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11. Februar 2010, 16:05 Uhr

Größte BKK wird erpresst

Deutschlands größte Betriebskrankenkasse wird erpresst - offenbar mit medizinischen Daten der Versicherten. Deutschlands oberster Datenschützer ist entsetzt und will einen Fall wie der bei der BKK Gesundheit noch nie erlebt haben.

BKK Gesundheit, Datenschutz, Erpressung

Versichert und verunsichert: Viele Kunden der BKK Gesundheit dürften jetzt beides sein© Ferdinand Ostrop/AP

Deutschlands größte Betriebskrankenkasse, die BKK Gesundheitskasse, muss sich unangenehmen Vorwürfen stellen und wird obendrein auch noch erpresst. Nach einem Bericht des TV-Magazins "Kontraste" hat es bei der Kasse ein Sicherheitsleck gegeben. Möglicherweise seien hochsensible medizinische Daten in die Hände von Unbefugten gelangt. Ein Sprecher der BKK Gesundheitskasse sagte, das Unternehmen werde erpresst. Die Erpressung hat ganz offensichtlich mit dem Datenleck zu tun.

Nach Recherchen des TV-Magazins, das den Beitrag am Donnerstagabend sendet, hatte die Krankenkasse eine externe Firma mit der Betreuung ihrer Telefon-Hotline betraut. Diese habe einen Subunternehmer angeheuert, der ungelernte Hilfskräfte beauftragte. Diese hätten von privaten Computern oder Laptops Daten wie medizinische Diagnosen abrufen und speichern können. Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar sagte dem Magazin, bei der Krankenkasse sei offensichtlich beim Schutz personenbezogener Daten vieles versäumt worden. Ein so leichtfertiger Umgang mit Sozialdaten sei ihm noch nicht untergekommen.

Die BKK Gesundheitskasse, bei der 1,5 Millionen Menschen versichert sind, hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ein unbekannter Mann habe in der vergangenen Woche telefonisch nicht konkret bezeichnete Unterlagen zum Kauf angeboten, sagte der Sprecher der Kasse. Der Mann habe damit gedroht, die Unterlagen zu veröffentlichen. Die BKK sei darauf nicht eingegangen. Ob tatsächlich Daten in unbefugte Hände gelangt sind, ist laut Kasse nicht bewiesen. Allerdings hat die BKK der Firma, die mit der Betreuung der Telefon-Hotline beauftragt war, nach eigenen Angaben den Zugang zu ihrem Rechner entzogen.

DPA
 
 
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