Echte Saubermänner
Wer sorgt für einen streifenfreien Durchblick? Fünf Fenstersauger im Test

Im stern-Fenstersauger-Test müssen gängige Produkte beweisen, dass sie mühelos einen streifenfreien Durchblick hinterlassen und das händische Fensterputzen überflüssig machen.
Fenstersauger Test: Fünf Modelle im Test
Im Fenstersauger-Test prüft der stern, wie einfach Fenster sauber werden – und ob die Geräte tatsächlich etwas bringen
© Roland Kontny / stern

Stellen Sie sich vor, Sie müssten nie wieder Fenster putzen. Ah, herrlich! Zugegeben, das wird vorerst ein Traum bleiben. Aber es geht viel leichter und schneller, als Sie vielleicht denken – mit einem Fenstersauger. Nach dem Aufbringen und Verteilen des Reinigungsmittels auf der Scheibe saugen Sie den aufgeweichten Dreck zusammen mit sämtlicher Feuchtigkeit auf der Scheibe auf. Das dauert nur Sekunden und die Hände müssen nicht schrumpeln. Klingt verlockend? Dann lesen Sie bitte weiter: Der stern Kaufkosmos hat für Sie fünf gefragte Fenstersauger ausführlich ausprobiert und fünf weitere Modelle namhafter Hersteller genauer angesehen. Lesen Sie hier, welche davon uns besonders überzeugt haben, und finden Sie heraus, welches davon einen Platz in Ihrem Haushalt verdient hat.

Fenstersauger im Test: Die ausgewählten Geräte

Weitere lohnende Fenstersauger

Diese Fenstersauger haben wir nicht selbst getestet, ein Blick darauf lohnt sich allemal:

Fazit: Welcher ist der beste Fenstersauger?

Aus unserem Test geht der Fenstersauger Kärcher WV2 Plus N für rund 65 Euro im Online-Handel als Testsieger hervor. Er bekommt dabei die maximal möglichen fünf Sterne. Außer der etwas kraftraubenden Sprühflasche und dem herstellerspezifischen Ladestecker – und damit ein weiteres Netzteil im Haushalt – gibt es kaum etwas zu beanstanden. Den Titel als Preistipp der Redaktion holt sich der Versandgigant Amazon für sein Basics Fenstersauger-Set, das für knapp über 40 Euro im Angebot ist. Seine Leistungen sind kaum schlechter als die der teureren Mitbewerber. Bei ihm fallen uns ein paar Schwachstellen im Detail sowie die ungenau gearbeitete Sprühflasche negativ auf. Seine Saugleistung ist aber kaum schlechter als die des Testsiegers.

Insgesamt haben Sie nach unseren Erkenntnissen die Qual der Wahl bei der Anschaffung eines Fenstersaugers: Wir stießen beim Test auf durchweg gute bis sehr gute Reinigungsleistungen auf verschiedenen Untergründen. Die Unterschiede liegen eher woanders: Gewicht, Abmessungen, Akkulaufzeit und Zubehör. Ebenfalls eine gute Nachricht für Sie als Verbraucher: Alle Hersteller lassen gängige Reinigungsmittel zu, sofern sie säurefrei sind. Sie müssen also keine herstellerspezifischen Mittel kaufen. Bitte beachten Sie unser FAQ am Ende des Artikels, in dem wir unter anderem erörtern, dass es Unterschiede beim Lieferumfang gibt, die möglicherweise für Ihren Kauf ausschlaggebend sein könnten.

Roland Kontny

Über den Tester

Die Sprossenfenster in unserem Haus sind schön. Wenn aber deren Durchblick schwindet, mutieren sie zu vielen kleinen einzelnen Glasflächen, deren Reinigung mühselig und zeitraubend ist. Als leidgeprüfter Fensterputzer war es mir darum ein Leichtes, die Vor- und Nachteile der elektrischen Sauger gegenüber dem manuellen Reinigen herauszufinden. So viel sei schon hier verraten: Fensterputzen kann Spaß machen. Weitere Informationen über Roland Kontny

