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"Inconvenient Nudes": "Wir sind uns alle so ähnlich": Fotograf zeigt Sexualität mit Behinderung

"Behinderung ist verpönt, versteckt und Sexualität bei Menschen mit Behinderung ist ein Tabu-Thema", sagt Jérôme Deya über seine Arbeit. Das will der Fotograf mit diesen Bildern ändern. 

Jérôme Deya: "Inconvenient Nudes"

Mickaël: "Aurélie und ich gehen ins gleiche Integrationszentrum in der Loir-et-Cher-Region. Da haben wir uns vor acht Jahren kennengelernt. Trotz meiner Behinderung – ich habe die Glasknochenkrankheit – lebe ich tagtäglich ziemlich autonom. Wenn wir zu zweit sind, muss Aurélie allerdings sehr vorsichtig mit mir sein. Wegen ihrer Zerebralparese ist es sehr schwierig für sie, ihre Bewegungen zu kontrollieren, besonders in hochemotionalen Situationen. Ich glaube, die Tatsache, dass wir viel über die Behinderung des anderen lernen, ist unsere größte Stärke. Wir kommunizieren viel und finden dadurch Kompromisse. Nichts Verrücktes, alles wird ausgesprochen. Wir wollen einfach nur zeigen, was viele Leute nicht verstehen: Dass man trotz Behinderung ein ganz normales Liebesleben haben kann."

"Diese Bilder sind eine Hymne an außergewöhnliche Körper. Körper, die einige gern verschleiert sehen würden", schreibt Jérôme Deya über seine Arbeit. "Vor allem ist es eine Hymne an Emotionen, Empfindungen und die manchmal überraschenden Liebesbeziehungen, die manche Menschen gern verbieten würden."

In seiner Arbeit "Inconvenient Nudes" (Deutsch: Unbequeme Aktbilder) zeigt Deya Paare, bei denen ein oder beide Partner mit einer leben. Die Darstellung aller Körper und ihres Rechts auf Sexualität vermisse er bislang in den Medien, so Deya. "Behinderung ist verpönt, versteckt und Sexualität bei Menschen mit Behinderung ist ein Tabu-Thema."

Die Paare habe er per Telefon oder E-Mail kontaktiert, um das Konzept seines Projekts zu erklären. Trotzdem habe es manchmal mehrere Wochen oder sogar Monate gedauert, bis er ihr Vertrauen gewonnen hatte. 


Auf Wunsch kann die Ausstellung "Inconvenient Nudes" gebucht werden: contact@jeromedeya.com

Für mehr Informationen zum Projekt:
https://www.facebook.com/A-mon-corps-dérangeant-150282622050729/

http://www.jeromedeya.com


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