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Interview

Offene Beziehung: Wie sage ich meinem Partner, dass ich Sex mit anderen haben möchte?

Was ist eigentlich eine offene Beziehung? Wie lebe ich sie, wie kann sie funktionieren? Und sind wir überhaupt monogame Wesen? Wir haben bei einer Paartherapeutin nachgefragt.

Interview: Stephanie Morcinek

Mann und Frau liegen eng umschlungen auf dem Bett

"Wenn Sie Ihrem Partner vertrauen und sowieso ein Grundverständnis füreinander da ist, dann sagen sie es einfach gerade heraus"

Inga Thomsen ist systemische Paartherapeutin in Berlin.

Frau Thomsen, gibt es einen Unterschied zwischen den Begriffen offene Beziehung und Polyamorie?

Inga Thomsen: Ja, den gibt es. Mit Polyamorie ist gemeint, dass Menschen mehrere Partnerschaften haben, die alle gleich gestellt sind. Ohne Hierarchie werden hier Liebe und Zärtlichkeiten mit unterschiedlichen Partnern ausgetauscht. Es gibt keine Hauptbeziehung. Von einer offenen Beziehung spricht man, wenn sich ein Paar über die bestehende Partnerschaft definiert, es aber auch noch sexuelle Kontakte zu Dritten gibt.

Hat die Nachfrage nach Informationen zu offenen Beziehungen in den letzten Jahren zugenommen?

Ich kann als Paartherapeutin sagen, dass es sogar deutlich mehr Anfragen gibt. Eine offene Beziehung kann heute viel besser gelebt werden. Die Partner sind finanziell unabhängiger als früher und überhaupt haben beide Partner mehr Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Früher war der Mann häufig unterwegs, die Frau blieb meist zu Hause. Es gibt heute viel mehr Gelegenheiten, jemanden kennen zu lernen, und auch Seitensprünge lassen sich heute leichter organisieren.

Stimmt etwas mit meiner Beziehung nicht, wenn ich mir Sex mit anderen wünsche?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Man muss sich selbst fragen, was die Ursache für den Wunsch ist, Sex mit anderen zu haben. Ist der Partner nicht mehr so interessant für mich, liebe ich ihn nicht mehr oder steckt man eher in einer Phase der Beziehung, in der Körperlichkeit gerade weniger gewünscht ist? Will ich durch den Sex mit anderen eventuell wieder mehr Spannung ins eigene Liebesleben bringen, oder habe ich wirklich das tiefe Bedürfnis, mit anderen Menschen Sex zu haben, was vielleicht nichts mit der festen Partnerschaft zu tun hat.

Wie sollte ich dem Partner den Wunsch nach einer offenen Beziehung am besten beibringen?

Wenn Sie Ihrem Partner vertrauen und sowieso ein Grundverständnis füreinander da ist, dann sagen Sie es einfach geradeheraus. Sprechen Sie Ihre Bedürfnisse an, sagen Sie, was Sie wirklich brauchen und wollen. Keine gute Idee ist es, den Partner austricksen zu wollen. Zum Beispiel mit Fragen danach, ob er sauer werden würde, wenn Sie Sex mit anderen hätten. Das könnte beim Partner auch das Gegenteil auslösen, nämlich dass er denkt, sie stellten ihm eine Liebesbekundungsfalle und er müsse es ablehnen. Ehrlichkeit und Ihre Bedürfnisse sollten im Vordergrund stehen.

"Stellen Sie Regeln auf und setzen Sie Grenzen"

Wie kann eine offene Beziehung funktionieren?

Nur mit Vertrauen und Offenheit. Besprechen Sie alles mit einander, stellen Sie Regeln auf und setzen Sie Grenzen. Das sollte auch keine einmalige Abmachung sein, sondern in einen Prozess übergehen. Reflektieren Sie gemeinsam und seien Sie offen für Veränderungen der Regeln. Gemeinsame Absprachen sind das Wichtigste.

Ist der Mensch überhaupt ein monogames Wesen?

Menschen können Entscheidungen treffen. Sie können monogam, polyamor oder in einer offenen Beziehung leben. Welche Lebensform für einen selbst die richtige ist, kann jeder frei entscheiden. Es gibt sie alle und sie haben alle ihre Berechtigung.

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(