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

Vergleichstabelle Fenstersauger

 Kärcher WV2 Plus NBosch GlassVAC Solo Amazon Basics Fenstersauger-SetEinhell Brillanto Akku-FensterreinigerLeifheit Dry & Clean FenstersaugerStark WC-2000 Home Set*Leifheit Nemo 61035*EAVE Fenstersauger Set*Kärcher WV6 Plus*Brandson 306918*
Gesamteindruck 
(max. 5 Sterne)
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Testsieger
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Preis-Leistungs-Tipp
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️nicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertung
Abmessungen (cm, B x T x H) mit Standard-Aufsatz*28 x 12 x 3228 x 16,2 x 22,222,5 ‎x 11,9 x 3428 x 15 x 4031,5 x 14,5 x 28k. A.k. A.k. A.31 x 12,6 x 2828 x 7 x 37
Masse mit Akku, leerer Tank / voller Tank (kg)*0,6 / 0,70,7 / 0,80,935 / 1,0551,38 (3,0 Ah) / 1,480,74 / 0,820,76 / 0,910,5 / 0,560,6 / 0,80,8 / 0,950,49 / 0,55
Schmutzwassertank Volumen (ml) / Bauweise100 / entnehmbar100 / integriert120 / entnehmbar100 / entnehmbar100 / mit Oberteil entnehmbar150 / entnehmbar60 / im Griff integriert200 / entnehmbar150 / entnehmbar60 / entnehmbar
BedienkonzeptKnopfKnopfSchieberKnopfKnopf, Standby-ModusKnopfKnopfKnopfKnopfKnopf
Akku-Laufzeit (min) / Reichweite (qm)35 / 10530 / 105k. A. / 105200 (2,5 Ah-Akku) / k. A.38 / 11035 / 15045 / 13045 / k. A.100 / k. A.30 / k. A.
Breite der Saugdüsen (mm)280 + 170266 + 133280280 (165, 350 optional)280280280280280280
Sonstiger LieferumfangSprühflasche mit Mikrofasertuch, Probe ReinigungskonzentratSprühflasche mit Mikrofasertuch, 133-mm-AufsatzSprühflasche mit Mikrofasertuch, Länderadapter für NetzteilWandhalterung, Sprühflasche mit Mikrofasertuch43 cm-Verlängerung; KEINE SprühflascheSprühflasche mit Mikrofasertuch, Ersatztuch und -gummilippeAufsatz mit weißer Gummilippe, Halterung für Duschwände; keine SprühflascheSprühflasche mit Mikrofasertuch, Ersatztuch und -gummilippeSprühflasche mit MikrofasertuchSprühflasche mit Mikrofasertuch
Garantie (Jahre)*2223 (mit Registrierung)2k. A.312k. A.
Akku-Ladezeit (Min.)23013021050 (beim 2,5 Ah-Akku)180180180k. A.170180
Akkuwechsel möglich?neinneinneinja, Wechselakku Einhell-Systemneinneinneinneinnein (ja: WV 4-4)nein
Zugelassene Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächenalle glatten Flächen
Ladekabelanschlussindividueller SteckerMicro-USBindividueller Steckereigenes Wechsel-Akkusystemindividueller Steckerindividueller Steckerindividueller Steckerindividueller Steckerindividueller SteckerUSB-C
Preis (UVP)*79,99 Euro84,99 Euro44,05 Euro56,95 Euro59,99 Euro49,94 Euro84,99 Euro44,99 Euro124,99 Euro44,85 Euro

* Herstellerangaben

So haben wir die Fenstersauger ausgewählt

Nach diesen Kriterien haben wir die Produkte für den Fenstersauger-Test ausgewählt:

  • Marken- bzw. bekannter Hersteller im getesteten Bereich
  • schnurloser, manueller Betrieb
  • idealerweise mit allem Zubehör zum sofortigen Loslegen
  • gute Verfügbarkeit in bekannten Onlineshops wie Amazon oder Otto

So haben wir die Fenstersauger getestet

Wir packen die Fenstersauger erst mal aus und kontrollieren, ob die Lieferung vollständig und intakt ist. Kritischer sind wir beim zweiten Blick: Stimmen Materialien und die Qualität? Wie clever und sinnvoll ist die Konstruktion? Wie hochwertig sind die Geräte verarbeitet? Wir setzen im Anschluss alle Fenstersauger nach bestem Gewissen zusammen und lassen uns nötigenfalls von der Anleitung helfen; wir bestimmen die tatsächliche Akkulaufzeit und laden alle Akkus wieder auf. 

Der eigentliche Test beginnt. Zum Glück stehen dem Autor im eigenen Haushalt einige schmutzige Fenster zur Verfügung, um die Saug- und Reinigungsleistung der fünf Kandidaten zu ermitteln. Hierfür haben wir zunächst die jeweils mitgelieferten Sprühflaschen mit einem säurefreien Glasreiniger gefüllt und diesen dann auf die Scheiben aufgebracht.

Um sicherzugehen, dass die Sauger das aufgenommene Schmutzwasser nicht wieder verlieren, haben wir den Schmutz nicht nur senkrecht, sondern auch waagerecht und die Geräte über Kopf haltend abgezogen. Wir achteten beim Abziehen auf Leichtgängigkeit und Komfort beim Halten des Saugers und im Anschluss auf mögliche Rückstände auf den Scheiben. Das gleiche Spiel wiederholten wir auf Spiegelglas, Fliesen und an einem Dachschrägenfenster, da wir hier das Gerät dauerhaft anders halten mussten und uns auch unter diesen Bedingungen ein ordentliches Ergebnis wichtig war.

Nach dem Reinigen von Scheiben, Spiegeln und Fliesen sind nun die Fenstersauger selbst dran: Wir machen die Tanks und die Aufsätze sauber. Dabei finden wir heraus, bei welchem Kandidaten das besonders schnell und unkompliziert geht – und bei welchem es mühseliger oder langwieriger ist. Jetzt sind sie alle für den nächsten Einsatz bereit und wir eine gehörige Portion schlauer.

1. Leicht, leise, leistungsstark: Der Kärcher WV2 Plus N

Fenstersauger Test: Kärcher WV2 Plus N
Auch mit Spiegeln hatte der Kärcher-Fenstersauger keine große Mühe – alles blitzeblank
© Roland Kontny / stern

Optik und Eindruck: Die Spezialisten für Reinigungsgeräte für private Haushalte und Gewerbe haben mit dem Fenstersauger Kärcher WV2 ein wohldurchdachtes Produkt entwickelt: Die Spaltmaße fallen klein aus, und das Gehäuse kommt als einziges aller Testkandidaten ohne sichtbare Lüftungsschlitze aus. Dafür leiten die Entwickler bei Kärcher die Motorabwärme seitlich entlang des Tanks ab. Eine schlaue und elegante Lösung mit Liebe zum Detail. Auch sonst gefällt uns das schlanke und unauffällig geschwungene Äußere mit seinen fließenden Übergängen. Das Gerät steht sicher auf seinem Sockel, in den gegenüberliegend zur Tankentleerung der Ladeanschluss integriert ist. So tropft uns auch beim hastigen Entleeren keine Flüssigkeit in die Elektrik. 

