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Afrika Cup
Afrika Cup
Ägypten holt den Titel-Hattrick

Riesenjubel in Ägypten: Durch einen 1:0-Sieg gegen Deutschlands WM-Gegner Ghana gewannen die Nordafrikaner zum dritten Mal in Folge den Afrika Cup. Bis kurz vor Schluss passierte im Finale allerdings nicht viel - dann wechselte Ägypten seinen Top-Torjäger ein.

Sperre für Nationalmannschaft Togos
Sperre für Nationalmannschaft Togos
"Afrika-Föderation zerstört uns"

Wut und Fassungslosigkeit in Togo: Die Fußball-Nationalmannschaft des westafrikanischen Landes wurde für die nächsten beiden Afrika-Meisterschaften gesperrt, weil das Team nach dem tödlichen Anschlag in Angola auf Anordnung der togolesischen Regierung vom Turnier abgereist war.

Café au lait
Blog "Café au lait"
Zu richtigen Rugby-Women...

... sind Karine und ich heute geworden. Dabei zählten wir 80 Minuten zuvor noch zur Art der Rugby-Muffel... "Kennst Du die Regeln ?" fragt mich Karine, als wir in Richtung Stade de France laufen. "Öhh..." sage ich nur und Karine und ihr Freund Nicolas lachen. "Na, das kann ja heiter werden", meint er und zwinkert mir zu. Um uns herum: ein bunter Strauß an Rugby -Fanatikern, deren Zugehörigkeit generell nicht zu verkennen ist... ...auch wenn Manche dann doch auf Nummer sicher gehen will, dass er nicht dem falschen Team zugeordnet wird... (man achte auf das Baguette unter dem Arm...) Gemeinsam mit uns drängen sich all diese Fans in die zum Glück überdachten Zuschauerränge des Stadions. Relativ schnell lassen Karine, Nicolas und ich uns von der guten Stimmung im Stadion mitreißen, singen brav " Allez Les Bleus " und die Marseillaise mit. Oder eher gesagt, ich singe die ersten drei Worte der Nationalhymne mit - dann gucke ich zu, wie die Französken um mich rum voller Inbrunst das doch leicht blutige Lied vor sich hin schmettern und bei den Worten "Aux Armes, citoyens!" (Zu den Waffen, Bürger!) begeistert die Fäuste in die Luft werfen. Es geht los und der Ball fliegt übers Spielfeld. Doch genauso abrupt wie es angefangen hat, kommt das Spiel nach nur zwei Minuten auch schon wieder zum scheinbaren Stillstand. Einer der Bleus (französischen Spieler) hat sich den Ball unter den Arm geklemmt, aber anstatt in Richtung gegnerisches Tor zu laufen, liegt er nun flach auf dem Rasen . Und auf ihm drauf die Hälfte der irischen Spieler . Von hier oben sieht es aus, als könnte das länger dauern - sehr viel scheint sich in dem Menschenberg nicht zu tun. "Ich habe einmal ein Baseball-Spiel in den USA gesehen", sagt mir da Karine ins Ohr, "mein Gott, war das langweilig...." Das Menschenknäuel auf dem Spielfeld liegt immer noch still. Die restlichen französischen und irischen Spieler stehen drum herum, die Arme in die Hüften gestemmt. Dann fliegt er plötzlich wieder, der Ball, und ein anderer der Blauen düst in Richtung gegnerische Pfähle. Jedenfalls für etwa fünf Sekunden. Dann wiederholt sich die Szene von eben - wenn auch diesmal mit anderen Protagonisten. Nach der