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stern-Stimme Maries Modelcheck: Stella Maxwell, das Supermodel von nebenan

Stella Maxwell ist der neue Star am Model-Himmel. Obwohl in der Fashion-Branche Missgunst zu den Werkseinstellungen gehört, ist sie in der Welt der Haute-Couture beliebt wie kaum ein anderes Model. Woran liegt das?

Von Marie von den Benken

Stella Maxwell

Model Stella Maxwell auf dem Laufsteg von Victoria's Secret

Wenn ich eines Tages den Männern abschwören und mein Liebesheil in den Armen einer anderen Frau suchen sollte, wäre Stella Maxwell sicher eine Kandidatin, der mein Herz ziemlich leicht zufliegen könnte. Das erste Learning, das mir bescherte, war, dass sich viele Jahre Latein-Kurse auf einem Hamburger Gymnasium, die man zu Schulzeiten stets als tote und vor allem nutzlose Sprache kategorisiert hatte, sich irgendwann doch auszahlen. Zumindest kann ich nun, Jahre später, in dieser Kolumne mit meinen althumanistischen Fähigkeiten prahlen. Stella heißt nämlich auf lateinisch Stern und (Achtung – Überleitung des Jahres) wie sagt der Lateiner? Genau: Nomen est omen. Es gibt aktuell in der Modelbranche kaum einen höher fliegenden Star als Stella.

Der Spagat zwischen Boulevard und Laufsteg

Die 27-Jährige ist schon als Kind viel rumgekommen und hat die Welt und verschiedene Kulturen gesehen. Ihre Eltern kommen aus Nordirland, aufgewachsen ist sie in Belgien. Okay, nun kann man nicht gerade davon sprechen, dass Nordirland und Belgien extreme kulturelle Unterschiede aufweisen, jetzt mal von der Qualität der Pommes abgesehen. Mit gerade mal 14 zog es ihre Eltern und sie dann allerdings nach Neuseeland. Das wiederum ist dann zumindest schon mal am anderen Ende der Welt. Heute, knapp 13 Jahre später, ist sie sowohl in ihrer Heimat, wie auch auf allen anderen Teilen der Erde ein Begriff. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass sie eine der ganz wenigen Topmodels ist, die langfristig den Spagat zwischen Celebrity-Model und echtem Haute-Couture-Model hinbekommt. Sie ist weltweites Trendthema auf Boulevard-Titeln, etwa wenn plötzlich Fummel-Knutsch-Videos mit Miley Cyrus von schwach beleuchteten Parkplätzen auftauchen. Gleichzeitig ist sie populäres Model durch ihre Tätigkeit als Victoria's Secret Engel, läuft aber ebenfalls für die ganz großen Couture-Häuser, wie zuletzt für Chanel in der Hamburger Elbphilharmonie. Diese Kombination gelingt den wenigsten.

NEW: Stella Maxwell for Chanel #Backstage #chanel #stellamaxwell 📸 @marielleloubet

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Exzesse als Karriere-Katalysator

Ihre Exzesse, vom Zungenkuss mit Lady Gaga bis zum Nackt-Pool-Tête-à-Tête mit Modelkollegin Barbara Palvin und Affären wie mit Twilight-Star Kristen Steward, machten sie weit über den Tellerrand der Fashion-Branche bekannt. Dennoch wirkt sie durch ihren Lebensstil bodenständig und hat sich durch die Bling-Bling-Glamourwelt des internationalen Fashion-Jet-Sets nicht in ein Louis Vuitton Püppchen verwandeln lassen. Sie lebt aktuell in Los Angeles, liebt aber Paris, unter anderem, weil man dort in Europa viel frischere und besser schmeckende Lebensmittel als in Amerika erhalten könne.

Obwohl sie oftmals für die klassische Sehnsucht schlafloser Männernächte gehalten wird, hat sie nie ein Geheimnis aus ihrer Neigung zu Frauen gemacht. Während ihrer Liaison mit Popstar Miley Cyrus beispielsweise kokettierten beide unverhohlen mit ihrer Verbindung und veröffentlichten beide eindeutig-zweideutige Bilder, die halbironisch ihre Lovestory manifestierten. Etwa ein Bild ihres zukünftigen Babys. Cyrus lernte sie übrigens nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, auf irgendeinem Promi-Event oder einer Elite-Gala kennen, sondern wie mittlerweile in der Generation der Digital Natives üblich, im Internet. Auf Instagram.