Handhabung: Auch hier haben wir kaum etwas zu meckern. Alle Bauteile rasten satt und ohne zu große Kraft ein; der Griff ist nicht zu dick, sodass auch kleinere Hände gut zupacken können. Den Tank des Kärcher WV2 können wir dank einer kleinen, mit einem Gummistopfen verschlossenen Öffnung auf der Gerätevorderseite entleeren, ohne den Fenstersauger zerlegen zu müssen. Der WV2 ist nicht nur auf dem Papier mit 600 Gramm Leergewicht das Leichteste im Testfeld. Auch bei unseren praktischen Tests geht die Arbeit besonders angenehm und ohne großen Kraftakt von der Hand. Oberhalb des An-Aus-Tasters ist eine LED-Anzeige, die uns Betrieb und gegebenenfalls einen niedrigen Akkustand signalisiert. Uns tropft beim Überkopfarbeiten nichts entgegen und auch die Reinigungsleistung nimmt augenscheinlich nicht ab. Nicht ganz so glücklich sind wir mit der Sprühflasche, mit der wir die Scheiben mit Reinigungsmittel einreiben. Der Hebel verlangt recht viel Kraft, sodass unsere Pump-Hand recht schnell ermüdet. Dafür können wir das Mikrofasertuch mit seiner Klett-Befestigung schnell anbringen und zur Reinigung wieder entfernen. Begeistert sind wir von der geringen Lautstärke des Motors. So stört uns auch längeres Absaugen nicht weiter. Die ermittelte Akkulaufzeit von 40 Minuten reicht nach unserem Ermessen bei etwas Routine für einen gewöhnlichen Haushalt locker aus.

Arbeitsqualität: Auf allen getesteten Untergründen (also Scheiben, Dachschrägenfenstern, Spiegelglas und Fliesen) saugt der Kärcher WV2 von links nach rechts, oben nach unten und über Kopf ohne Rückstände auf der Fläche die Feuchtigkeit ein. Lediglich bei älteren Fenstern, bei denen die mit Kitt gefassten Scheiben keine völlig geradlinige Abschlusskante haben, bleiben einige Flüssigkeitsreste am Rand, die wir mit einem Tuch aufnehmen müssen. Gleiches gilt für den mitgelieferten 170-Millimeter-Aufsatz für schmale oder kleine Fenster: Wir erleben ein durchweg gutes Ergebnis ohne Schlieren, Streifen oder signifikante Rückstände. Uns macht das Gerät richtig Spaß.

Fenstersauger Test: Kärcher WV2 Plus N
Im Lieferumfang enthalten ist eine Sprühflasche mit Wischaufsatz
© Roland Kontny / stern

Reinigung: Nach dem Säubern der Scheiben und anderen glatten Flächen pflegen wir das Gerät, indem wir es von Schmutzwasser im Tank, des Abzieh-Aufsatzes und am Gehäuse befreien. Im Falle des Kärcher nehmen wir den Aufsatz sowie das Geräteoberteil vom Unterteil ab. So gelangen wir an den Tank, der sich nach etwas Ziehen löst. Im Tank wiederum steckt noch ein Bauteil, das das Auslaufen von Flüssigkeit verhindert. Alle entnommenen Teile halten wir unter fließendes Wasser und legen sie dann zum Trocknen auf ein Küchentuch. Auch der anschließende Zusammenbau geht uns intuitiv und schnell von der Hand, alle Teile rasten satt und ohne großen Kraftaufwand ein.

Fazit: Wir müssen schon etwas wühlen, um Argumente gegen den Kärcher vorzubringen. Ein wasserfester Verschluss des Stromanschlusses wäre gut. Etwas albern finden wir es, auf der Packung den 20 Milliliter kleinen Probenbeutel unter „Accessories“ als Zubehör anzupreisen, ohne an gleicher Stelle auf die Winzigkeit des Beutelchens hinzuweisen. Ferner wünschen wir uns grundsätzlich – und darum auch hier von Kärcher – standardisierte Ladeanschlüsse wie USB-C, damit sich nicht immer wieder spezifische Netzteile im Haushalt sammeln. Das nimmt Platz in Anspruch, sorgt für Unordnung und ist nicht gut für die Umwelt. An der eigentlichen Leistung des Fenstersaugers haben wir indes nichts auszusetzen: Der WV2 ist leise, leicht und macht Scheiben einfach richtig sauber.

2. Klein und fein: Bosch GlassVAC

Fenstersauger Test: Bosch GlassVAC
Der Bosch GlassVAC macht einen ordentlichen Job auf Fensterglas
© Roland Kontny / stern

Optik und Eindruck: Der Bosch GlassVAC sticht optisch aus der breiten Masse von erhältlichen Fenstersaugern hervor. Das liegt an seiner Größe: Mit rund 22 Zentimetern Höhe fällt er ein ganzes Stück kürzer aus als etwa der Testsieger. Die einzelnen Teile des nicht weiter zerlegbaren Gehäuses sind in Schwarz und Weiß gehalten und gehen nahtlos ineinander über. Oberhalb des wasserdicht eingefassten An-Aus-Tasters gibt eine integrierte LED Auskunft darüber, ob der Sauger demnächst mal wieder an den Strom muss. Der Sauger steht sehr sicher auf seinem Fuß an der Unterseite. Die kompakte Bauweise trägt nicht nur zur Standfestigkeit wegen des niedrigen Schwerpunkts bei. Zudem sieht der GlassVAC als einziger Sauger im Test irgendwie niedlich aus. Einzig die nicht so richtig durchdachte und nur bedingt passgenaue Gummikappe für die unten am Griff befindliche Buchse für das Ladekabel passt nicht in das insgesamt so hochwertige Bild. 

