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Bundesliga im stern-Check: Wer ist eigentlich dieser Aubameyang?

Beim BVB macht ein neuer Salto-Knipser den unrühmlichen Abgang des Pierre-Emerick Aubameyang vergessen, Marco Russ setzt den emotionalen Höhepunkt und die größte Aufregung findet abseits des Platzes statt. Das Bundesliga-Wochenende im stern-Check.

Bundesliga: Michy Batshuayi macht das gesamte Wechseltheater um Pierre-Emerick Aubameyang beim BVB vergessen

Keine Anlaufschwierigkeiten in der Bundesliga : Michy Batshuayi macht das gesamte Wechseltheater um Pierre-Emerick Aubameyang beim BVB vergessen

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So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Gewinner des Spieltags

Der BVB gewinnt zum zweiten Mal in Folge und schiebt sich wieder auf einen direkten Champions-League-Platz. Viel wichtiger aber: Dem unschön nach London abgewanderten Pierre-Emerick Aubameyang müssen sie in Dortmund keine Träne mehr nachweinen. Leihgabe Michy Batshuayi ersetzt ihn prächtig. Drei Tore in seinen ersten zwei Spielen, dazu ein Assist. Seit er da ist, gewinnt der BVB wieder. Salti kann der Belgier auch noch schlagen, sogar mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad rückwärts. Weiterer Balsam auf die Dortmunder Fan-Seele: Marco Reus stand erstmals nach 259 Tagen wieder in der Startelf. Der Signal-Iduna-Park erbebte in seinen Grundfesten, als Stadionsprecher Norbert Dickel die Aufstellung verkündete. Reus leitete das 1:0 ein und deutete mit guten Sprints und klugen Pässen an, was er zu leisten im Stande ist. Gelungenes Comeback für den 28-Jährigen - und ein rundum gelungener Tag für den BVB.

Verlierer des Spieltags

Der Gegner hingegen hatte einen mehr als gebrauchten: Eigentlich spielte der HSV ansehnlich, verteidigte gut und hatte zunächst sogar die besseren Chancen. Doch am Ende gab es die erste Niederlage unter Hollerbach, die die Abstiegssorgen der Rothosen weiter verschärften. Denn es kam noch viel schlimmer für den HSV: Am Sonntag holten sich Bremen und Stuttgart zwei wichtige Dreier, zogen damit erst einmal davon. Mit 17 Zählern steht der HSV drei Punkte hinter Mainz auf dem Relegationsplatz und sechs respektive sieben hinter Werder und dem VfB. Trotz zweier Niederlagen der Kölner in Folge hat es der HSV zudem nicht einmal geschafft, den eigentlich bereits totgeglaubten FC auf solidem Abstand zu halten. Vier Zähler trennen Hamburg vom Schlusslicht.

Aufreger des Spieltags

Die meiste Aufregung gab es an diesem Wochenende abseits des Platzes. In mehreren Stadien hielten Fans Protest-Plakate gegen eine mögliche Aufweichung der 50+1-Regel hoch. Laut dieser müssen die Stammvereine die Mehrheit von 50 plus einer Stimme bei der ausgelagerten Profi-Abteilung halten. Dadurch soll der Einfluss von Investoren begrenzt werden. In den vergangenen Wochen wurde über eine Reform dieser Regel diskutiert. Viele Fußballfans sind entschieden dagegen. Auch BVB-Boss Watzke warnte am Wochenende, "dass wir (...) keinen Oligarchen wollen, der dir jede Woche sagt, was wir anders machen sollen". Watzke befürchtet, dass zusätzliche Investoren die Stadionpreise nach oben treiben würden. "Wir müssen jedem Mitglied unserer Gesellschaft die Möglichkeit geben, zu Ticketpreisen ins Stadion zu kommen, die er auch bezahlen kann."

Dieses Tor sollten Sie (noch einmal) sehen

36. Minute im Spiel FC Bayern gegen Schalke 04: Arjen Robben spielt steil nach rechts vorne in den Strafraum. Thomas Müller erwischt den Ball gerade eben vor der Grundlinie und trifft aus extrem spitzen Winkel ins kurze Eck. Schalke-Keeper Ralf Fährmann hatte sich zur Mitte orientiert, weil er offenbar eine Hereingabe erwartete. Ausgebuffter Müller, könnte man denken. Doch der Nationalspieler klärte später auf: Absicht war es nicht. Er wollte eigentlich in die Mitte spielen. Trotzdem sehenswert.

Bild des Tages

Bundesliga: Marco Russ (Nr. 23) von Eintracht Frankfurt lässt sich von seiner Mannschaft feiern

Der Frankfurter Marco Russ (Nr. 23) sorgte am Wochenende für einen dieser berühmten Gänsehautmomente. Erstmals nach seiner Krebserkrankung konnte er beim 4:2-Sieg gegen Köln wieder ein eigenes Tor bejubeln. Zwar ist der 32-Jährige aktuell nicht mehr erste Wahl beim Tabellenvierten, doch wenn der Familienvater von zwei kleinen Kindern gebraucht wird, ist er da. Dabei schien seine Karriere schon beendet, als er im Mai 2016 die niederschmetternde Diagnose erhielt. Doch er kämpfte sich durch die Chemotherapie und ins Team zurück. Im Februar 2017 gab er sein emotionales Comeback. Der gebürtige Hesse ist ein Eintracht-Urgestein, durchlief sämtliche Jugendmannschaften und spielte - mit Ausnahme eines zweijährigen Intermezzos in Wolfsburg - für keinen anderen Verein.

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