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Paris Plage: Das Schicksal der Daheimgebliebenen

Die Pariser Stadtstrände gibt es schon seit Jahren - und sind mittlerweile zu Vorbildern in der ganzen Welt geworden. Jetzt hat sich der Bürgermeister wieder etwas Neues einfallen lassen.

Von Iris Hartl

"Paris Plages" und "Velib" sollen bei den daheim gebliebenen Parisern ein wenig Erholung und Urlaubsstimmung schaffen. "Paris Plages", so heißt das künstliche Strandparadies, das seit fünf Jahren jeden Sommer an der Seine entlang errichtet wird, und "Velib", das es erst seit Mitte Juli gibt, ist ein System von öffentlichen Fahrradausleihstellen. Besonders mit diesem letzten Coup hat der Bürgermeister voll ins Schwarze getroffen. Die etwas klobigen grauen Räder sind momentan der absolute Renner bei den Parisern. Direkt vor dem "Hôtel de Ville", dem Rathaus, gibt es natürlich auch einen "Velib"-Stand. Von hier aus sind es nur ein paar Meter bis zu "Paris Plages". Die nächstbeste Treppe hinunter und schon ist man da. Palmen, Grünanlagen, Cafés und was auf keinen Fall fehlen darf: Sand. 3000 Tonnen hat die Stadt davon herangekarrt und vor den Mauern der Uferpromenade aufgeschüttet.

Der so entstandene künstliche Strand zieht sich nun an der "rive droite", der rechten Seite der Seine, drei Kilometer vom Louvre bis zur Sully-Brücke. Zur Erfrischung gibt es Wasserspritzanlagen und sogar einen Swimmingpool. Eine Gruppe älterer Leute versucht sich im Wasser sportlich zu betätigen und den Anweisungen ihres jungen, braungebrannten Animateurs zu folgen. Ein paar Schritte weiter werden verschiedenste Aktivitäten wie Klettern, Tanzkurse oder Pétanque, das traditionnelle Kugel-Spiel, angeboten.

Heuer gibt es außerdem zum ersten Mal neben dem Strand an der "rive droite" noch zwei weitere kleine Strandanlagen. Die eine befindet sich auf der anderen Seite des Flusses beim Sportstadion von Bercy. Dort haben die Besucher freien Internetzugang. Beim zweiten "Paris Plages"-Ausläufer, der so genannten "nautischen Basis" im bürgerlichen Viertel "La Villette", kann man auf dem Kanal Boot fahren oder ins Freiluftkino gehen.

Es könnte also für die Pariser tatsächlich fast wie im Urlaub sein. Wenn nur das Wetter mitspielen würde. Bereits seit Juli ist es extrem wechselhaft. An manchen Tagen kommt man sich tatsächlich vor wie im Herbst. Da liegen verwelkte Blätter unter den Bäumen und ein penetranter Nieselregen mischt sich mit kühlem Wind. Aber schon am nächsten Tag kann es wieder über 25 Grad warm sein. Da füllen sich sofort die unzähligen Cafés, die Einkaufsstraßen und Parkanlagen mit sonnenhungrigen Menschen.

Oben-ohne ist verboten

Bei "Paris Plages" drängen sich dann die Massen zwischen Fluss und Sandstrand. Im Vorbeigehen werden neugierige Blicke auf die im Sand Liegenden geworfen. Doch wirklich etwas zu sehen gibt es im Vergleich zu letztem Jahr eher nicht. Da hat "Paris Plages" nämlich eine moralische Debatte ausgelöst, weil sich einige Damen dort im String gesonnt haben. Daraufhin wurde das Tragen von Tangas und Oben-Ohne-Sonnen mit 38 Euro Bußgeld geahndet. Dieses Jahr dürften die Einnahmen der Ordnungshüter aufgrund der kühlen Temperaturen jedoch äußerst gering ausfallen.

Neben dem Wetter haben die Bewohner der Hauptstadt noch ein weiteres Problem: die Touristenschwärme. Während die meisten Pariser aufs Land in ihre Ferienhäuser oder richtig in Urlaub gefahren sind, muss sich der kleine Teil der Daheimgebliebenen mit den fremden Besuchern abfinden, die besonders jetzt im August in Scharen angereist kommen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass überall auf einmal mehr Fremdsprachen gesprochen werden als sonst, auffällig viele reiche Golfaraber auf den Champs-Elysées flanieren, um dort die Luxusboutiquen mit riesigen Umsätzen zu beglücken, und sich vor allen typischen Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Louvre oder Notre Dame Schlangen bilden, die so lang sind, dass man ihr Ende oft gar nicht sieht.

Für die Touristen und die französische Wirtschaft ist der Sommer in der Metropole ohne Zweifel die beste Zeit des Jahres. Aber für die Pariser ist er das Schlimmste, wenn sie ihn zu Hause verbringen müssen, egal bei welchem Wetter. Wer dennoch in den sauren Apfel beißen muss, geht in dieser Zeit die Arbeit ganz besonders langsam an und flüchtet sich nach Feierabend in Ecken, wo es möglichst keine Touristen gibt, um sich gemütlich mit Freunden auf einen Drink zu treffen. Dort wird dieses Jahr dann bevorzugt über die große "déprime" geredet, die schlechte Stimmung, die die kalten Temperaturen verursachen. Aber weil die Franzosen für ihre optimistisch-mediterrane Art bekannt sind, lassen sich die meisten davon nicht unterkriegen. Sie setzen sich im Notfall auch warm angezogen an den Sandstrand, und wenn das Wetter bei den zahlreichen Sommerveranstaltungen, wie Musik- und Parkfesten, nicht mitspielt, dann trinken sie eben etwas mehr Alkohol, damit es ihnen wärmer wird. Und Eines ist immerhin sicher: Der nächste richtige Sommer kommt bestimmt. Irgendwann.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(