Handhabung: Nach den ersten Absaugbewegungen stellt sich der Griff als etwas zu dick heraus. Das schränkt den Komfort ein, weil wir fester zupacken und so entsprechend mehr Kraft für das Halten aufwenden müssen. Größere Hände sind hier im Vorteil. Leichtes Spiel haben wir dagegen mit der Sprühflasche, die wir als die beste im Test empfinden. Wir können sie mit wenig Kraftaufwand betätigen und der Deckel mit Sprühaufsatz schließt klar und deutlich nach einer halben Umdrehung – und nicht erst nach einigen, wie es bei einem herkömmlichen Gewinde wäre, bei dem man nie genau weiß, ob es zu lose, genau richtig oder gar etwas zu fest zugedreht ist. 

Arbeitsqualität: Egal, ob mit dem Standard-Aufsatz mit 266 Millimeter Breite oder dem schmalen mit nur 133: Wasser bleibt nur dort auf der Scheibe oder sonstigen Oberfläche zurück, wo wir unsauber entlang des Rands ziehen. Ansonsten finden wir nach dem Abziehen eine völlig streifen- und schlierenfreie Fläche vor. Die Lautstärke ist dabei noch in Ordnung.

Fenstersauger Test: Bosch GlassVAC
Das Gesamtbild ist hochwertig, das Set des Bosch GlassVAC vollständig
© Roland Kontny / stern

Reinigung: Da es hier für uns nicht viel auseinanderzubauen gibt, ist auch das Saubermachen schnell erledigt: Aufsatz ausspülen, dann noch einmal den Tank. Das ist etwas mühselig, denn die Öffnung ist relativ klein und wir müssen gut zielen. Beim Ablassen des Wassers läuft uns etwas davon entlang der Außenwand und es ist etwas unklar, wann der Tank wirklich leer ist. Sicher gehen wir, indem wir das Gerät leicht hin und her sowie vor- und zurückbewegen.

Fazit: Um Haaresbreite verfehlt der Bosch GlassVAC den Testsieg und die fünf Sterne. Das könnte der Hersteller unserer Meinung nach mit etwas mehr Akkukapazität, etwas weniger Lärm, einem besseren Verschluss für die Ladebuchse und einem besseren Abfluss des Dreckwassers aus dem Tank hinbekommen. Aber das soll nicht den äußerst positiven Gesamteindruck schmälern: Fensterputzen macht mit diesem Bosch Spaß und spart viel Dreck wie Zeit gleichermaßen.

3. Preiswerter Putzhelfer: Amazon Basics Fenstersauger-Set

Fenstersauger Test: Amazon Basics Fenstersauger-Set
Auch das Amazon Basics Fenstersauger-Set macht einen guten Job
© Roland Kontny / stern

Optik und Eindruck: Amazon hat seinen Basics Fenstersauger technisch und optisch grundsätzlich solide gestaltet. Auf den ersten Blick fällt sein Design hinter den teureren Angeboten kaum zurück. Der hochglänzende Saugaufsatz dürfte allerdings schnell Kratzer bekommen. Eine matte Oberfläche ist für Teile, die bei gewöhnlichem Gebrauch im ständigen Kontakt mit anderen Gegenständen stehen, die bessere Wahl. Wir stolpern außerdem über den Verschluss der Ladebuchse. Der Gummistopfen ist nur mit einem dünnen Band aus dem gleichen Material am Gehäuse verankert und wirkt, als könne er sehr leicht abreißen und verloren gehen. Für das An- und Ausschalten des Saugers hat sich Amazon für einen Schieber entschieden. Das wirkt weniger hochwertig als die mit Gummi umschlossenen Taster bei anderen Fabrikaten. Alles in allem finden wir aber keine gravierenden Schwachstellen. Anders bei der mitgelieferten Sprühflasche: Schrauben wir den Deckel richtig fest auf, steht der Sprühkopf nicht in einer Flucht mit den Griffvertiefungen. Das finden wir unbequem. Zudem steht die Flasche nicht gut, weil der Boden nach unten gewölbt ist.   

Handhabung: Amazon liefert uns mit seinem Basics Fenstersauger den Stand der Technik: Der Tank lässt sich per Knopfdruck entnehmen und entleeren, ohne Gefahr zu laufen, dass Schmutzwasser ins Gehäuse läuft. Die Akkulaufzeit fällt mit 48 Minuten in unserem Test sogar echt großzügig aus. In keiner Position gelangt beim Abziehen Wasser aus dem Tank und die Lautstärke ist gering. Über einen weniger flach gestalteten Griff hätten wir uns gefreut, dann läge das Gerät noch besser in der Hand. Auffällig und ein deutlicher Unterschied gegenüber allen anderen Geräten ist die kleine Gedenksekunde nach dem Einschalten. Es dauert eine Weile, bis der Motor seine nötige Drehzahl erreicht hat. Beim Saugen macht sich diese Eigenart nicht negativ bemerkbar. Wohl aber das etwas höhere Gewicht bei längerer ununterbrochener Anwendung.

