Berühmt wurde Angelo Kelly als Mitglied der legendären Kelly Family, später sang er dann mit Frau und Kindern in der eigenen Familienband. Inzwischen wurde das Projekt Angelo Kelly & Family jedoch beendet. Aber mit der Musik soll es trotzdem weitergehen: Drei Jahre nach "Grace" (2023) veröffentlicht Angelo Kelly mit "Alive" seine zweite Solo-Platte. Musikalisch, aber auch äußerlich zeigt der 44-Jährige sich runderneuert. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Taylor Swift und Charli XCX.
Angelo Kelly – Alive
Den alten Zopf hat Angelo Kelly vor einigen Monaten abgeschnitten, er trägt die Haare jetzt viel kürzer und mit etwas Gel nach hinten gekämmt. Dazu eine schwarze Lederjacke, schwarzes Shirt, schwarze Hose. Ein cooler Typ, den man fast für ein bisschen gefährlich halten könnte, wenn's eben nicht Angelo Kelly wäre. Der neue Auftritt steht ihm jedenfalls gut und passt auch zu seiner aktuellen Musik, so wie er sie jetzt auf dem neuen Langspieler "Alive" präsentiert.
Die Alle-haben-sich-lieb-Familienband mit Frau und Kindern, die noch ganz ähnlich klang wie damals die Kelly Family, ist seit ein paar Jahren schon Geschichte. Angelo Kelly, früher großer Folk-Enthusiast, macht auf "Alive" zwar immer noch Musik mit Herz und Gefühl, ist stilistisch jedoch eher auf der traditionellen Rocker-Schiene unterwegs. Ein Mann, der entschlossen seinen Weg geht und sich nicht mehr für den Kommerz verbiegen möchte.
Die elf neuen Songs, lässt Angelo Kelly wissen, habe er mit seiner Band konsequent im "One-Take"-Verfahren eingespielt. Auf irgendwelche Nachbesserungen am Computer wurde verzichtet. Alles für einen unverfälschten, authentischen Sound! "So sind die Aufnahmen sicherlich nicht perfekt, und im Radio werden sie höchstwahrscheinlich nicht laufen, aber das ist die einzige Art Musik zu machen, die mich heute noch reizt und interessiert."
Taylor Swift – Opalite
Taylor Swift zeigte in der Vergangenheit schon oft, dass sie trotz Superstar-Status für fast jeden Spaß zu haben ist und immer ein offenes Ohr für die Wünsche ihrer Fans hat. Das gilt offenbar auch dann, wenn die "Fans" selbst berühmt sind: Im Herbst 2025 war Swift in der populären BBC-Sendung "The Graham Norton Show" zu Gast, um ihre neue Platte zu bewerben. Mit in der Runde saß neben Cillian Murphy, Lewis Capaldi, Greta Lee und Jodie Turner-Smith auch der irische Schauspieler Domhnall Gleeson, der schwärmte: Ach, wie schön es doch wäre, mal in einem Musikvideo von Taylor Swift mitspielen zu dürfen! Genau dieser Traum geht jetzt in Erfüllung.
Der aufwendig inszenierte Clip zu "Opalite" zieht sich über knapp sechs Minuten, die Grundidee hat sich Taylor Swift selbst ausgedacht: Es geht um eine Art Liebes-Raumspray, das Schwung in verstaubte Beziehungen bringen und Singles zueinander führen soll. So finden sich dann auch zwei einsame Herzen, die von Taylor Swift selbst und Domhnall Gleeson verkörpert werden. Um die charmante Geschichte rund um das neue Musikvideo abzurunden, besetzte Taylor Swift auch die übrigen Gäste der besagten Talkshow-Runde sowie Moderator Graham Norton für kleine Gastrollen. Nur Cillian Murphy schaffte es nicht zum Dreh, der Oscargewinner ("Oppenheimer") taucht aber immerhin auf einem Plakat im Video auf.
Charli XCX – Wuthering Heights
Soundtracks für Filme in die Hände einzelner prominenter Pop-Künstlerinnen oder -Künstler zu legen, scheint in Hollywood derzeit wieder in Mode zu sein. Vor Kurzem erst lieferte die Industrial-Rock-Band Nine Inch Nails ein ganzes Album zum Science-Fiction-Spektakel "Tron: Ares" (2025), jetzt macht die zuletzt schwer angesagte britische Künstlerin Charli XCX es ganz ähnlich: Begleitend zum Filmdrama "Wuthering Heights – Sturmhöhe" (mit Margot Robbie und Jacob Elordi), das gerade in den Kinos gestartet ist, hat sie jetzt eine gleichnamige Liedersammlung veröffentlicht.
"Tron: Ares" und Nine Inch Nails, das war aus ästhetischer Sicht ein "Perfect Match". Bei "Wuthering Heights" und Charli XCX ist es genau das eigentlich nicht. Die Leinwand-Tragödie basiert auf einem Liebesroman von Emily Brontë aus dem Jahr 1847 und ist entsprechend ausgestattet, Charli XCX ("Brat") hingegen steht für modernen Hyperpop mit flirrenden Synthesizern und stampfenden Dance-Beats. Der Stilbruch ist hier gewissermaßen Teil des Konzepts, aber durchaus auch nicht untypisch für die Regisseurin Emerald Fennell ("Promising Young Women", "Saltburn"), die das Publikum gerne herausfordert und provoziert. Charli XCX jedenfalls fand die Arbeit an dem Soundtrack sehr "inspirierend" und beschreibt das Ergebnis als eine gleichermaßen "elegante und brutale Sound-Palette". Für die dreifache Grammy-Gewinnerin ist es übrigens die zweite Übung dieser Art: 2023 nahm Charli XCX bereits ein Soundtrack-Album zur Satire "Bottoms" auf.