In London wurden im März und April eine Vielzahl von Anschlägen auf Synagogen und andere jüdische oder israelische Einrichtungen verübt. Bei dem jüngsten Angriff in Golders Green verletzte der mutmaßliche Täter zwei Männer mit einer Stichwaffe. Anschließend ging der 45-Jährige laut Polizei auf Polizeibeamte los und wurde festgenommen. Die beiden Opfer des Angriffs im Alter von 34 und 76 wurden ins Krankenhaus gebracht, ihr Zustand war laut Polizei stabil.
Zu dem Angriff bekannte sich die bis vor wenigen Wochen weitgehend unbekannte pro-iranische Hayi-Gruppe. Einer ihrer "einsamen Wölfe", also ein Einzeltäter, habe am Mittwoch "Zionisten" attackiert, erklärte die Gruppe Harakat Aschab al-Jamin al-Islamija (Hayi) in Onlinediensten nach Angaben der Organisation SITE Intelligence Group. Die britische Polizei stufte den Messerangriff als "terroristischen" Anschlag ein.
Der Angreifer habe "eine Vorgeschichte schwerer Gewalttaten und psychischer Probleme", sagte Polizeichef Mark Rowley. Premierminister Keir Starmer und König Charles III. verurteilten den "abscheulichen" Angriff. Israelische Spitzenpolitiker forderten ein "entschiedenes Vorgehen" der britischen Behörden gegen Judenhass.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte es eine Reihe von Brandstiftungen und weiteren Anschlägen in London, Paris, Belgien, den Niederlanden und auch in München gegeben, die der Gruppe zugeschrieben werden.
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