Urlaub gebucht? Dann ist es jetzt Zeit, dem Impfstatus zu überprüfen. Vor allem auf Hepatitis. Um sich die hochansteckende Infektion einzufangen, muss man heute keine exotischen Ziele mehr ansteuern. In beliebten europäischen Ländern, etwa rund um das Mittelmeer oder in Osteuropa, ist das Risiko besonders erhöht. Zwei Dinge machen die Leberentzündung so gemein: Sie bleibt häufig unerkannt und ihre Infektionswege sind geradezu banal alltäglich.
Die Leber hat keine Nervenzellen und verursacht daher keine Schmerzen. Die Begleiterscheinung einer Hepatis werden vielfach als Grippe wahrgenommen oder bleiben völlig unerkannt. Schätzungsweise leiden rund 290 Millionen Menschen unter der Virusinfektion, ohne es zu bemerken. Seit 2021 können sich gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr auf Hepatitis B und C testen lassen.
Unbehandelt kann aus der Virusinfektion eine chronische Entzündung entstehen. Dabei wird das Lebergewebe zu Bindegewebe umgebaut, Fibrose genannt. Wird das Bindegewebe dann nicht durch funktionierendes Narbengewebe ersetzt, kommt es zur Zirrhose. Die Leber kann ihre Entgiftungsaufgabe nicht mehr voll wahrnehmen. Zudem steigt das Krebsrisiko enorm. Lebertumore gehören zu den tödlichsten Krebsarten überhaupt.
Bei der Hepatis A sind die Infektionswege so alltäglich, dass viele die Gefahr unterschätzen. Hier genügt den Viren bereits verunreinigtes Wasser als Trägermedium. Wer nur aus Flaschen trinkt ist nicht geschützt, das Virus kann genauso über Eiswürfel in Drinks oder gewaschenen Gemüse in den Blutkreislauf gelangen. Auch über Fischgerichte kann man sich das Virus einfangen. Vor allem Mittelmeer-Fisch.
Wer bei Hepatitis B nur an Sex als Gefahrenquelle denkt, wiegt sich selbst bei Enthaltsamkeit in einer trügerischen Sicherheit. In der Gefahrenzone befindet sich bereits, wer sich im fernöstlichen Urlaub ein Tattoo oder Piercing anbringen lässt oder sich eine Akkupunktur gönnt. Da genügen bereits nicht ausreichend sterilisierte Instrumente zur Infektion. Hepatitis B ist 100 x ansteckender als HIV.
Gegen Hepatitis A und auch B gibt es seit Jahrzehnten gut verträgliche und wirksame Impfungen. Da es schwierig ist, jeglichen Kontakt mit Hepatitis-Erregern zu vermeiden, besteht die einfachste und sicherste Art der Vorsorge in einer rechtzeitigen Impfung gegen Hepatitis A
und B. Ein bis zwei Monate vor der Reise sollte man beim Arzt vorstellig werden.
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