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Schräger Vorschlag: Wegen Nussallergie: Passagiere sollten 7-Stunden-Flug auf Toilette verbringen

Die beiden Geschwister Sundeep und Shannen Sahotaaus aus England leiden unter einer Nussallergie. Bereits geringe Spuren in der Luft können einen Schock auslösen. Als auf ihrem Flug nach Dubai also Nüsse serviert werden, bekamen die zwei Panik. Daraufhin hat das Flugpersonal eine ungewöhnliche Idee.

Comedian Ricky Gervais sagt in seinem neuen Programm "Humanity" (deutsch: Menschheit) über Lebensmittelallergien: Er habe einmal bei einem keine Nüsse bekommen, weil eine Frau mit lebensgefährlicher Nussallergie mitgeflogen sei. Daraufhin habe er beschlossen, sich vor jedem Flug mit Nüssen einzureiben. Nur für den Fall.

Das meint Gervais natürlich nicht ernst. Aber immerhin gab es bei seinem Flug ein solches Verbot. Bei den Geschwistern Shannen und Sundeep Sahota gab es das nicht, obwohl die beiden Engländer der Fluggesellschaft  im Vorfeld nach eigener Aussage mitgeteilt hatten, dass sie unter einer lebensgefährlichen Nussallergie leiden. Doch als sie auf die Menükarte schauten, trauten sie ihren Augen nicht: Da stand etwas von frittierten Nüssen.

In der Nähe von Nüssen zu sein, ist schon ein Problem

Die Situation ist also folgende: Sie sind bereits abgehoben. Deshalb versuchen die Geschwister, den Flugbegleitern ihr Problem zu erklären. "Die haben uns sofort gefragt, ob wir unsere Medikamente dabei haben", sagte Sundeep in der britischen Fernsehsendung "This Morning". "Die hatten wir natürlich dabei. Aber das war gar nicht das Problem. Das hatten sie überhaupt nicht verstanden."

Das wirkliche Problem ist, dass bereits geringe Spuren in der Luft oder auf der Haut schwerwiegende allergische Reaktionen auslösen können – im schlimmsten Fall sogar einen anaphylaktischen Schock. Somit ist es schon eine Gefahr, wenn sich die Geschwister nur in der Nähe von Nüssen aufhalten. Das erklären sie dem Personal.

"Daraufhin haben sie uns gefragt, ob wir uns nicht vielleicht wohler fühlen würden, wenn wir uns mit Decken und Kissen ins Klo setzen würden", erzählt Sundeep. Allein schon, weil es dort keine Sicherheitsgurte gibt, weigern sie sich – mit Erfolg. "Sie hatten dann eine Notlösung für uns. Wir saßen die restlichen sieben Stunden des Fluges auf zwei Plätzen hinten im Flieger, die normalerweise für das Boardpersonal gedacht sind", so Shannen Sahota. 

Emirates entschuldigt sich für Vorfall

Die Flüge von Birmingham nach Dubai und Singapur hatten die beiden ihren Eltern zum 60. Geburtstag geschenkt. Mehr als 5700 Euro hatten sie dafür gezahlt. Es sollte eigentlich eine traumhafte Familienreise werden und wurde fast zum Alptraum. 

Mittlerweile hat sich auch Emirates selbst zu dem Vorfall geäußert. Der britischen Zeitung "The Sun" sagte ein Sprecher, dass sie keine Hinweise auf eine Allergie erhalten hätten. Zudem könne die Airline ohnehin nicht für nussfreie Flüge garantieren. Dennoch entschuldigte sich die Fluggesellschaft bei den Geschwistern für den Vorfall.

rpw