Das Topmodel von nebenan

Egal wo sie auf der Welt ist und welchen Job sie zu erledigen hat, eine Stunde Yoga ist jeden Tag Pflicht: "Yoga nimmt nur eine einzige Stunde meines Tages ein, aber es hinterlässt immer ein ausnahmslos positives Gefühl in mir." Viel Zeit nimmt auch Social Media ein. Ihre aktuell 3,4 Millionen Follower auf Instagram hält sie als perfektes Abziehbild der absoluten Traumfrau in Atem. In der digitalen Welt gibt sie sich als sexy Vamp, der viel Haut zeigt und gleichzeitig als süßes Mädchen von nebenan, das nichts mehr liebt als seinen kleinen Hund. Männer verfallen ihrer gnadenlos zeitlosen Schönheit und ihrem Körper, Frauen wollen so sein wie sie. Auch, weil sie es versteht, immer freundlich und aufmerksam zu bleiben. Sie interagiert viel auf Instagram, sowohl mit Freunden, aber auch mit Fans. Und die hängen ihr an den virtuellen Lippen. Ein Beispiel: Vor einigen Wochen postete ich auf meinem Instagram-Account ein Bild, auf dem ich ein T-Shirt mit Stella trug und verlinkte sie. Obwohl sie auf Instagram täglich auf einige Hundert Verlinkungen kommt, kommentierte sie mein Bild und zog damit einige hundert ihrer treuen Follower auf meinen Account. Und das bedeutet für einen kleinen Instagram-Account wie meinen durchaus etwas. Mit knapp 250.000 Followern bin ich dort nämlich in etwa nur ein Vierzehntel so populär wie sie. Aber das ist ihr egal. Anders als viele andere, vor allem auch deutsche Koryphäen der Model- und Influencer-Welt agiert sie nicht nach dem Motto: Getaggt wird nur, wer größer ist als ich. Starthilfe für kleinere Accounts mache ich nicht.

Fashion-Ikone

Als Model war sie bereits auf allen wichtigen Covern der Welt, von "Vogue" bis "Elle". Sie arbeitete für Tommy Hilfiger, Lagerfeld, Versace, Fendi, Roberto Cavalli, La Perla, Dsquared2, Balmain, Kenzo, Dolce & Gabbana, Marc Jacobs, DKNY oder Bottega Veneta und damit für das Who is Who der Luxus-Couture-Häuser genauso, wie für die urbanen Street-Labels. Das Pop-Art-Luxuslabel Moschino hat ihr eine eigene Barbie-Puppe gewidmet. Auch im Justin Bieber und David Guetta Video zu "2U" macht sie eine äußerst aparte Figur. Sie hat alles: Erfolg in verschiedenen Genres, Schönheit, Millionen, ein aufregendes Leben auf der Überholspur und offene Türen, wo immer sie hin kommt. Dennoch wird in der gesamten Branche kaum jemandem so wenig Missgunst entgegengebracht, wie ihr. Und Missgunst ist normalerweise eine Werkseinstellung in der Fashion-Branche.

NEW: Stella and Trip in LA #stellamaxwell

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Stella ist auf den Hund gekommen

Mein Herz – das hatte ich ja eingangs bereits gebeichtet – hat Stella ebenfalls erobert. Warum man sie aber wirklich lieben muss, hat nichts mit ihrer Figur, ihrem Erfolg oder ihrer Schönheit zu tun. Sie ist ein Mensch, der über den Tellerrand hinausblickt. Der sich für die Dinge abseits der goldenen Blase der Fashion-Welt interessiert. Wenn man sie auf ihren Hund Trip anspricht, ein zauberhafter Chihuahua, möchte man sie für jedes Wort umarmen und nie wieder loslassen: "Trip ist aus einem Tierheim. Es gibt auf der Welt so viele Tiere, die Menschen glücklich machen können und die nur ein schönes zu Hause brauchen. Es ist mir sehr wichtig zu sagen, dass man niemals zu einem Züchter gehen sollte, wenn man sich entscheidet, einen Hund zu haben." Trip begleitet sie überall hin. Er ist Vielflieger und kennt mittlerweile wohl alle Top-Fotografen und -Stylisten der Welt. Wenn Stella irgendwo backstage gefittet wird, kann man sich sicher sein, dass Trip irgendwo in ihrer Nähe vor sich hin schlummert oder ein paar sauteure Schuhe zerlegt. Doch die wichtigste Message bleibt: "Geht in Tierheime! Es wird euer Herz zerreißen. So wie meins, als ich Trip bekam. Ich ging in das Tierheim und dort waren so viele so tolle Hunde. Am liebsten hätte ich sie alle mitgenommen!"

Wer mich kennt, der weiß: Wer sich so sehr um Tiere bemüht, wie Stella Maxwell, hat bei mir für ewig einen Stein im Brett. Darum fällt es mir leicht, euch am Ende der heutigen Kolumne zuzurufen: Wenn ihr einen Hund wollt, rettet einen aus dem Tierheim. Und wenn ihr eine tolle, wunderschöne Frau sehen wollt, gebt den Namen Stella Maxwell bei Google ein. Das wäre dann auch schon alles für dieses Mal.

Bis dahin: Alles Liebe, Eure Marie