Arbeitsqualität: Ein Preistipp wäre kein guter Preistipp, wenn das eigentliche Produktversprechen nicht eingehalten würde. Wir entdecken nach dem Saugen keine Schlieren oder Reste auf der Scheibe oder den anderen Flächen. Einzig an unebenen Rändern können hier und da noch unerwünschte Spuren zurückbleiben, die je nach von uns geleisteter Sorgfalt oder Eile größer, aber auch kleiner ausfallen. Der Vorteil bei Zeitersparnis und mehr Spaß beim Putzen sehen wir aber auch hin eindeutig gegeben.   

Reinigung: Den Amazon Basics Fenstersauger können wir schnell und einfach wieder für den nächsten Einsatz vorbereiten: Aufsatz abmachen, Oberteil entfernen, beides je auf Knopfdruck. Das Innere ist gekapselt, sodass wir etwaige Schmutzreste mit einem feuchten Tuch einfach entfernen können. Auch der Tank ist mit einmal Nachspülen wieder fein und mit einem Handgriff zurück im Gehäuse.

Fazit: Saubere Scheiben bei wenig Lärm, hohe Akkulaufzeit: Mit dem Amazon Basics Fenstersauger können Sie kaum etwas falsch machen. Beachten sollten Sie vor dem Kauf allenfalls, dass es keine schmale Saugdüse gibt, sondern nur den Standard mit 280 Millimetern Breite. Haben Sie viele Sprossenfenster oder kleine Flächen zu säubern, kann das unpraktikabel sein. Außerdem gibt es leichtere Sauger. Aber technisch ist bei überschaubarem finanziellen Aufwand hier nur wenig auszusetzen.

4. Dr. Sauber und Mr. Klobig: Einhell Brillianto

Fenstersauger Test: Einhell Brillianto
Als einziger Kandidat im Feld nutzt Einhell ein Wechselakkusystem
© Roland Kontny / stern

Optik und Eindruck: Was ist das Gegenteil von Einheitsbrei? In diesem Fall der Einhell Brillianto. Er ist ein ganzes Stück schwerer und größer als alle Mitbewerber. Das Gehäuse macht einen sehr robusten Eindruck, der gummierte Griff liegt gut in der Hand. Als einziger Sauger im Test ist der Akku nicht fest im Sauger verbaut, sondern wir schieben ihn unten in einer Art Garage waagerecht in eine Schiene. Der Tank ist abnehmbar, die zugehörige Arretierungsnase allerdings so steil und wenig angeschrägt, dass wir empfehlen, beim Einsetzen des Tanks den Entriegelungsknopf gedrückt zu halten, damit nichts abbrechen kann.

Handhabung: Sorry, aber wir müssen hiermit anfangen: diese Lautstärke! Wir messen – natürlich nicht wissenschaftlich belastbar – in einer Armlänge Entfernung einen Schalldruckpegel von 78 dB(A). Zum Vergleich: Bei 80 müssen Arbeitgeber ihren Angestellten einen Gehörschutz zur Verfügung stellen. Mit gutem Grund, denn wenn wir mit dem Brillianto arbeiten, geht alles andere akustisch unter. Zu schaffen macht uns außerdem das hohe Gewicht von knapp 1,4 Kilogramm, was der doppelten Masse des Testsiegers entspricht. Hier sind also starke Arme gefragt – und vielleicht zwei Ohropax. Der Tank lässt sich auch leeren, ohne ihn auszubauen, das finden wir immer gut. Etwas Vorsicht ist aber geboten: Unterhalb des Tanks sind die Lüftungsschlitze des Motors. Dort sollte möglichst kein Wasser hineinlaufen. Den Akku laden wir im Falle des Einhell nicht im Sauger, sondern in einer externen Ladestation. Das bedeutet: zusätzlicher Platzbedarf.

Arbeitsqualität: Einfach sauber, was herauskommt, wenn wir mit dem Brillianto die Scheiben abziehen. Selbst dann, wenn wir es eilig haben und den Sauger entsprechend schnell über die Scheibe bewegen. Es bleibt nichts zurück, so stark saugt der Einhell-Unterdruck an der Feuchtigkeit. Auch am Rand nicht, auch mit dem optionalen 350 Millimeter breiten Aufsatz nicht, auch beim schnellen Abziehen nicht. Das könnte an der speziellen Gummilippe liegen, auf die Einhell setzt: Sie ist als einzige im Testfeld einteilig, somit etwas steifer – und kann darum am Rand nicht so schnell hochklappen wie die zweiteiligen der Mitbewerber.

Fenstersauger Test: Einhell Brillianto
An Dachschrägenfenster müssen wir den Sauger über Kopf halten, damit wir den richtigen Winkel einhalten können 
© Roland Kontny / stern

Reinigung: Ähnlich wie bei den anderen Systemen ist das schnell erledigt. Den Aufsatz mit der Gummilippe abziehen und ausspülen. Und das Gleiche noch einmal mit dem Tank. Der kommt ohne zusätzlichen Einsatz aus und steht von allein, was uns das zwischenzeitliche Abstellen ermöglicht. 

