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  • Kleine Monster, sanfte Räuber: Die besten Unterwasserbilder des Jahres

Zum Artikel Kleine Monster, sanfte Räuber: Die besten Unterwasserbilder des Jahres
Mexikos Cenoten sind verwunschene Orte. Die vom Grundwasser gefluteten Höhen erstrecken sich weit in den Kalkstein der Halbinsel Yucatán. Dort unten schlummern Artefakte vergangener Zeiten und Kulturen: Schmuck, Keramik, menschliche Überreste. Doch die Grenzen der Unterwelt sind durchlässig. In der Cenote Dos Pisos entdeckte Taucher Manuel Wüthrich eine Kammer, durch deren Decke die Wurzeln der darüber wachsenden Bäume drängten. „Sie reichten wie Adern tief ins Wasser hinein und verbanden die unterirdische Welt mit dem Leben darüber.“ Mit seiner Kompaktkamera fotografierte er den magischen Moment. 
Eindringlinge aus der Oberwelt
Mexikos Cenoten sind verwunschene Orte. Die vom Grundwasser gefluteten Höhen erstrecken sich weit in den Kalkstein der Halbinsel Yucatán. Dort unten schlummern Artefakte vergangener Zeiten und Kulturen: Schmuck, Keramik, menschliche Überreste. Doch die Grenzen der Unterwelt sind durchlässig. In der Cenote Dos Pisos entdeckte Taucher Manuel Wüthrich eine Kammer, durch deren Decke die Wurzeln der darüber wachsenden Bäume drängten. „Sie reichten wie Adern tief ins Wasser hinein und verbanden die unterirdische Welt mit dem Leben darüber.“ Mit seiner Kompaktkamera fotografierte er den magischen Moment. 
© Manuel Wüthrich / Underwater Photographer of the Year 2026
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1977 ernannte die UNESCO Fakarava und angrenzende Atolle Französisch-Polynesiens zum Biosphärenreservat. Im kristallklaren Wasser gedeihen Korallenriffe und Seegraswiesen. Hier schaut die Haipatrouille vor Einbruch der Dunkelheit noch einmal nach dem Rechten. Dank strenger Schutzmaßnahmen können sich die Räuber sicher fühlen – ganz im Gegensatz zu ihrer Beute. US-Fotografin Renee Capozzola ergatterte mit der perfekt komponierten Aufnahme den zweiten Platz in der Kategorie „Riffe“ des „Unterwater Photographer of the Year Award“. Er wird jährlich von einer Jury renommierter Unterwasserfotografen verliehen.
Wer meint, in diesem Bild mütterliche Liebe und Fürsorge zu erspähen, der irrt. Denn die Eier, die das Weibchen des Kalifornisches Gelbbauchmolchs so zärtlich im Arm hält, sind gar nicht seine. Sie kleben nur zufällig an den Halmen, die es umklammert, während es seine eigenen Eier ablegt. Es wiegt also unabsichtlich die Kinder der Konkurrenz. Und lässt sich dabei von Anton Sorokin ablichten, dessen Aufnahme den dritten Platz in der Kategorie „Verhalten“ gewinnt.
In den ersten Lebenswochen päppeln Seeelefanten-Kühe ihren Nachwuchs mit Muttermilch, die mehr als 50 Prozent Fett enthält. Doppelrahmstufe, sozusagen. Haben die Kleinen genug Babyspeck angesetzt, überlassen die Eltern sie ihrem Schicksal. Fotograf Matty Smith reiste auf die Falkland-Inseln, um den abrupten Start der Jungtiere in die Selbstständigkeit festzuhalten. „Ich beobachtete, wie Dutzende von ihnen in flachen Felsenpools übereinander kletterten und ungelenkt schwimmen lernten.“ An seinem ersten Abend auf Sea Lion Island färbte ein dramatischer Sonnenuntergang den Himmel. Smith warf sich in seinen Neoprenanzug und stieg ohne zu zögern in die eisigen Fluten. So entstand das Siegerfoto des gesamten Wettbewerbs. Das Urteil der Jury? „Kaltes Wasser kontrastiert mit herzerwärmender Niedlichkeit.“
Während die Welt über Wasser im Wintergrau versinkt, dreht dieser Grünling die Farbsättigung hoch. Normalerweise ist er unscheinbar braun gefleckt. Doch zur Paarungszeit glänzt er gülden. Nachdem er die Eier seiner Partnerin befruchtet hat, beschützt er das Gelege unermüdlich, bis die Larven schlüpfen. Dieser Vater schiebt Wache im Wrack der „Stella“. Das 62 Meter lange Schiff wurde im Jahr 2020 vor der koreanischen Küste versenkt, um ein künstliches Riff zu erschaffen – ein Angebot, von dem viele Meereslebewesen bereits eifrig Gebrauch machen.
Mexikos Cenoten sind verwunschene Orte. Die vom Grundwasser gefluteten Höhen erstrecken sich weit in den Kalkstein der Halbinsel Yucatán. Dort unten schlummern Artefakte vergangener Zeiten und Kulturen: Schmuck, Keramik, menschliche Überreste. Doch die Grenzen der Unterwelt sind durchlässig. In der Cenote Dos Pisos entdeckte Taucher Manuel Wüthrich eine Kammer, durch deren Decke die Wurzeln der darüber wachsenden Bäume drängten. „Sie reichten wie Adern tief ins Wasser hinein und verbanden die unterirdische Welt mit dem Leben darüber.“ Mit seiner Kompaktkamera fotografierte er den magischen Moment. 
