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Verkaufsstart der Apple Watch Keine Schlangen vorm Apple Store - woran liegt das?

Seit heute kann man die Apple Watch kaufen - doch vor den Apple Stores herrscht gähnende Leere. Ist der Hype vorbei? Von wegen: Es gibt einen anderen Grund für die fehlenden Schlangen.

Sie gehören zu jedem neuen Apple-Gerät wie das angebissene Apfel-Logo: die langen Schlangen vorm Apple Store. Als Faustregel gilt: Je länger die Menschenreihe, desto größer ist das Interesse. Beim Start des iPhone 6 im vergangenen September waren die Schlangen riesig, nur mit Security und Absperrgittern konnte Apple vor den Stores für Ordnung sorgen. Tagelang campten einige hartgesottene Fans, um als erster das neue iPhone in den Händen zu halten.

Seit heute ist die Apple Watch vorbestellbar, doch vor den Apple Stores ist kaum was los. Am Hamburger Jungfernstieg, in Premium-Lage direkt an der Alster, herrschte eine Stunde vor Verkaufsstart noch gähnende Leere - trotz besten Wetters. Bis zur Ladenöffnung um 9.00 Uhr "wuchs" die Schlange auf etwa 15 Mann, jeder konnte persönlich begrüßt werden. In anderen Städten wie Berlin oder London zeichnete sich dasselbe Bild. Woran liegt das? Ist der Hype vorbei?

Bitte lieber online Schlangestehen

Ganz im Gegenteil: Mit der Apple Watch verfolgt der Konzern erstmals eine neue Strategie. Die Kunden sollen sich nicht mehr die Nächte um die Ohren schlagen, nur um so früh wie möglich das Wunschgerät in den Händen halten zu können, entschied Apples Chefverkäuferin Angela Ahrendts. Stattdessen sollen Apple-Fans einfach im Online Store shoppen und sich das Produkt nach Hause oder in die nächste Filiale liefern lassen - Online-Schlangestehen sozusagen.

Das hat offenbar funktioniert: Während in den Apple Stores alles ruhig ablief, ist die Apple Watch online ein Bestseller. Das günstige Einsteigermodell (Apple Watch Sport, ab 399 Euro) ist wochenlang vergriffen. Wer jetzt bestellt, bekommt sein Gerät frühestens im Juni. Auf das Standard-Modell aus Edelstahl (ab 699 Euro) muss man jetzt schon vier bis sechs Wochen warten. Selbst die Gold-Version ab 11.000 Euro gibt es erst ab Juni, manche Modelle erst ab Juli. Kunden, die sich am Freitagmittag einloggen, werden für alle 38 Apple-Watch-Modelle auf ein Lieferdatum "in 4 bis 6 Wochen" oder später vertröstet. Die neue Verkaufs-Strategie scheint bei den Kunden anzukommen.

Dass trotzdem ein paar Menschen in den Schlangen stehen, obwohl es bis auf das neue Macbook nichts zu kaufen gibt, hat einen simplen Grund: Sie wollen die Apple Watch am eigenen Leib spüren. Denn seit heute kann man in fast jedem Store das neue Gadget in allen Versionen ausprobieren. So kann man etwa herausfinden, welche Größe passt und welches Armband einem am besten gefällt. Der große Haken: Mitnehmen kann man das neue Schmuckstück trotz der Anprobe nicht. Der eigentliche Kaufvorgang findet online statt. Man muss, wie alle Online-Besteller, ein paar Wochen warten.

cf

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