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NEON-Reihe #sexbewusst Das passiert beim Orgasmus in eurem Körper

Die Franzosen beschreiben ihn als "kleinen Tod", in Tibet gilt er als Zustand höchster Glückseligkeit: Der Orgasmus gehört zu den intensivsten Erfahrungen, die wir erleben können. Doch was beeinflusst, wie wir diese Momente wahrnehmen?


* Die Kultur 
In Gesellschaften, die weibliche Lust schätzen, haben Frauen mehr Orgasmen. Gibt es keine Vorstellung von weiblicher Lust, fällt es Frauen schwerer, diese zu empfinden. In einigen Kulturen wiederum gibt es nicht einmal ein eigenes Wort für den weiblichen Höhepunkt. Bei den Arapesh etwa, einem Stamm in Papua Neu Guinea gelten Frauen gar als anorgasmisch. 


* Die Psyche
Fest steht: Wenn wir uns gestresst und unter Druck fühlen, hemmt das eher unsere Lust. Dazu kann zum Beispiel der innere Druck führen, einen Orgasmus empfinden zu müssen. Dieser Gedanke ist einer Umfrage zufolge für viele Frauen einer der größten Lustkiller. Sie erlebten erst Höhepunkte, als sie Sex als Reise ohne Ziel betrachteten.


* Die Beziehung
Ohne gute Verbindung zu uns selbst und zum Sex-Partner sind Orgasmen meist fahl. Partner, die gemeinsam über ihr Sexleben sprechen, erleben häufiger und intensivere Orgasmen als Paare, die das nicht tun. Sie tauschen sich oft und nicht nur im Schlafzimmer darüber aus, welche Fantasien sie haben und was sie beim Sex gut oder nicht so gut finden.


* Der Körper
Unser Körper ist unser Instrument, mit dem wir Orgasmen orchestrieren. Dazu gehört jeder Teil von ihm – vom Ohrläppchen bis zum kleinen Zeh. Aber was passiert eigentlich in unserem Innern beim Sex und Orgasmus?


Phase 1: Erregung 
Die Schamlippen und Schwellkörper in der Vagina und Klitoris füllen sich mit Blut. Die Vagina wird feucht.
Die Gebärmutter wird größer und gleitet von der Harnblase weg. Die Vagina verlängert sich.


Phase 2: Plateau 
Die Klitorisspitze zieht sich zurück. Das Gewebe am äußeren Drittel der Vagina schwillt weiter an.


Phase 3: Orgasmus - oder viele Orgasmen  
Vagina und die Gebärmutter beben, ebenso wie die Muskeln am Anus und um den Enddarm. Der Muttermund taucht dabei in die Vagina ein.


(Nach: "Die sexuelle Reaktion". Masters und Johnson)


Bei dieser Party schütten wir viele Hormone aus und die verursachen intensive Gefühle. Endorphine reduzieren unser Schmerzempfinden. 
Dopamin flutet uns – ein Hormon mit Suchtpotential. Es wird auch ausgeschüttet, wenn wir Koffein, Nikotin oder Kokain zu uns nehmen.
Wir baden in einem Oxytocin-Meer, Frauen stärker als Männer. Forscher vermuten, dass wir uns dadurch ruhiger und anderen Personen näher fühlen. 
Dass wir uns nach dem Orgasmus satt und befriedigt fühlen, wird dem Hormon Prolaktin zugeschrieben. Übrigens: Nach Orgasmen mit einem Partner schütten wir mehr Prolaktin aus als nach Sex mit uns allein.
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Manche Orgasmen sind nur wie ein leichtes Beben. Andere fühlen sich sehr intensiv an und scheinen nicht enden zu wollen. Was beeinflusst, wie Frauen Orgasmen empfinden? Und was passiert im Innern des Körpers dabei?

Beim Orgasmus spielen viele Dinge im Körper zusammen. Sie beeinflussen auch, wie wir unseren Höhepunkt erleben. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem animierten Video oben.

Ein Bewusstsein für seine Gedanken, Gefühle und Empfindungen zu entwickeln, hat viele Vorteile. Es hilft uns, Stress abzubauen, kurbelt die Kreativität an – und kann sogar das Gehirn verändern. 

Das Stichwort lautet Achtsamkeit. Kurz gesagt bedeutet das: mitkriegen, was gerade in dir passiert. 

Auch auf Sex hat das einen positiven Effekt: Über mehrere Jahrzehnte wurde die Wirkung von Achtsamkeit auf die sexuelle Lust bei Frauen untersucht. Die meisten Frauen hatten besseren Sex, nachdem sie ein Achtsamkeits-Training mitgemacht hatten.

Das klingt leicht, beim praktischen Versuch ist es aber meist gar nicht so einfach. In der folgenden Folge unseres #sexbewusst-Podcasts hilft euch Sexualberaterin Susanna-Sitari Rescio mit einer angeleiteten Meditation, den eigenen Körper noch besser wahrzunehmen.

Viel Spaß bei der neuen #sexbewusst-Podcast-Folge "Lerne, dein Inneres wahrzunehmen - Spüren, fühlen, denken":


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