dritten dieser Balgereien kommt das Ärzte-Team auf das Feld gerannt und verarztet die erste Platzwunde unter einem irischen Auge. "Ich versteh' das nicht", meine ich zu Karine, "wieso macht man sonen Sport - wo es einfach nur ums Prügeln geht?" "Naja", versucht sie zu erklären, "vielleicht geht es um das Teamgefühl..." "Aber da spiel ich doch lieber Fußball, wo nicht ständig einer auf einen einprügelt!" "Ja", sagt sie und zuckt ratlos mit den Schultern. Unten auf dem Spielfeld macht Irland Punkt um Punkt. Um uns herum häufen sich die Buh-Rufe. Mein Blick fällt auf die Dutzenden von Aufpassern, die um das Spielfeld herum sitzen. Sie sollen wohl Flitzern und Schlimmerem vorbeugen. Die Armen, denke ich nur, da sind sie schon beim Spiel dabei und müssen doch in die falsche Richtung gucken... In dem Moment werde ich abrupt aus meinem Gedankengang herausgerissen: Die Frankreich-Fans um mich herum springen in die Höhe und johlen - allen voraus Karine! Die Bleus haben endlich mal ein paar Pünktchen gemacht... Doch nach dem Lichtblick kommt die lange Durststrecke, an dessen Ende die Irländer mit mehr als 10 Punkten führen. Erst nach der Pause gehts endlich bergauf: Die Französken rennen, werden umgerannt, stehen auf, werden getackelt, tackeln, punkten. Bei jedem noch so kleinen Sieg jubeln Karine, Nicolas und ich. Unsere Schreie werden immer lauter - auch wenn Karine und ich teilweise kurz nachfragen müssen, was genau passiert ist und warum wir eigentlich gerade jubeln... Auf einmal höre ich Karine neben mir quieken und als ich ihrem Blick folge, sehe ich drei Mitglieder des Frankreich-Teams beim Aufwärmen: zwei von ihnen rennen abwechselnd gegen ein rotes Lederpolster, das ein Dritter hält. Bei jedem Aufprall quiekt es wieder rechts von mir, und Karine hüpft vor Freude auf ihrem Platz hoch und runter. Kurze Zeit später erwische ich mich dabei, wie ich, gemeinsam mit Karine, laut röhre als die Bleus wieder einmal einen Meter weiter in Richtung des gegnerischen Tors kommen. Dann setzen wir zwei Grazien uns hin, tackeln uns gegenseitig mit den Schultern und grunzen kurz. Nicolas, der rechts neben Karine sitzt, guckt uns mit großen Augen an und stutzt. Dann wirft er den Kopf zurück und lacht laut. Als wenig später einer der Irländer zu Boden geht und erst einmal liegen bleibt (er steht nach einigen Minuten wieder auf, scheinbar unversehrt), springt Karine in die Höhe und ruft "genau, zeigts Ihnen!". Diesmal lachen Nicolas und ich gemeinsam. In der 79. Minute steht es 17 zu 17 und Nicolas meint: "Lass uns jetzt schon einmal gehen, dann erwischen wir den RER (Vorstadtzug) vor den Menschenmassen." Also hüpfen wir schnell von der Bühne und in Richtung Haltestelle. Als wir in den Zug einsteigen, liest Nicolas von seinem Smartphone laut das Endergebnis vor: Gleichstand. "Allez les Bleus" singe ich leise und lasse mich auf meinem Sitz nieder, mit einem Lächeln auf den Lippen... L.

Café au lait
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Leute kennenzulernen...

