"Mord oder Watt? Die wilde Hilde"
Dritter Einsatz für den Schauspieler mit Ermittlerambitionen

  • von Elisa Eberle
Im dritten "Mord oder Watt?"-Film bekommt Tim Seebach (Oliver Mommsen) unerwartet Besuch, außerdem liegt eine tote Frau im Schuppen seines Freundes ...
Im dritten "Mord oder Watt?"-Film bekommt Tim Seebach (Oliver Mommsen) unerwartet Besuch, außerdem liegt eine tote Frau im Schuppen seines Freundes ...
© ARD Degeto Film/Radio Bremen/Michael Ihle
Der ehemalige Bremer "Tatort"-Kommissar Oliver Mommsen schlüpft abermals in die Rolle des Schauspielers und TV-Kommissars "Lux" in Bremerhaven. Dort ermittelt dieser diesmal ganz real im Mord an einer Umweltschützerin.

Für all diejenigen, die die ersten beiden Teile der ARD-Krimikomödienreihe "Mord oder Watt?" verpasst haben, wird der Ton im dritten Film "Mord oder Watt? Die wilde Hilde" (Regie: André Erkau, Buch: Michael Gantenberg) bereits in der allerersten Szene gesetzt: "Selbstverständlich könnte Ihr Po an einigen Stelle von einer kleinen Volumenauffüllung profitieren", referiert Schönheitschirurg Maletzki (Martin Brambach) fachmännisch, während im Hintergrund ein männliches Hinterteil samt Tanga zu sehen ist: "Aber mal ganz ehrlich: Die Notwendigkeit einer Optimierung Ihres Pos sehe ich nicht." Sein Patient Tim Seebach (Oliver Mommsen) zeigt sich hoffnungsfroh: "Weil er eigentlich doch ganz passabel ist?" – "Nein", erwidert Maletzki: "weil Sie nur ein TV-Kommissar sind. Oder wollen Sie das Genre wechseln? Außerdem: Ein schlanker Po macht nicht automatisch jünger."

Genau das ist Tim Seebachs Plan – zumindest "theoretisch", wie er betont. Denn Tim ist Schauspieler, die meisten kennen ihn als TV-Kommissar Lux. Und da man im Fernsehen bekanntermaßen nicht altern darf, dreht sich für Tim in diesem dritten Film der 2023 gestarteten Reihe vieles um Faltenreduktion und gefärbte Barthaare.

Mord wegen eines Schlickschlittenrennens?

Daneben gibt es auch in diesem Film natürlich eine Leiche: In "Mord oder Watt? Ebbe im Herzen" musste 2023 schon Tims Mutter Hedi (Angelika Thomas) dran glauben, im zweiten Film "Mord oder Watt? Für immer Matjes" starb 2024 ein Handwerker. Diesmal trifft es eine Umweltschützerin: Adele Husom (Imke Büchel) hatte eben noch aus Sorge um das Weltnaturerbe Wattenmeer gegen das geplante Schlickschlittenrennen protestiert. Nun liegt sie tot im Schuppen von Erik Festerkotten (Niels Bormann).

Tim, der sich auch jenseits der Kamera für einen exzellenten Ermittler hält, ist selbstverständlich sofort zur Stelle, sehr zum Ärger von Polizeihauptkommissarin Wiebke Tönnessen (Antonia Bill). Die hat sogleich Erik Festerkotten in Verdacht. Schließlich hatte er als Trainer der Schlickschlittengruppe mit Adele Husom tags zuvor noch einen Streit.

Trockener Humor statt Krimispannung

Unter Verdacht gerät jedoch auch Tims Tante Hilde Nieworm (Angela Roy). Diese ist nach Jahren überraschend aus den USA zu Besuch gekommen. Was treibt die Weltenbummlerin nach all den Jahren plötzlich zurück ins eher verschlafene Bremerhaven-Westerfleth? Schnell wird klar, dass die Frau von Welt irgendetwas verheimlicht ...

Schon die ersten beiden Filme der "Mord oder Watt"-Reihe waren mehr Komödie als Krimi. Anstatt auf fesselnde Spannung setzt die Reihe eher auf skurrile Unterhaltung mit trockenem Humor. So auch in "Mord oder Watt? Die wilde Hilde". Dieser Ansatz mag zwar nicht bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern verfangen, eine nette Abwechslung im Krimi-Einheitsbrei ist die Reihe aber allemal. Der Cast, allen voran der herrlich überdreht spielende Hauptdarsteller Oliver Mommsen, macht seine Sache ausgesprochen gut. Für das ältere Zielpublikum gibt es zudem noch einen netten Witz auf der Meta-Ebene zum allerersten weiblichen "Rote Rosen"-Star Angela Roy ...

Mord oder Watt? Die wilde Hilde – Fr. 20.02. – ARD: 20.15 Uhr

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