Fazit: Auch wenn er so sauber macht, wie die anderen Fenstersauger, so gehört der Einhell Brillianto unserer Meinung nach in eine eigene Kategorie, die „Fenstersauger für den semiprofessionellen Einsatz“ heißen könnte. Er ist wegen des hauseigenen 18-Volt-Systems von Einhell und der zugehörigen Akkus viel schwerer und zudem wesentlich lauter als die anderen Sauger. Seine Performance ist entsprechend: Eine Akkuladung reicht sinnbildlich für einen Wolkenkratzer. Dabei macht er auch schwierige Flächen wie Fliesen mit breiten Fugen in einem Durchgang fast komplett trocken – das kann keiner besser. Einzig passt der 100 Milliliter große Tank nicht ganz zu dem Giga-Kraft-Konzept. Zudem sind im Lieferumfang des Saugers kein Akku und kein Ladegerät enthalten. Wenn Sie in der Einhell-Welt erst Fuß fassen, müssen Sie daher für beides rund 35 Euro einkalkulieren. Besonders interessant wird es also für alle, die schon eine Reihe von Einhell-Werkzeugen und die passenden Energiespeicher zu Hause haben.

5. Außer sauber nichts gewesen: Leifheit Dry & Clean Fenstersauger

Fenstersauger Test: Leifheit Dry & Clean Fenstersauger
Der Leifheit-Sauger macht einen guten Job – aber auch nicht mehr. Die anderen Modelle im Test sind raffinierter
© Roland Kontny / stern

Optik und Eindruck: Der Leifheit Fenstersauger kommt etwas altbacken daher. Das Gehäuse ist im Querschnitt weitestgehend rechteckig, die beidseitigen Lüftungsschlitze nicht zu übersehen, die kleine Betriebs-LED oberhalb des An-Aus-Schiebers nicht mehr zeitgemäß. Dazu finden wir den lieblos eingefassten Netzteil-Anschluss, viele tiefe Schraubenschächte, Grate an den zusammengesetzten Gehäuseteilen – und einen nicht präzise einrastenden An-Aus-Schieber. Wir fühlen uns etwas in der Zeit zurückversetzt. Aber: Es wackelt nichts und wir bekommen nicht den Eindruck, dass uns was passieren könnte. Insofern nicht so richtig schön, aber auch nichts Bedrohliches.

Handhabung: Als einziger Fenstersauger schaltet der Leifheit Dry & Clean erst dann auf Vollgas, wenn wir die Gummilippe mit leichtem Druck an die Scheibe halten. Das hat zwei Vorteile: Erstens spart es Energie, wenn wir ihn gerade nicht nutzen, aber zu faul sind, ihn am Schieber manuell auszuschalten. Zweitens ist es dann etwas leiser. Im Betrieb ertragen wir seine Lautstärke noch gut, aber sie ist deutlich höher als bei den leisesten Saugern in diesem Test. Mit rund 740 Gramm ist der Leifheit eher leicht. Die vom Hersteller angegebene Laufzeit des Akkus von 38 Minuten erzielen wir mit 29 eindeutig nicht. Allerdings machen wir auch in dieser Zeit reichlich Fenster sauber. Bei größeren Wohnungen oder Häusern mit Wintergärten kann es aber knapp werden. Das Entleeren des Tanks ginge theoretisch auch ohne Auseinanderbauen des Saugers. Da aber der Auslass direkt oberhalb der Lüftungsschlitze ist und wir kein Eindringen von Wasser in das Gerät riskieren wollen, zerlegen wir ihn in der Mitte – und haben etwas mehr zu tun, als es uns lieb ist und sein muss.

Arbeitsqualität: In diesem wichtigen Kapitel trumpft der Leifheit Dry & Clean auf und reinigt unsere Fenster genauso gut, wie wir es uns wünschen. Es läuft nichts aus, ganz gleich, wie wir das Gerät halten. Auch das konstruktionsbedingt geforderte leichte Andrücken der Gummilippe an die zu reinigende Oberfläche ist keine Extra-Aufgabe, denn etwas Druck legen wir ohnehin an, um die Lippe sauber führen zu können.

Fenstersauger Test: Leifheit Dry & Clean Fenstersauger
Unpraktisch: Die Entleerung ist genau oberhalb der Lüftungsschlitze. Hier besteht die Gefahr, dass Wasser ins Gerät gelangt
© Roland Kontny / stern

Reinigung: Mit dem Gummilippen-Aufsatz, dem Tank, dem darin befindlichen und entfernbaren Teil des Überlaufschutzes spülen wir in diesem Fall drei Teile unter fließendem Wasser ab. Das geht schnell und leicht. Das Herausziehen des Überlaufschutzes am dafür vorgesehenen Griff finden wir aber fummelig und den nötigen Kraftaufwand zu hoch. Hier besteht aus unserer Sicht die Gefahr, dass Schmutzwasser herumspritzt, wenn sich der Einsatz endlich löst. Hierfür gibt es schönere Lösungen.

