Indien In der Metropole Delhi fallen Greifvögel schwer verletzt vom Himmel. Schuld daran sind – Papierdrachen

Ein Greifvogel wird in der Vogelklinik in Indien behandelt
Gerissene Muskeln, verklebtes Gefieder – solche Verletzungen sind Alltag für Nadeem Shehzad und Mohammad Saud aus Dehli, Indien. Die Brüder kümmern sich seit Jahren um Schwarzmilane, die oft durch Menschen zu Schaden kommen
© Oscar Espinosa
Papierdrachen-Steigen ist ein beliebter Zeitvertreib – in der Luft kämpfen sie dann miteinander. Und verletzen regelmäßig Greifvögel. Zwei Brüder nehmen sich der verwundeten Tiere an.

Patient Nummer 12-674 hat es übel erwischt. Der Schnitt an seinem linken Flügel ist tief und wirkt präzise ausgeführt. Fast so, als sei er mit einem Skalpell gezogen worden. Mohammad Saud beugt sich über das Tier und inspiziert die Wunde. Durchtrenntes Fleisch, Sehnen, mitunter gar Knochen: Nur zu gut kennt Saud die Wunden, die eine spezielle Drachenschnur – Manja genannt – verursacht. Vielen Vögeln, die auf dem Edelstahltisch im "Wildlife Rescue" in Wazirabad Village im Nordosten von Delhi liegen, kann Saud nicht mehr helfen: Zu schwer sind die Wunden, die das Garn gerissen hat. Doch jetzt greift er zu Nadel und Faden. Für Nummer 12.674 gibt es Hoffnung.


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