...finden manche in Paris ja sehr schwierig. Das kann ich von mir nicht behaupten. Leicht verschlafen laufe ich über den Metro -Bahnsteig. Es ist kalt in Paris und seit Tagen ist meine Nase verstopft. Deswegen macht es mir an diesem Morgen auch nichts aus, auf einem der orangenen Plastiksitze Platz zu nehmen. Gegen den unangenehmen Geruch, der sie gewöhnlich umweht, bin ich heute ja schließlich immun. „Hey“, krächzt es da von links. Mein Kopf über meinem dicken Wollschal dreht sich in Richtung des Sitzes neben mir. „How are you?“, sagt von dort ein dunkelhaariger Mitt-Dreißiger und grinst mich an. Die halben Zähne in seinem Mund sind ganz schwarz von ich-weiß-nicht-was-und-will-es-auch-gar-nicht-wissen. „Mir geht’s gut“, sage ich auf Englisch und lächele höflich zurück. „Ich kann Dich riechen“, sagt er und – oh, nein – grinst wieder. „Hmm“, nicke ich nur und nehme es mal als Kompliment. „Was machst Du beruflich?“, fragt es da wieder von links. Ich antworte, dass ich Journalistin bin. „Und was machst Du?“ frage ich zurück. Ich zeige auf den Gitarrenkasten neben ihm auf dem Boden und frage: „Bist Du Musiker?“ „Äh, darüber kann ich nicht sprechen“, flüstert er. Und dann: „Ich bin nur ein paar Wochen hier, auf einer Mission...“ Dann guckt er schnell nach links und rechts über den Bahnsteig. Als ob ihn jemand beschatten würde. Ich folge seinem Blick zu einem Teenager, der leicht entnervt auf seinem Smart-Phone herumdrückt. Am anderen Ende des Bahnsteigs stützt sich eine Oma auf ihren Stock. „Ich bin aus den USA “, fügt er hinzu. Dann greift er in den Trolley-Koffer zu seinen Füßen und holt eine 0,5-Liter-Bierdose heraus. Sie zischt leise, als er sie öffnet. Er nimmt einen Schluck und setzt die Dose auf dem Boden ab. Dann zündet er sich eine Zigarette an. „Aber Gitarre spielst Du doch auch“, bohre ich nach, nun neugierig geworden. Vor uns fährt quietschend die Metro in die Haltestelle ein. Der junge Mann ringt einige Sekunden mit einer Antwort. Ich stehe auf und laufe langsam auf die sich öffnenden Türen zu. Da wird er ganz hektisch und ruft: „Kann ich mitkommen? Kannst Du kurz warten?“ Und er zeigt auf seine Zigarette. „Nee“, meine ich, „ich muss doch zur Arbeit.“ Dann hüpfe ich in die Metro. Als die Bahn abfährt, lächele ich ihm kurz zu. Er winkt zum Abschied. L.

Ägpyten reagiert auf Massaker von Port Said
Ägpyten reagiert auf Massaker von Port Said
Funktionäre müssen für Blutbad büßen

Während das ägyptische Volk die Schuldfrage für die Krawalle von Port Said diskutiert, hat die Regierung reagiert: Sie setzte den Gouverneur und die Führung des Fußballverbandes ab.

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Das mit der Regelhörigkeit...