Fazit: Es reicht nicht zu vier Sternen. Die eigentliche Reinigungsleistung des Leifheit Dry & Clean ist ohne Abstriche gut. Doch die Konkurrenz zeigt, dass es im Detail besser geht und mehr Spaß machen kann. Damit sind die kürzeste Akkulaufzeit und die Geräuschkulisse ebenso gemeint, wie das etwas wuchtige Aussehen. Hinzu kommt noch die Abwesenheit der eigentlich obligatorischen Sprühflasche. Die Kosten dafür müssen Sie im Geiste für einen fairen Preisvergleich also addieren. Und dann ist da noch die Sache mit den angeblich 100 Millilitern Volumen des Schmutzwassertanks: Wenn wir 100 Gramm Wasser abmessen und einfüllen, ist der Pegel eindeutig oberhalb der Maximal-Linie – irgendwas stimmt hier nicht. Die mitgelieferte Verlängerung von rund 45 Zentimetern ist ein nettes Gimmick, allerdings empfanden wir beim Testen an höher liegenden Fenstern das sichere Stehen auf einem Tritt o. ä. angenehmer, als in luftiger Höhe das Gerät an einer Stange gehalten an die Scheibe pressen zu müssen. Wer Scheiben sauber machen will, kann das mit dem Leifheit tun. Aber mehr Spaß macht es womöglich mit anderen Saugern.

Weitere interessante Fenstersauger

1. Günstig und gute Noten: Stark WC-2000 Home Set

Dieses Stark-Komplettset mit Sprühflasche, Ersatz-Gummilippe und -Mikrofastertuch finden wir bei einem Online-Preis von zeitweise weniger als 35 Euro erfreulich erschwinglich, und es erhält von der stark überwiegenden Zahl der Kaufenden gute Rezensionen. Das liegt auch an seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten: Den Fenstersauger können Sie senkrecht, waagerecht und über Kopf einsetzen, ohne dass irgendwas ausläuft. Damit steht er teuren Modellen in nichts nach. Mit 150 Millilitern ist der Schmutzwassertank sogar größer als bei den meisten Konkurrenten. Die prognostizierte Akkulaufzeit von 35 Minuten finden wir ebenfalls voll alltagstauglich, wenn Sie nicht gerade alle Scheiben an drei Wintergärten reinigen wollen. Wollen Sie etwas Farbe in die Welt von Einheitsweiß und Standardschwarz bei Ihren Haushaltsgeräten bringen, sehen Sie sich diesen Fenstersauger genauer an.

2. Der darf auch duschen: Leifheit Nemo

Was ist schlank im Design, wiegt weniger als 500 Gramm und hat mit 45 Minuten eine überdurchschnittliche Akkulaufzeit? Richtig, der Leifheit Nemo. Sein größter Clou ist allerdings sein IXP7-Schutz: Der Fenstersauger mit integriertem Wassertank hält auch dem zwischenzeitlichen Abtauchen unter Wasser stand. Zudem finden Sie im Set 31035 neben einem Aufsatz mit schwarzer auch noch einen mit weißer Gummilippe sowie eine Halterung für die Duschwand, damit Ihr Nemo stets in Griffweite bleibt und gut aussieht. Das alles zusammen macht ihn zur idealen Besetzung als Saubermann in großen Badezimmern mit vielen glatten Flächen, die Sie so von Feuchtigkeit befreien können, ohne Gefahr zu laufen, den Sauger zu beschädigen. Weil der Tank im Griff integriert ist, spüren Sie das ohnehin geringe Gewicht des Saugers noch weniger als bei kopflastigen Geräten – alles sehr durchdacht. Der Leifheit Nemo liegt mit rund 65 Euro im oberen Preissegment, was wir aber wegen des geringen Gewichts und seiner Fähigkeit, auf Tauchstation zu gehen, für in Ordnung halten.

3. Der mit großem Tank: EAVE Fenstersauger Set

Handlicher Fenstersauger mit besonders großem Tank gefällig? Dann sehen Sie sich den EAVE genauer an. Mit 200 Millilitern fasst das Reservoir die doppelte Menge im Vergleich zu den meisten Geräten auf dem Markt. Bei rund 600 Gramm Leermasse zählt der EAVE-Fenstersauger gleichzeitig zu den leichteren Vertretern seiner Art. Sein Design mit dem unterbrochenen Griff ist gefällig, zur Wahl steht der zweifarbige Sauger in den Kombinationen schwarz/gelb oder schwarz/grün (Stand: Anfang Februar 2026). Das mitgelieferte Zubehör mit Ersatz-Abziehlippe und -Mikrofasertuch finden wir sehr nützlich. Bei Kosten von rund 40 Euro eine komplette Erstausstattung, die wir bei gewöhnlichem Gebrauch für eine gute Lösung halten.

4. Von allem etwas mehr: Kärcher WV6 Plus

Neben dem hier getesteten WV2 kommen wir auch um den großen Bruder Kärcher WV6 Plus kaum herum. In den meisten Vergleichstests belegt er einen der vorderen Plätze oder gleich Rang eins. Auf dem Papier ist er den meisten Wettbewerbern überlegen: Die bis zu 100 Minuten Akkulaufzeit zeigt eine LED-Anzeige beim An-Aus-Schalter an und der 150 Milliliter große Tank reicht für viel abgezogene Fensterfläche. Eine Besonderheit ist die extrem lange Lippe. Sie erleichtert das Abziehen von bodentiefen Fenstern bis ganz nach unten. Auch beim WV6 Plus gehört eine Sprühflasche zum Lieferumfang – Sie können also gleich loslegen. 75 Euro kostet der große Kärcher. Dafür bekommen Sie einen echten Abzieh-Profi und Gewinner des German Design Award 2020.

