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Der NEON-3er: Stell dir vor, du hast einen Dreier – und Mama platzt rein

Unser Autor hatte schon viele Dreier. Er hat gerne seinen Spaß – und bislang hinterher oft ein schlechtes Gewissen. Bis die Mutter seiner Affäre zur Tür reinplatzte. Wieso das irgendwie okay war und sogar ziemlich geholfen hat.

Sechs Füße in einem Bett

Unser Autor hat viele Dreier – und schämte sich bislang immer dafür

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Ich habe Sex, mit wem ich will. Mit Männern, Frauen, queeren Menschen, zu zweit, zu dritt, in Gruppen. Aber vor meiner würde ich nicht einmal eine Zigarette rauchen. Würde ich ihr Sohn zu ihr sagen: "... und dann habe ich mit diesem Jungen rumgemacht", sie würde einen Herzinfarkt bekommen.

Meine Eltern kommen aus Bangladesh. In meiner Teenagerzeit lebten wir in Singapur. Beide Orte sind sehr konservativ, schon ein Drink kann dich und deine Familie in Verruf bringen. Als ich 18 war, zogen wir nach Kalifornien. Unsere Vermieter dort waren schwul und hatten gerade ein Kind adoptiert. Das Paar zu sehen, machte mir klar: Jeder kann jeden lieben, unabhängig von dem Körper, in dem er geboren ist!

So habe ich dann selbst angefangen zu leben und hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen. Irgendwo in mir spukte doch meine Erziehung herum. Außerehelicher Sex, ein Dreier mit einem Mann und einer Frau, alles undenkbar! Aber in genau der Konstellation lag ich vor ein paar Jahren auf einer Matratze bei meinem oder besser: unserem Lover zu Hause. Es war Sommer, wegen der Hitze hatten wir die Decke zur Seite geworfen. Da klopfte es an der Tür. "Schätzchen?" , rief seine Mutter. Er lebte im Haus seiner Eltern. Er hatte gesagt, sie seien "ziemlich entspannt" . "Ja, Mama?", rief mein Lover zurück. Sie steckte den Kopf zur Tür rein: "Wenn ihr mögt, gibt es Brötchen in der Küche." Dann machte sie, ohne mit der Wimper zu zucken, die Tür wieder zu.

"Früher dachte ich oft, was ich tue, sei schmutzig"

Ich lag in Schockstarre auf der Matratze. Kein hysterischer Anfall? Kein Nervenzusammenbruch? Kein Verstoßenwerden auf immer und ewig? Wir drei konnten uns einfach zu den Eltern an den Tisch setzen und frühstücken? Als mir dämmerte, dass diese Leute einfach nach den Idealen lebten, an die ich selbst glaube, hatte ich das Gefühl, in mir blase sich ein riesiger Glücksballon auf.

Es ist nicht so, dass ich seitdem irgendetwas anders mache im Bett. Aber früher dachte ich oft, was ich tue, sei schmutzig. Verboten. Jetzt muss ich nicht mehr so viel Energie darauf verwenden, mich vor mir selbst zu rechtfertigen. Natürlich gibt es Tage, an denen es mich wieder packt: Wer man ist und wie man sein soll, das muss man immer wieder neu mit sich aushandeln. Damit ist man nie fertig. Aber durch die Begegnung mit der Mutter meines Lovers kämpfe ich jetzt weniger mit mir selbst.

Ich hing noch etwa ein Jahr mit den beiden ab, es war eine richtig tiefe, emotionale, superschöne Dreiergeschichte. Meiner eigenen Mutter erzähle ich noch immer nicht, was ich so treibe. Warum auch, jeder hat seine Wahrheit.

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