...nehmen Deutsche – jedenfalls zuhause gebliebene - ja besonders ernst. Immer. Anders als ausgewanderte Deutsche, die sich schon eher einmal den Regeln ihrer Wahlheimat anpassen. Dachte ich. Bis ich neulich eines Besseres belehrt wurde. Mit froher Erwartung stehe ich auf meiner Weihnachtsmarkt -Reise in die Heimat an einem Schalter in einem hier einmal anonym bleibenden deutschen Bahnhof. „Das Sparticket gilt genau für zwei Stunden“, sagt die Dame mir gegenüber leicht schwerfällig. „Für Ihren Zug reicht das aber nicht – der braucht nämlich zwei Stunden und eine Minute.“ Ungläubig schaue ich sie an, verzweifelt von der deutschen Regelhörigkeit, runzle die Augenbrauen und setze zur Motztirade à la Française an. Weiter als „Also, das können Sie doch nicht ernst...“ komme ich dabei aber nicht. Dann unterbricht mich meine Kundenberaterin, schüttelt energisch den Kopf mit der schwarzgefärbten Kurzhaarfrisur – nur an einer Seite sind einige Strähnen in leuchtendem Lila gefärbt. „Jetzt warten sie doch mal, ich war doch noch gar nicht fertig...“, meint sie. Und schweigt. Gefühlte Stunden später setzt sie wieder an. „Wir haben gehört, dass die Schaffner sich einen Spaß daraus machen, genau auf dem letzten Teilstück noch einmal zu kontrollieren.“ „Oh“, sage ich, „naja, dann kaufe ich eben das reguläre Ticket...“ Wieder energisches Kopfschütteln. „Das kostet 28 anstelle von 13 Euro“, entgegnet sie. „Das ist ja schon ein großer Unterschied.“ „Aber Sie haben doch gerade gesagt ...“ „Jetzt warten Sie doch mal.“ Wieder Schweigen. Und Augenbrauen-Runzeln. „Sie könnten dem Schaffner auch einfach sagen, sie würden eine Station vorher aussteigen. Das kommt dann genau hin von der Zeit her. Von mir haben Sie das aber nicht gehört...“ „Aber ich dachte, der Schaffner kontrolliert gerne mal auf dem letzten Teilstück...“, sage ich wieder. „15 Euro sind ja schon viel“, wiederholt sie. Und fügt hinzu: „Sie könnten sich auch schlafen stellen. Oder sagen, sie hätten den Halt verpasst. Aber das alles hab ich Ihnen nicht gesagt.“ „Nee“, meine ich, „ich nehme dann mal das teurere Ticket.“ So schnell wird man wieder deutsch. „Das müssen Sie schon selbst wissen“, sagt die Frau, tut aber nichts. Sie guckt mich nur erwartend an. „15 Euro sind ja schon viel Geld“, meint sie wieder. Die Finger liegen still auf dem Schreibtisch vor ihr. In Richtung Tastatur bewegt sich da nix. Mit zur Seite geneigtem Kopf guckt sie mich an. Ihre Kugelohrringe tänzeln leicht hin und her. Ganz verdattert gucke ich sie an. Naja, irgendwie ist es ja lächerlich , säuselt der Betzelbub auf meiner rechten Schulter, es ist doch nur eine Minute länger als erlaubt . Aber wenn Du erwischt wirst, musst Du 40 Euro zahlen , sagt das zweite Teufelchen , diesmal von der linken Schulter. „Na gut, dann nehme ich jetzt das günstige Ticket“, bringe ich schließlich heraus. Zustimmend nickend dreht sich die Dame in Richtung Computer und rund 45 Minuten später ruckelt mein Zug langsam aus dem Bahnhof heraus. Ich steige an der Station XXX aus , wiederhole ich lautlos vor mir selbst, fühle mich halb als Verbrecherin im Land der schier, aber nur schier ungebrochenen Regeln... „Fahrschein bitte“, tönt es eine halbe Stunde später durch meinen Waggon. Doch nicht ich ziehe die Aufmerksam des Schaffners auf mich: „Das ist aber nicht das richtige Ticket – das ist für die falsche Richtung“, sagt er zu einem 16-jährigen Mädel auf der Sitzreihe gegenüber von mir. „Ach echt?“ säuselt sie mit unschuldigem Engelsblick . „Dabei habe ich extra nachgefragt...“ „Wo sind sie denn eingestiegen?“ „An der Station XX“, sagt sie. „Stimmt ja gar nicht“, tönt es da von gegenüber von ihr. Ein Mann in grauem Anzug, mit schwarz-umrandeter Brille und rotem Schal greift in das Gespräch ein. „Sie sind doch schon eine Station früher eingestiegen!“ „Und da galt ihr Ticket noch auf keinen Fall“, ergänzt der Schaffner und fügt hinzu: „Lügen wollen wir hier ja mal nicht.“ Dann nimmt er die Daten das Mädels auf. Und die von ihrem Freund, der ebenfalls das Schummel-Ticket gekauft hat. „Weiß gar nicht, was Sie das wohl angeht“, knurrt der dem Spielverderber zu. „Natürlich geht mich das was an!“ schießt der empört zurück. „Aber Sie hat doch keiner gefragt!“ „Mir ist egal, ob mich jemand fragt oder nicht – meine Meinung tue ich trotzdem kund! Schließlich bin ich deutscher Steuerzahler und da möchte ich, dass auch jeder für sein Ticket zahlt.“ „Der Herr hat schon Recht“, unterstützt ihn der Schaffner. „Sie werden hier öffentlich befördert und Andere zahlen dafür. Wenn Sie keine Fahrkarte kaufen, nennt sich das Erschleichen einer öffentlichen Dienstleistung .“ Sagts und kontrolliert meine Fahrkarte. Ohne Kommentar. Die zwei Teufelchen auf meinen Schultern jubeln lautlos. Doch richtig aufatmen kann ich erst, als ich genau zwei Stunden und eine Minute nach Abfahrt an meinem Reiseziel ankomme und auf den rettenden Bahnsteig springe. L.

