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Amsterdam: Bordelle laden zum Gucken ein

15 Minuten kosten normalerweise 50 Euro, nicht so am Wochenende: Die Amsterdamer Prostituierten haben zum Tag der offenen Tür eingeladen. Und tausende Besucher staunten nicht schlecht.

Mit einem Tag der offenen Tür im Rotlichtviertel haben die Amsterdamer Prostituierten der Öffentlichkeit einen Einblick in ihr Gewerbe verschafft. Anlass zu der publikumswirksamen Aktion waren Forderungen von Lokalpolitikern, den Dirnen das Anwerben von Kunden zu verbieten. Hunderte Touristen und einheimische Interessierte nahmen das Angebot dankend an und ließen sich zu einem Freibier in die Table-Dance-Bars und Sexclubs einladen.

Die Frauen zeigten den Besuchern ihre Gemächer, klärten über die Gesundheitsvorsorge sowie über das Alarmsystem auf, falls sie es mit einem schwierigen Kunden zu tun bekommen. Eine Prostituierte führte eine Gruppe von fünf Neugierigen in ihre kleine Kammer. "Jedem Kunden wird sofort ein Kondom angeboten", berichtete sie. Die Freier würden gefragt, ob sie vor dem Sex duschen wollten. Ein Treffen dauere gewöhnlich 15 Minuten und koste 50 Euro, berichtete die Frau. "Das Rotlichtviertel hat in letzter Zeit viele schlechte Schlagzeilen bekommen", sagte die Organisatorin des Tags der offenen Tür, Mariska Majoor. "Wir wollen der Welt zeigen, dass es hier sicher zugeht." Die Besucher zeigten sich aufgeschlossen. "So etwas könnte es in Cambridge niemals geben", sagte ein britischer Tourist.

Die Prostitution hat in Amsterdam eine lange Tradition. Während des Goldenen Zeitalters der Stadt im 17. Jahrhundert erwiesen sich vor allem Matrosen von niederländischen Handelsschiffen als dankbare Kundschaft. Amsterdam war damals die reichste Hafenstadt der Welt. Vor sechs Jahren legalisierte die Regierung Prostitution, nicht zuletzt, um Steuern eintreiben zu können. Doch die Probleme sind geblieben. Einer aktuellen Umrage zufolge sind sieben Prozent der Prostituierten HIV-infiziert.

AP / AP
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