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Gered Mankowitz: Der Hausfotograf der Stones

Gered Mankowitz war gerade mal 18 Jahre alt, als er die Stones 1965 traf. Drei Jahre lang prägte er das Bild der Band auf Touren und Plattencover. Drogen, Groupies und Exzesse zu zeigen, war tabu. Sein Werk hat er jetzt einem Bildband veröffentlicht.

"Wenn es zu privat wurde, habe ich mich zurückgehalten: nach Konzerten oder im Flugzeug. Auch Rockstars brauchen mal eine Auszeit. Weil ich das respektierte, haben mir so viele Musiker vertraut", sagt Gered Mankowitz in einem Interview. Sprich: Bilder von Drogenpartys, Groupies und Suffexzessen waren tabu. Auch wenn Mankowitz durchaus das Image einer wilden Rockband übermitteln sollten.

Mit gerade mal 18 Jahren traf der Fotograf auf die ebenfalls blutjungen Stones. Sein Vater arbeitete im Theatergeschäft, vermittelte den Sohn an eine Plattenfirma, wo der die Sängerin Marianne Faithfull kennen lernte, damalige Gespielin von Mike Jagger, und gleich darauf auch die Rolling Stones. Deren umtriebiger Manager Andrew Loog Oldman, einst Schaufenster-Dekorateur bei der Mini-Rock-Erfinderin Mary Quant, fand es gut, wie Mankowitz die Ränder seiner Kameralinse mit Vaseline verschmierte um verschwommene Effekte zu erzeugen. Von da an durfte er als Hausfotograf überall dabei sein, er tauchte ein in das rasante und nervenaufreibende Leben zwischen Bühnen, Limousinen, Flugzeugen, Hotelzimmern und kreischenden Fans.

Dreckig, böse und rotzig - während die Beatles brav in Kommunionsanzügen rumliefen und noch als Schwiegermutters Darling durchgingen, pflegten die Stones ihr prolliges Image. Mankowitz steckte sie in Raubtierkäfige, dokumentierte schmuddelige Backstage-Bereiche und heruntergekommen Hotelzimmer. Dazwischen erzählt er Anekdoten, von Brian Jones, der in Miami mit einem geliehenen Motorboot so weit aufs offene Meer bis der Sprit ausging, von Keith Richards, der bei einem Reiturlaub in Arizona mit seinem Schlafsack am Boden festgefroren war, wie Charlie Watts vor der US-Tour zum Heulen zumute war, weil er seine geliebte Shirley zurücklassen musste.

Nach drei Jahren hatten die Stones dann genug von ihrem Haus- und Hoffotografen. Mankowitz zog weiter und fotografierte noch viele andere Rockkünstler: Jimi Hendrix, The Small Faces, Slade, The Sweets, Duran Duran, Elton John, Oasis oder Kula Shaker. Aber die größten waren eben doch die Rolling Stones.

Zu dem Bildband gibt es auch eine Ausstellung: "The Rolling Stones: Photos 1965 - 1967" ist noch bis zum 22. Dezember 2006 in "The Berlin Rock Gallery" zu sehen, in der Kastanienallee 32 in 10435 Berlin. Geöffnet ist die Galerie donnerstags bis sonntags zwischen 14 bis 20 Uhr.

kbu