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In einer richtigen Jetsetter-Bar...

...haben wir gestern die nicht vorhandene Tanzfläche gerockt. Und sind dabei selbst zu Jetsettern geworden. Fast. Es ist schon tiefster Winter in der Bar Charlie Birdy Boétie : Von der Decke hängen in Wellen weiße Tücher, darin schweben weiße Luftballons. Auf dem Boden der rosa-schwarz dekorierten Kneipe sind glitzernde Kunststoffschneeflocken verteilt. Einer der Kellner trägt passend dazu Skihose, -mütze und –brille. Der DJ hat sich lediglich für Schneejacke und –mütze entschieden. Auch wenn dem Rest der Anwesenden schon im T-Shirt zu warm ist – zumindest gilt das für mich. Das Ambiente wird im Internet als „Mischung aus britischem Gentlemen-Klub im Kolonialstil und New Yorker Bar im Penthouse-Stil“ beschrieben. Mich erinnert das Ganze eher an eine dieser angesagten Discos im Zentrum Londons, in denen der Großteil der Mädels Rock durch Gürtel ersetzt. Mit einem Unterschied: die Madames tragen hier zweier solcher Gürtel - einen oben und einen unten. Eine ganze Reihe solcher Exemplare sitzen in meinem Rücken: 1,80m große Gazellen mit noch einmal mindestens sieben zusätzlichen Stiletto-Zentimetern. Allesamt sind sie unnatürlich braun für diese doch kalte Jahreszeit. Sie überragen bei weitem die Herren des Tisches, deren säuberlich rasierte Brust unter entweder weit aufgeknöpftem Hemd oder tief ausgeschnittenem T-Shirt hervorschimmert. Sie ist geschmückt von mehr oder weniger dicken Goldketten. Die Haare auf dem Kopf sind entweder abrasiert oder mithilfe von anderthalb Tuben Gel in geschmeidigen Wellen nach hinten gekämmt. Was wir in diesem Laden machen, fragen sich wohl nicht nur die Jetsetter hinter uns. Unser Tisch voller hauptsächlich libanesischer Zottel ist da, um Ranas und Ellies Geburtstag zu feiern. „Hier kann man sowohl essen, als auch danach tanzen“, stand in der Einladung. Und so ist das ja auch – selbst wenn es leicht an einer Tanzfläche mangelt. Die Superstars hinter mir scheint das nicht zu stören. Immer wenn das Lied „ Happy Birthday to you “ ertönt, springen die Amazonen kreischend auf, werfen ihre Arme in die Luft und wackeln mit den in wenig Stoff gehüllten Hintern. Die Monsieurs der Schöpfung schmeißen sich dann an sie, umfassen sie fest und wackeln mit ihnen. Ihr Mund ist dabei verdächtig nahe am Hals der jungen Göttinnen – weiter hoch reichen sie ja nicht. 30 Sekunden später ist das Spektakel wieder vorbei und sowohl Gazellen als auch Goldkettchen-Gnome sitzen brav auf ihren Stühlen und gucken süffisant oder gelangweilt vor sich hin. Wir indes spielen erfreut mit den Luftballons, die immer wieder den weißen Tüchern entfleuchen. Antoine neben mir versucht krampfhaft, mich mit seinem Deutsch zu beeindrucken – zum Beispiel mit Sätzen wie „Welche Farbe haben meine Schuhe?“ oder auch „Ich bin Ingenieur und möchte deutsch lernen“. Beim Dessert dreht das Charlie-Birdy-Boétie-Team auch für Rana und Ellie das Geburtstagslied auf und voller Freude hüpfen wir auf unseren Stühlen auf und ab. Die Geburtsamazone im Hintergrund (denn eine von ihnen feiert an diesem Abend Geburtstag, wie auch ich inzwischen mitbekommen habe) kreischt wild, als sie eines nach dem anderen ihre Geschenke auspackt. Quiekend hält sie schwarze Lederhandtasche nach schwarzen Stiefeln in die Höhe, hüpft dabei zehn Sekunden an Ort und Stelle hoch und runter und geht dann zum nächsten Geschenk über. Wir haben inzwischen auch Geburtstagskuchen und Digestif hinter uns gebracht und warten auf den Anpfiff zum Tanz. Als der nicht kommt, springe ich irgendwann auf, reiße zwei der anderen Zottel mit mir in Richtung der kleinen freien Fläche zwischen den Tischen und wild juckeln wir zu Technomusik zwischen den Gästen hin und her. Viel Spaß haben wir dabei, ignorieren die leicht peinlich angerührten Blicke der anderen Anwesenden – was auch einige der anderen Zottel mit einschließt. Und doch: Ein paar der Trendsetter stimmen schließlich ein in unseren Zottel-Tanz. Selbst wenn sie an unsere Lässigkeit dabei natürlich nicht heranreichen... L.

