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Joop Swart Masterclass: Interview mit Rena Effendi

Rena Effendi wurde 1977 in Baku, Aserbaidschan, geboren. Sie ist Mitglied der Fotoagentur Patker und hatte Ausstellungen in Berkeley und London.

Hallo Rena, können Sie uns sagen, wie Sie zur Fotografie kamen?
Ich begann mit der Fotograf im Jahre 2001, also vor vier Jahren. Ich wollte eigentlich Malerin werden, da meine Großmutter Malerin war und auch mein Vater, ein Biologe, zeichnete und malte Schmetterlinge. Ich war also schon früh vin diem Medium inspiriert. Aber meine Mutter hatte andere Pläne mit mir. Sie meinte, ich müsste einen ordentlichen Beruf erlernen. Ich ging also auf eine Sprachenschule und nahm Jobs an, die ich aber immer sehr schnell aufgab, da sie keinen Spaß machten.

Letztendlich ging ich dann doch auf eine Kunstschule um zu malen, doch ich merkte nach einem Jahr, das dies überhaupt nicht mein Ding war. Ich hasste das Malen und ich war sehr enttäuscht, da ich nicht wusste, was ich jetzt machen wollte. Es war dann eigentlich mehr ein Zufall, der mich zur Fotografie brachte. Ich besuchte eine Ausstellung eines Fotografen aus Baku, die ich sehr mochte. Ich traf den Fotografen und er meinte nach einiger Zeit, dass ich es doch mal mit der Fotografie versuchen sollte. Er gab mir also ein paar Unterrichtsstunden, wir gingen in die Dunkelkammer, und ich war sofort Feuer und Flamme. Von da an wusste ich genau, was ich machen möchte. Ich arbeitete die nächsten 4 Jahre noch nebenbei in einem Büro, weil ich mich nicht traute, mich völlig auf die Fotografie zu konzentrieren. Aber vor 9 Monaten machte ich dann den Schritt und kündigte meinen Bürojob.
Verfolgen Sie mir ihrer Fotografie ein übergeordnetes Ziel?
Für mich ist es einfach eine sehr interessante Art zu leben. Das ist für mich Leben. Und wenn ich nicht fotografiere, dann ist mein Leben langweilig. So einfach ist das. Ich fühle aber auch, das ich mit meiner Arbeit andere Menschen dazu bringen kann, einen anderen Blick auf das Leben zu wagen.
Gibt es einen Moment oder eine Begegnung in Ihrer fotografischen Arbeit, der sie besonders berührt hat?
Es gib da eine Situation, die mich sehr berührte. Ich ging eines Tages in Baku mit meiner Kamera die Straße entlang. Ein Mann kam zu mir und fragte, ob ich mit in die Wohnung seiner Mutter kommen würde, die nicht mehr lange zu leben hätte. Und er bat mich, seine Mutter noch einmal zu fotografieren. Ich fand das so unglaublich, ein fremder Mann bittet mich zu seiner sterbenskranken Mutter, um sie zu fotografieren. Es war ein so intimer Moment, den ich nicht vergessen werde.
Könnten Sie sich vorstellen, beruflich etwas anderes zu machen?
Nein, ich habe so viele andere Sachen gemacht, die kein Spaß gebracht haben. Zumindest für den Moment kann ich mir keinen anderen Beruf vorstellen.
Vielen Dank für das Gespräch

www.refendi.com/

Dirk Claus
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