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Raue und faszinierende Landschaft Island, wie Sie es noch nie gesehen haben

Fotograf Michael Poliza und stern-Chefredakteur auf ihrem Weg über Island. Eine Reise durch eine faszinierende Landschaft, geprägt von Rauheit und Andersartigkeit. Vier Jahre statteten die beiden Journalisten der Insel immer wieder Besuche ab. Das Ergebnis ist ein Bildband. Island. Wie man es vermutlich noch nicht gesehen hat. Und Originale, wie man sie vermutlich nirgendwo sonst findet.


Meine liebste Begegnung in all den Jahren war der Bischof, einer der drei Bischöfe, von Island, mit dem wir uns in einer Kirche verabredet haben. Und zwar der ältesten Kirche Islands. Die fasst nur 40 Plätze, weil man nicht davon ausgegangen ist, als sie im 19. Jahrhundert gebaut wurde, dass jemals mehr als 40 Menschen kommen könnten. Die Kirche hat das Besondere, die steht an der in der Nähe der Kontinentalplatten. Dort treffen sich die Eurasische Kontinentalplatte und die Amerikanische Kontinentalplatte. Und von dieser Kirche aus kannst du beide Kontinente sehen. Du bist auf einem Kontinent und du blickst auf den anderen. Und deswegen ist dieser Ort ein so heiliger Ort. Und dort traf ich also diesen Bischof, und er kam rein, und ich fragte ihn wie soll ich in anreden, mit seiner Exzellenz, da sagte er, ich bin Christian, wir duzen uns hier alle auf Island. Und das hat das Eis gebrochen zwischen mir und Island.


Michael Poliza arbeitet sehr gerne sehr früh. Um 4:00 Uhr ist Pulitzer schon längst wach, und um 4:30 Uhr muss eigentlich der Motor angelassen werden, um sich fort zu bewegen. Weil er zwischen 5:00 Uhr und 6:00 Uhr da sein möchte, wo das erste Sonnenlicht ist. Und die Sonnenstunden sind ihm heilig, die frühen Sonnenstunden. Weil das Licht sonst so grell wird. Gerade, wenn man in Landschaften fotografiert, die etwas Dunkles und etwas Helles haben. Je mehr man in die Mittagsstunden kommt, umso mehr verschwimmt das.


Das isländische Wetter stellt bei den Aufnahmen eine Herausforderung dar.


Gerade im Süden der Insel, wo sehr viel Wind ist, hatten wir zum Teil 7 bis 8 Windstärken, um die Drohne steigen zu lassen. Das kann man nur wagen, wenn man sie entgegen der Windrichtung steigen lässt, weil der Wind sie dann zurücktreibt. Wenn man sie in die andere Richtung steigen lässt, könnte der Wind zu stark sein, so dass die Batterie am Ende immer schwächer wird. Der Wind nimmt Fahrt auf und dann ist die Drohne am Ende im Meer.


Es gibt 500.000 Schafe auf Island, also deutlich mehr als Menschen. Und die nehmen sich sowieso alles raus. Die liegen an den schönsten Orten und eigentlich muss man noch sagen: Wenn man die schönsten Orte Island zu finden will, musst du eigentlich nur gucken, wo die Schafe liegen.
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Fotograf Michael Poliza und stern-Chefredakteur auf ihrem Weg über Island: Vier Jahre statteten die beiden Journalisten der Insel immer wieder Besuche ab. Eine Reise durch eine Landschaft, geprägt von Rauheit und Andersartigkeit.

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