VG-Wort Pixel

Amanda Knox Interview Freigesprochen und doch nie richtig frei

Amanda Knox, hier beim Interview in Hamburg
Amanda Knox, hier beim Interview in Hamburg
© Henning Kretschmer
Sie wurde sexbesessen und eiskalt genannt. Und obwohl Amanda Knox vom Vorwurf des Mordes freigesprochen wurde, glauben viele Menschen bis heute nicht an ihre Unschuld. Wie geht sie damit um?

Sie war der Engel mit den Eisaugen, über Nacht weltberühmt. Verurteilt für einen Mord, den sie nicht begangen hat. Und wir alle schauten dabei zu: Im großen stern-Interview erzählt Amanda Knox vom mühsamen Ringen um Freiheit, dem Ruf, eine Mörderin zu sein – und wie ihre Mutterrolle sie verändert hat. Und natürlich geht es auch um jene Nacht, die sie nie mehr loswird.

Als 2007 die britische Studentin Meredith Kercher im italienischen Perugia erstochen wurde, gerieten schnell Mitbewohnerin Knox und deren damaliger Freund Raffaele Sollecito unter Verdacht. Beiden wurde vorgeworfen, Kercher in einem Spiel aus Sex und Drogen umgebracht zu haben. Der Prozess geriet zum Medienschauspiel, viele Journalisten schrieben Knox zur sexbesessenen Domina hoch. 2009 wurden sie und Sollecito zu langen Haftstrafen verurteilt, 2011 aber in nächster Instanz freigesprochen. Knox kehrte in die USA zurück. Der Prozess dauerte bis 2015 an und endete schließlich in einem neuerlichen Freispruch. Im Interview mit dem stern sagt Knox über Rudy Guede, der 2015 für schuldig befunden wurde: "Der Mann, der diese Tat begangen hat, ist aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden, während ich weiter mit diesem Verbrechen assoziiert werde."

Diese Erfahrung habe sie zur Feministin gemacht, aber auch zur politischen Aktivistin: Heute engagiert sich Knox für unschuldig Inhaftierte und für das bedingungslose Grundeinkommen. Sie wird in Talkshows und Podcasts eingeladen, arbeitet in den USA als Journalistin. Beim Interview mit dem stern in Hamburg ist auch Knox‘ Mann dabei, der Schriftsteller Christopher Robinson. Er zeigt ein Video, aufgenommen am Vorabend: Man sieht Amanda Knox, wie sie einen Koffer auspackt, der seit 2007 bei Verwandten in Hamburg gelagert hatte. In dem Koffer: italienische Wörterbücher, Schlaghosen, Converse-Schuhe.

Eine Zeitreise – genau wie das Interview mit dem stern, das Sie hier lesen können.


Mehr zum Thema