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Silent Disco,...

...also stille Disko, ist ein Konzept, dass sich immer mehr im kleinen Frankreich verbreitet. Dabei hören nur die Tänzer selbst die Musik - über Kopfhörer. Die Nachbarn... ...werden nicht gestört. Wie neulich im Grand Palais in Paris . Hier klicken, um Video anzusehen. (Leider mit kleinen Übergangsproblemen und einem Fehler am Ende - sorry, aber konnte es beim besten Willen nicht besser zum Laufen kriegen...) L.

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Den künftigen Queen-Sänger...

...habe ich heute, wider Erwarten, in einem Park im Londoner Soho-Bezirk kennengelernt. Zumindest sieht der neue Freddie selbst das so. "Magst Du Queen ?" fragt mich der junge Mann, der neben mir auf der Parkbank sitzt. Überrascht schaue ich zu ihm hinüber. Ich bin gerade für ein paar Tage in London und lerne tagsüber meinen neuen Arbeitgeber besser kennen (das Unternehmen, nicht den Chef). Nur durch Zufall bin ich heute Abend, nach der Arbeit, am Soho Square vorbeigekommen und habe gesehen, dass es hier wohl gerade Live-Musik gibt. Aus dem Lauschen hat mich seine Frage jäh herausgerissen. "Äh, ja...", antworte ich. "Wieso?" Da guckt er mich mit leuchtenden Augen und überzeugtem Grinsen an und sagt: "Ich bin der neue Queen-Sänger!" "Der neue Queen-Sänger?" Ich runzele leicht zweifelnd die Augenbrauen. "Naja, also - der künftige Queen-Sänger!" "Aha...", meine ich und frage: "Ja...äh...bist Du denn schon in Kontakt mit denen?" "In Kontakt?", sagt er. "Inwiefern?" "Naja, wissen die schon etwas von ihrem Glück?" Er rutscht leicht unbehaglich auf der Parkbank herum. "Nein, aber bald", sagt er und nickt, plötzlich wieder scheinbar völlig von seiner Sache überzeugt. Dann fügt er schnell hinzu: "Hier, hör mal!" Er hält mir seine Kopfhörer hin. Dann lausche ich einem seiner Queen-Remakes: Breakthru . "Hmm, jaa...", sage ich. "Gut hört sich das ja schon an, aber ganz so wie Freddie dann doch nicht..." "Echt, findest Du nicht?", fragt er. Ich mache nur eine zweifelnde Handbewegung. "Aber meinst Du, ich kann es schaffen? Kann ich damit Erfolg haben?" "Also, ich finds gut - aber ein Musikexperte bin ich nicht", sage ich. "Wie willst Du denn an die rankommen?" "Naja, also Bryan spielt manchmal hier in der Gegend", antwortet er. "Jetzt muss ich mir nur noch etwas Besonderes einfallen lassen - damit er auch mein Demotape anhört. Irgendne tolle Performance oder so..." "Aha", meine ich und stelle mir das gerade bildlich vor. Dann springt Mister künftiger Superstar plötzlicher von unserer gemeinsamen Parkbank auf und streckt mir seine Hand entgegen. "Ich muss gehen", sagt er. Leicht verdutzt schüttele ich die und frage noch schnell: "Wie heißt Du denn eigentlich?" "Eugene", sagt er und fügt hinzu: "Aber - im Internet findest Du mich unter Mister Fahrenheit ." Und er ist weg. L.

