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Privat Initiative "Sea Watch": Hamburger Kutter wird zur Flüchtlings-Ersthilfe im Mittelmeer

Tausende Menschen sind bei ihrem Fluchtversuch nach Europa bereits im Mittelmeer verunglückt. Oft kam die Rettung zu spät. Privatleute möchten das ändern und mit ihrem Spezial-Boot zur Hilfe eilen.

Es ist eine ungewöhnliche Hilfsaktion, die sie Harald Höppner mit seiner Familie und Freunden überlegt hat: "Wir wollen dem Sterben nicht länger zusehen", erklärt der Familienvater. Mit einer Privatinitiative möchte er Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen, persönlich helfen. Der engagierte Brandenburger will mit dem alten, umgebauten Fischkutter "MS Sea Watch" - ausgerüstet mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Rettungsutensilien - vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa erste Hilfe leisten. Allein im vergangenen Jahr sind dort mehr als 3.500 Menschen bei ihrem Überfahrtsversuch ums Leben gekommen.

Auch Gergishu Yohannes setzt sich für eben diese Flüchtlinge ein. Die 49-Jährige floh als junges Mädchen vor dem Krieg in ihrer Heimat Eritrea. Damals war es für sie gut ausgegangen: "Ich fühlte mich in Deutschland willkommen. Hier bekam ich die Möglichkeit, das Beste aus meinem Leben zu machen", sagt sie. Unzählige andere erreichten Europa jedoch nie. Ihr eigener Bruder starb 2009 auf einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer. Das Boot sei damals 20 Tage vor Sizilien im Meer getrieben - mit dem Wissen der italienischen und maltesischen Küstenwache. Die meisten Flüchtlinge seien verdurstet oder an Erschöpfung gestorben. "Der Tod der Menschen wurde als Abschreckung für weitere Flüchtlinge in Kauf genommen", so Gergishu Yohannes. Wenig später starb auch noch ihre Cousine auf der Flucht im Mittelmeer.

Live in der Sendung werden Gergishu Yohannes und Harald Höppner darüber sprechen, wie eine Initiative wie "Sea Watch" den Flüchtlingen künftig helfen kann.

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