Aus Kinderperspektive wirken Eltern zunächst überlebensgroß: allmächtig, allwissend, allgegenwärtig. Dieser Anemonenfisch ist gerade mal zehn bis fünfzehn Zentimeter lang, doch seinen Nachwuchs überragt er tatsächlich um Längen. Der japanische Fotograf Kazushige Horiguchi hat exakt jenen Moment festgehalten, in dem die transparenten Larven aus ihren gut bewachten Eiern schlüpften. „Ein solches Bild haben wir noch nie gesehen“, schwärmt die Jury – und kührt Horiguchi zum Sieger der Kategorie „Verhalten“. 
Wie Pfeile schießen die jungen Seebären durch die Brandung vor Duiker Island südlich von Kapstadt. „Es bleibt keine Zeit für den Autofokus, nur für Instinkt“, sagt Fotograf David Alpert. Fünf Jahre lang ist er zu diesem Ort zurückgekehrt, um den perfekten Moment einzufangen. Die Schwarzweiß-Aufnahme lässt Dynamik und Struktur deutlich hervortreten. Derzeit darf Alpert die Seebären auf Duiker Island nicht besuchen. In den Robbenkolonien an der Küste Südafrikas wütet die Tollwut. Wer erkrankten Tieren zu nah kommt, läuft Gefahr, angefallen zu werden.
Dieses Bild gibt seine Geheimnisse nicht auf den ersten Blick preis. Das farbenfrohe Muster im Hintergrund? Kein Korallenriff, sondern die Haut eines Mosaik-Seesterns, der vor der Küste Australiens lebt. Ein netzartiges Rippenmuster überzieht seine Oberfläche. Über ihm schwebt auch kein Fisch, sondern eine winzige Partnergarnele, kaum zwei Zentimeter lang. „Momente wie diese sagen viel über die kleinen Leben aus, die zum großen Ganzen beitragen“, sagt Fotograf Simon Theuma, der mit der Aufnahme den dritten Platz in der Kategorie Makro gewann.    
„Das Drama der britischen See“, schwärmt die Jury: „Wunderschönes Licht, goldener Seetang, unruhige Wellen und geheimnisvolle Schatten, vereint in einem einzigen Bildausschnitt.“ Die entrückte Stimmung steht im Gegensatz seiner Entstehung. Denn das Meer vor der schottischen Küste ist rabiat. „Ich habe mich selbst und die Kamera abgestützt, um nicht von der Brandung gegen die mit Seepocken bewachsenen Felsen geworfen zu werden“, erzählt Fotograf Billy Arthur. Mensch und Apparat blieben unversehrt und wurden mit dem dritten Platz in der Kategorie „British Waters Wide Angle“ für ihre Mühen belohnt.   
Wie ein kleiner, filigraner Drache wirkt dieser durchscheinende Tiefseefisch. Doch sein aufgerissener Schlund lässt bereits ahnen, dass er einen mordsmäßigen Appetit hat. Kali colubrina zählt zur Familie der Schwarzen Schlinger. Ihre Mitglieder verleiben sich Beute ein, die doppelt so groß und zehnmal so schwer ist wie sie selbst. Dazu dehnt sich ihr Magen wie ein Ballon. „Sie sind notorisch schwierig abzulichten, weil sie die lästige Angewohnheit haben, kopfüber in der Wassersäule zu hängen und geradewegs nach unten zu schauen“, erzählt Fotograf Steven Kovacs. Dieses Exemplar schwamm ihm bei einem nächtlichen Tauchgang im offenen Meer vor Florida vor die Linse. Für die preisgekrönte Porträtaufnahme erlaubte es gnädig einen Blick auf seine hakenförmigen, einklappbaren Zahnreihen.
Der Frachter „Prosper Schiaffino“ transportierte Rotwein von Algerien nach Frankreich, als er 1945 vor der Côte d'Azur auf eine Seemine lief und sank. Zwei Besatzungsmitglieder ließen ihr Leben. Doch aus dem stählernen Sarg wurde ein blühendes Ökosystem. „Jeder Quadratzentimeter ist mit Leben bedeckt“, schwärmt Fotograf Jean-Baptiste Cazajous. Gorgonien und Schwämme, Fahnen- und Zackenbarsche, Zahnbrassen und Demoisellen bevölkern das Wrack. „Wir wollen sofort eintauchen“, urteilt die Jury. 
Als die spanische Fotografin Merche Llobera in der kanadischen Hudson Bay herumpaddelte, traf sie auf einen Trupp neugieriger Belugas, die ergründen wollten, wer oder was sich da in ihr Revier verirrt hatte. Aus Perspektive der Wale war nur die Unterseite eines Surfbretts zu sehen, von dem aus zwei Arme, ein Kopf und eine Kamera ins Wasser baumelten. Das merkwürdige Wesen an der Oberfläche gab hohe Laute von sich, die Menschen als freudiges Lachen identifiziert hätten. „Die Belugas kamen zu mir und schwammen wieder fort, wie es ihnen gefiel, sie erwiderten meinen Blick, gaben Laute von sich und beobachteten mich mit unverkennbarer Neugier“, sagt Llobera, deren Aufnahme ihr den dritten Platz in der Kategorie „Porträt“ sicherte. „In diesen Momenten fragte ich mich, wer hier eigentlich wen beobachtet.“
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