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Die Hochzeit meiner besten Freundin...

...war perfekt vorbereitet. Bis auf ein kleines Details: mich, ihre Katastrophen-Trauzeugin. Schuld bin ja eigentlich nicht ich, sondern das hier: Eine für meine Freundin völlig gewöhnliche Szene am Küchentisch: Pü, alias Sophie, was Connys und Philipps rund einjährige Tochter ist, verweigert die Nahrungsaufnahme. Die 30 Minuten Gejammer und Geweine zuvor - da hungrig - sind schier vergessen. Voller Inbrunst presst das kleine Persönchen nun die Lippen zusammen und schüttelt den Kopf. Erst als Philipp und ich abwechselnd auf unseren Stühlen hoch und runter hüpfen, Grimassen schneiden , "Huhu" schreien und ähnliche, nicht ganz unserem Alter angemessene Kunststücke aufführen, entspannt sich das Wonneproppen -Kind. Für einige Sekunden starrt es uns staunend an - natürlich ein Ausdruck stummen Beifalls und Bewunderung und keinesfalls eine "Was um Himmels willen sind denn das für Clowns?"-Miene... Wie auch immer, Pü öffnet kurz den Mund, gerade lang genug, damit Conny mit einem lauten "Hmmmm" den Löffel Möhrenbrei mit Huhn hineinschieben kann. So geht das gefühlte 30 TAGE lang, bis Frau Pü endgültig den Brei verweigert und aus dem schwarz-weiß karierten Kinderstuhl gehoben wird. Philipp trägt sie eine Zeit lang durch die Wohnung, dann müssen Conny und Philipp plötzlich noch mal eben etwas durchsprechen und drücken mir das Ümmelpü auf den Arm. Leicht hilflos trage ich es in der Küche hin und her, tröte dann die nächsten 20 Minuten fröhlich " Iaaaa ", " Quaaak " und " Wihii " vor mich hin, bis mein neues Lieblings-Baby endgültig das Interesse an mir und den Tierbildern vor uns verliert, ein ohrenbetäubendes "Mamaaaa" von sich gibt und losweint. Am Ende des Tages liege ich erschöpft auf der Couch, mein Bett für diese vorletzte Nacht vor der Hochzeit, bevor die Braut und ich in eine Hotelsuite umziehen. Mit dem Bräutigam wird die Braut erst am Tag der Zeremonie wieder vereint. Und als ich so da liege, verspüre ich ein leichtes Ziehen im Rücken... Ich denke mir nur: "Normal, schließlich habe ich den ganzen Tag lang - ungewohnten - Sport mit Pü gemacht" und entschlummere sanft. Doch am nächsten Morgen sind die Schmerzen nicht weg, sondern werden stärker und stärker. Abends lege ich mich früh ins Bett, nehme zwei Dolipran und versuche, zu entschlummern. Doch so richtig funktioniert nicht, und als Conny gegen zwölf mit ihrer Cousine Ute reinkommt, ist aus dem leichten Stechen ein brennender Schmerz geworden. Ich humpele auf die beiden zu und frage Conny mit schmerzverzerrtem Blick, ob sie wohl noch eine Dolipran hat. Da greift Ute (eine gelernte Pharmazeutin) meine Hand, guckt mich mitfühlend an und meint, "Lisa, ich glaub, Du hast einen Hexenschuss oder sowas". Kurze Zeit später liege ich mit sich zusammenkrampfenden Rückenmuskeln auf dem Boden. Meine Beine sind auf dem Bett abgestützt, die Braut hält mit besorgtem Blick meine Hand. Ute ruft einen Krankenwagen . Und während ich so vor