5. Für den kleinen Haushalt: Brandson 306918

Ein eleganter und zugleich leichter Fenstersauger kommt aus dem Hause Brandson. Der 306918 soll knapp unter 500 Gramm wiegen, was ihn zu einem der leichtesten Sauger auf dem Markt macht. Viel schwerer wird er auch in Betrieb nicht, weil der transparente Tank mit 60 Millilitern bereits so gefüllt ist, dass Sie ihn ausleeren müssen. Auch fällt die Akkulaufzeit mit angegebenen 30 Minuten etwas geringer aus als bei den gängigsten Geräten auf dem Markt. Für kleine Wohnungen sind aber diese Werte nach unseren Erkenntnissen völlig ausreichend. Zudem kostet der Brandson 306918 nur rund 40 Euro und liegt damit eher im unteren preislichen Mittelfeld.

Fenstersauger: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Wie funktioniert ein Fenstersauger?

Wie ein Staubsauger, nur dass er das Putzmittel-Schmutz-Gemisch von der Scheibe saugt, das Sie zuvor mit dem Einweichen des Drecks erzeugt haben. Das Gerät ist mit einer Gummilippe bestückt, mit der Sie die Scheibe idealerweise streifenfrei abziehen können. Hinter der Lippe zieht der Fenstersauger die Flüssigkeit mit per Elektromotor aufgebautem Unterdruck ab und speist das abgenommene Putzwasser in einen Tank.

Brauche ich ein spezielles Reinigungsmittel für Fenstersauger?

Nein, Sie können einfach bei Ihrem bisherigen Putzmittel bleiben – sofern es säurefrei ist. Diese Vorschriften machen nämlich alle Hersteller von Fenstersaugern. Sie müssen also auf den gewohnten Duft Ihres Lieblingsreinigungsmittels wahrscheinlich nicht verzichten. 

Kann ich mit einem Fenstersauger-Set sofort loslegen?

Das kommt darauf an, was der jeweilige Anbieter unter einem Set versteht. In den allermeisten Fällen können Sie sofort starten, denn die Sprühflasche ist für fast alle Hersteller obligatorisch, ebenso mindestens ein passendes Mikrofasertuch. Diese dürfen Sie in der Maschine waschen, sodass Sie also nicht gleich den ersten Ersatz benötigen. Ist das Tuch dann doch irgendwann hinüber, können Sie es im Netz ebenso problemlos nachkaufen, wie die Gummilippen. Diese sollten Sie austauschen, sobald erste Beschädigungen erkennbar sind.

Sind Fenstersauger für Allergiker sinnvoll?

Es kann durchaus sein, dass Allergiker einen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Fensterputzen mit Lappen in der Hand merken. Schmutz und damit auch angelagerte Pollen zieht der Sauger direkt in den Tank, sie landen also nicht im Reinigungslappen. Es kommt aber auf die individuelle Sensibilität an. Auf jeden Fall machen Sie sich die Hände weniger schmutzig. 

Lohnt sich ein Fenstersauger wirklich im Vergleich zum klassischen Fensterwischer?

Ab einer bestimmten Gesamtfensterfläche in Ihrem Haushalt auf jeden Fall. Voraussetzung ist allerdings, dass die einzelnen Scheiben eine bestimmte Größe überschreiten: Müssen Sie sehr kleine Scheiben reinigen, auf denen Sie kaum noch mit der schmalsten Gummilippe herumfahren können, wird es fummelig und der Zeitvorteil des elektrischen Helfers wird zunichtegemacht. Wo genau die erwähnte Grenze verläuft, ist aber individuell. Mit einem Fenstersauger ist es aber sehr wahrscheinlich, dass weniger Wasser auf den Boden, die Fensterbank oder dahin tropft, wie Sie es nicht haben wollen.

Kann ich mit einem Fenstersauger auch andere Flächen reinigen?

Ja, die allermeisten Fenstersauger sind grundsätzlich für alle glatten Flächen wie Duschwände, Fliesen, Spiegel, oder Glastische geeignet. Die Hersteller solcher Geräte weisen meist mit bebilderten Anwendungsbeispielen auf die Vielseitigkeit ihrer Produkte hin. Vorsicht aber bei strukturierten oder stark gewölbten Flächen: Erstere können die Gummilippe sehr leicht beschädigen oder schneller verschleißen. Und Wölbungen verlangen von Ihnen ein sehr geschicktes Führen mit der Hand und es steigt die Gefahr von Tropfwasser.

Worauf sollte ich beim Kauf besonders achten?

Eine große Rolle spielen neben der eigentlichen Güte der Reinigung noch die Akkulaufzeit und gegebenenfalls das Gewicht des Saugwischers. Je nach Größe der zu reinigenden Fenster sollten Sie zudem ein Gerät nehmen, für das es neben der Standardbreite von circa 28 Zentimetern auch noch einen schmaleren und/oder breiteren Aufsatz gibt. Für besondere Anwendungen wie weit oben liegende Flächen gibt es für einige Modelle auch Teleskopverlängerungen. Der Test zeigt zudem, dass es große Unterschiede bei der Lautstärke gibt.

Hat Stiftung Warentest Fenstersauger getestet?

Ja, allerdings ist der Test von insgesamt elf Geräten schon etwa sieben Jahre her. Vorteil für Sie: Den Test können Sie wegen seines Alters kostenlos herunterladen. Schon damals aber kamen übrigens acht der elf Kandidaten gut bei den Testenden an. Deutlich aktueller ist der Test von Fenstersaugrobotern. Die kosten mehr, nehmen Ihnen aber auch noch mehr Arbeit ab. Auch hier gilt: So richtig sinnvoll ist das nur ab einer bestimmten Größe des einzelnen und aller Fenster zusammen.   

Quellen: Hersteller, Auersignal, otto.de, BGHM