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"Verloren wie Männer" Warum Ex-BVB-Star Aubameyang Afrikas Fußballverband den Stinkefinger zeigte

Der Gabuner Pierre-Emerick Aubameyang im Trikot des FC Arsenal
Nach einer schlaflosen Nacht am Flughafen von Gambia schickte Pierre-Emerick Aubameyang einen wütenden Tweet an Afrikas Fußballverband CAF. 
© Kirsty Wigglesworth / Picture Alliance
Eine schlaflose Nacht am Flughafen in Gambia brachte Ex-BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang derart auf die Palme, dass er Afrikas Fußballverband via Twitter den Stinkefinger zeigte. Die Offiziellen reagierten spät und dünnhäutig.

Dass Pierre-Emerick Aubameyang gern und oft auf dicke Hose macht, wissen seine Fans und knapp zwei Millionen Follower auf Twitter. Regelmäßig postet der frühere Stürmer von Borussia Dortmund und aktuelle Arsenal-Profi Hochglanzbilder seines stattlichen privaten Fuhrparks. Und überhaupt gilt der Gabuner als einer, der gern auffällt, gern im Mittelpunkt steht. Bisweilen vergreift er sich dabei auch mal im Ton. So auch Mitte November rund um ein wichtiges Qualifikationsspiel für den nächsten Afrika-Cup in Gambia. Nun müssen der Verband seines Heimatlands, aber auch Gambia dafür bluten. 

Was war passiert?

Am Tag des Spiels im Independence Stadium von Bakau twitterte Aubameyang eine Foto-Collage, die ihn mit fünf Teamkollegen im Nationaltrikot Gabuns zeigt. Darüber schrieb der 31-Jährige übersetzt "Wir haben verloren wie Männer und mit Stolz. Danke, Panther" Darunter verlinkte er den Twitter-Account von Afrikas Fußballverband CAF und versah das Ganze mit einem Stinkefinger-Emoji. Auslöser für den emotionalen Ausbruch war offenbar die katastrophale Anreise seines Teams. Demnach verweigerte Gambia den Offiziellen und Spielern aus Gabun die Einreise, als sie kurz nach Mitternacht am Flughafen von Banjul eintrafen. Offizielle Begründung: Die Ergebnisse der Coronatests waren nicht rechtzeitig bei den Behörden eingetroffen. Aubameyang und sein Team verbrachten die Nacht also in der Flughafenhalle. Einige Spieler versuchten auf dem Boden zu schlafen. Erst gegen sechs Uhr morgens saß die Delegation aus Gabun im Mannschaftsbus. "Danke für die Extramotivation. Gambia", twitterte Aubameyang noch aus dem Bus. Das Team sei "bereit wie nie zuvor".

Afrikas Verband bestraft Gabun und Gambia

Das Spiel, das schon wenige Stunden später angepfiffen wurde, endete mit einem 2:1-Sieg für Gastgeber Gambia. Nach einem Doppelpack von Italien-Legionär Musa Barrow kamen die müden Gabuner kurz vor Schluss nur noch zum Anschlusstreffer. Und noch aus der Kabine ließ Gabuns Kapitän Aubameyang die Welt wissen, wer für ihn die Schuld an dieser Niederlage hat. Mehr als drei Wochen brauchte Afrikas Fußballverband, um auf das "beleidigende und erniedrigende Material" zu reagieren, das einer der besten Fußballer des Kontinents via Twitter verbreitete. Die Tweets hätten die "Ehre und das Image der Konföderation des afrikanischen Fußballs untergraben", urteilten die Offiziellen am Mittwoch. Dem Verband Gabuns brummten sie eine eher milde Geldstrafe von 10.000 US-Dollar auf. Gambia soll 100.000 Dollar zahlen – offenbar ein Denkzettel für das wenig gastfreundliche und unwürdige Verhalten der Gambier am Flughafen.

Aubameyangs Tweets wurde bisher knapp 24.000 Mal mit "Gefällt mir" markiert. In den mehreren hundert Kommentaren muss sich der Arsenal-Star aber auch Kritik und Häme gefallen lassen. So wird er unter anderem als "schlechter Verlierer" abgestempelt, der seinen Stolz wieder mit nach Hause nehmen soll. Andere geben Gabun die Schuld an dem Vorfall am Flughafen und werfen dem Verband vor, keinen Respekt vor den geltenden Coronaregeln zu haben. In den nächsten Wochen haben Spieler und Verbände Zeit, ihre Emotionen in den Griff zu bekommen. Denn Aubameyangs Gabun trifft erst am 22. März 2021 auf die Demokratische Republik Kongo.

Quelle: Twitter

js

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