mich hin vegetiere, bricht Conny auf einmal in Lachen aus. "Sorry", meint sie und auch ich muss lachen - was die Schmerzen in meinem Rücken zunächst verzehnfacht und dann leicht abschwächt (der Entspannungseffekt scheint den Krämpfen entgegenzuwirken). "Aber das ist einfach zu skurril - so hab ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt..." Wenige Minuten später kommen die Rettungsmänner durch die Tür. Einer von ihnen - jung und gutaussehend, doch gerade ein Einfamilienhaus bauend (wie ich später erfahre) und deswegen wohl doch kein potenzielles Opfer (wo kriegt die Bravo nur immer ihre Traum-Lovestories her? Eine bessere Vorlage als "Sie trafen sich bei einem (Nicht-)Bandscheibenvorfall vor der Hochzeit" gibt es ja wohl kaum...) - setzt sich auf die Bettkante und fragt besorgt "Na, was haben wir denn für Schmerzen?". Ich beschreibe es, während weitere Krampfblitze meinen Rücken durchfahren. Die zwei jungen Retter heben mich schwupps auf ihre Trage (die ich übrigens irrtümlicherweise immer wieder Bahre nenne). Als ich an der Rezeption vorbeigefahren werde, sieht das Personal hinter der Theke nur meinen rechten Arm unter dem Laken hervorwinken. Ich rufe kurz "Tschühüss" und es geht rein in meinen ersten (!) Rettungswagen, in dem selbst im Patienten-Teil Musik zu hören ist. Im Krankenhaus angekommen, erlebe ich allerdings den Zahnarzt-Effekt : Die vorher höllischen Schmerzen sind so gut wie abgeebbt, ich kann wieder laufen, Bandscheibenvorfall - und Nierencholikdiagnose sind negativ. So dass irgendwann, gegen halb drei Uhr morgens - Ute hat übrigens die ganze Zeit über tapfer die Stellung gehalten - der gutaussehende, junge Chirurg durch die Tür gerauscht kommt und sagt: "Frau Louis, Sie sind ein so unauffälliger Patient. Wir können nun wirklich nichts mehr für Sie tun." Dann drückt er mir Schmerztabletten und ein muskellösendes Mittel in die Hand und eh ichs mich verseh, sagt er "Auf Wiedersehen", und Ute und ich, die ich noch immer im (wenigstens brandneuen) Schlafanzug bin, nehmen ein Taxi in Richtung Hotel. An Hotel-Rezeption angekommen frage ich kurz nach einem neuen Schlüssel - mit dem Satz "Ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, aber ich wurde hier eben auf einer Bahre..äh...Trage hinausgefahren - da hab ich doch glatt meine Zimmerkarte vergessen..." Oben treffen wir Conny, die selbst jetzt, um halb drei Uhr morgens, noch immer aufrecht im Bett sitzt. "Ich bin völlig durch den Wind", sagt sie und guckt uns mit müden Augen an. "Ich war sogar im Schlafanzug unten an der Bar ein Bier kaufen." Drei Stunden Schlaf für die Braut vor der Hochzeit - und alles wegen mir. Den schönsten Tag ihres Lebens hatte sich Conny irgendwie anders vorgestellt. Ich mir übrigens auch: nur die Schmerzmittel retten mich über den Tag. Selbst wenn ich abends ein noch besseres Mittel gegen Rückenschmerzen finde: tanzen. Das mache ich dann auch, gleich neben meiner Lieblings-Braut. Bis sechs Uhr morgens. L.

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