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Instagram-Star: Wie sich das Internet in den Mann mit den selbstgestrickten Pullis verliebt hat

Sowas nennt sich Marktlücke: Sam Barsky hat irgendwann angefangen, Pullis mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten zu stricken. Mit den Pullis reist er dann zur entsprechenden Sehenswürdigkeit und macht ein Selfie. Schwuppdiwupp: Fertig ist die Karriere.

Strickmeister Sam Barsky

Als Samuel Barsky das Stricken für sich entdeckt, ist er 25 Jahre alt. Wir schreiben das Jahr 1999, und Barsky hat gerade seine Ausbildung als Krankenpfleger abgebrochen. Er hat jetzt viel Zeit zum Stricken, und überhaupt, also sitzt er eines Tages an einem kleinen Fluss, blickt auf eine kleine Brücke, sieht den Himmel und die Wolken dazu, und denkt: Das würde schön auf einem Pulli aussehen.

Barsky fackelt nicht lange und macht sich an die Arbeit. Seine Stricktechnik sei ein Experiment gewesen, sagt er, und sie habe sich als Erfolg herausgestellt. Den Beweis hat er auf seiner Instagram-Seite gepostet:

Apropos Instagram: Da ist Barsky längst ein Star mit über 26.000 Followern. Das Internet liebt den Strickmeister, seit dieser die sozialen Medien für sich entdeckt hat. "Bei Facebook gibt es ja unterschiedliche Gruppen für alle möglichen Interessen", so Barsky über die Initialzündung vor rund fünf Jahren, "auch fürs Stricken." Damals begann er, seine Liebe für selbstgestrickte Sweater online zu teilen – der Beginn einer kuriosen Erfolgsgeschichte.

Sam Barsky, der Strickkönig von Instagram

Denn Barsky inszeniert sich inzwischen als strickender Weltreisender: Er lichtet sich vor berühmten Sehenswürdigkeiten im selbstgestrickten Pulli ab – und diesen Pulli ziert die jeweilige Sehenswürdigkeit. So ist Barsky vor den Niagarafällen zu sehen, vor dem Hollywood-Schriftzug, vor der Tower Bridge in London. Barskys Sweater-Selfies sind inzwischen Insta-Hits, vom "Time"-Magazin bis zur "New York Times" berichten die angesehensten Medien über ihn.

Insgesamt 119 Reise-Pullis hat Barsky bisher entworfen, berichtet er, und er hat nicht die Absicht irgendwann damit aufzuhören: "Es ist jetzt eine Karriere für mich", sagt er in einem Interview mit "Fox News". Er plane die Massenproduktion, außerdem will er ein Buch schreiben über das Hobby, das er zum Beruf gemacht hat. Keine Frage: Der Mann strickt fleißig an seiner eigenen Legende.

tim
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?