durch das Blut angezeigt.

Zur Bestimmung Ihrer Blutwerte nimmt der Arzt Ihnen normalerweise aus einer Arm-Vene Blut ab und schickt es in fest verschlossenen Röhrchen in ein Labor. Eine Blutuntersuchung ist sinnvoll, wenn als Ursache für Ihre Kopfschmerzen folgende Erkrankungen in Frage kommen:

  • Entzündungen von Blutgefäßen im Kopfbereich oder andere Entzündungen,
  • seltene Systemerkrankungen,
  • Schädigungen der inneren Organe durch Schmerzmittel-Übergebrauch.

Infektionen verraten sich in der Hirnwasser-Untersuchung

Eine Untersuchung des Hirnwassers kann Hinweise auf Blutungen, Entzündungen und Tumore liefern. Der Arzt nimmt mit einer Nadel aus dem Wirbelkanal etwas Nervenwasser ab. lm Labor können nun die einzelnen Werte bestimmt werden, zum Beispiel der Zucker- und Eiweißgehalt, der Laktatwert, Antikörper, die gesamte Anzahl der Zellen, bestimmte Erreger wie Viren und Bakterien.

Sinnvoll ist eine Hirnwasser-Untersuchung, wenn der Verdacht auf folgende Krankheiten besteht:

  • Kopfschmerzen durch Hirnhautentzündung (Meningitis),
  • Entzündung des Gehirns (Enzephalitis),
  • Blutungen im Bereich der Hirnhäute,
  • seltene Infektionen des Gehirns,
  • durch Zeckenbiss verursachte Borreliose, die das Nervensystem befallen hat,
  • seltene Systemerkrankungen.

Bei Epilepsie-Verdacht hilft das Elektro-Enzephalogramm

Bei bestimmten Gehirnerkrankungen ist die elektrische Hirnaktivität gestört. Durch ein Elektroenzephalogramm (EEG) kann die elektrische Tätigkeit des Gehirns dargestellt werden. Dazu werden an bestimmten Stellen des Kopfes Elektroden angebracht, kleine Plättchen, die über Kabel mit dem Registriergerät verbunden sind. Das Registriergerät misst die Hirnströme und zeichnet sie auf.

Sinnvoll ist ein EEG bei Verdacht auf folgende Erkrankungen:

Die Elektro-Myographie erkennt Muskelprobleme

Eine Elektro-Myographie (EMG) zeichnet auf, wie angespannt Muskeln sind. Eine erhöhte EMG-Aktivität kann auf übermäßig aktive Muskeln hinweisen, die zum Beispiel für Spannungs-Kopfschmerzen verantwortlich sein könnten. Bei dieser Untersuchung sticht der Arzt entweder nadelartige Elektroden in die Muskeln hinein. Oder er legt über dem entsprechenden Muskel Elektroden auf der Haut an, um die Ströme aus dem Muskelgewebe ableiten zu können. Die Impulse aus den Muskeln werden anschließend verstärkt und in sichtbare oder hörbare Signale umgewandelt. Diese können aufgezeichnet werden.

Die Untersuchung wird allerdings heute bei Kopfschmerzen nicht mehr gemacht. Denn es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass Spannungs-Kopfschmerzen mit erhöhter EMG-Aktivität einhergehen.

Cluster-Kopfschmerzen entdeckt der Nitroglyzerin-Test

Der Wirkstoff Nitroglyzerin ist dafür bekannt, Cluster-Kopfschmerzen auslösen zu können. Wenn der Arzt schon vermutet, dass Sie darunter leiden, aber nicht sicher ist, kann ein Test möglicherweise die Zweifel beseitigen. Allerdings darf der Betroffene in den acht Stunden davor keine Attacken gehabt haben, keine vorbeugenden Medikamente und in den letzten 24 Stunden keine Substanzen eingenommen haben, die die Gefäße verengen.

Um den Test zu machen, zerkauen Sie eine kleine Kapsel oder Sie atmen ein Spray mit einem Milligramm Nitroglyzerin ein. Löst dies innerhalb von 30 bis 60 Minuten Beschwerden aus, die den sonstigen Kopfschmerzen entsprechen, spricht das dafür, dass Sie tatsächlich unter Cluster-Kopfschmerzen leiden. Der Test wird unter Aufsicht gemacht.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Diagnose-Methoden:

Wolfgang Schillings

 
 
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