Werbespot Schweiz will Käselöcher stopfen


Mit Heugabeln sollen Waschbrettbäuche Klischees über die Schweiz vertreiben. In einem Werbespot piksen halbnackte Männermodels in Heuhaufen und sollen so WM-Strohwitwen zum Verwöhnurlaub ins Land locken.

Knapp war es für die Schweizer Nationalmannschaft und nur mit Ach und Krach dürfen die Kicker an der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 teilnehmen. Doch während echte Fans dem Großereignis entgegenfiebern, dürfen sich weniger sportinteressierte Schweizer nun auf viele verwaiste Fußball-Frauen freuen, die die Alpenrepublik während der Spiele heimsuchen dürften. Denn die Schweizer Tourismus Agentur hat nun ihren neuen Werbespot veröffentlicht, der WM-Strohwitwen zum Verwöhnurlaub in die Berge locken soll.

Statt Schweizer Klischees wie Käse, Uhren oder Taschenmesser präsentiert der Videoclip knackige Naturburschen bei ihrer zumeist körperlichen Arbeit: Da drischt ein muskulöser Herr sein Heu - mit nacktem Oberkörper, cremt ein schneidiger Bergsteiger seine Lippen ein und zupft der aktuelle Mister Schweiz inbrünstig am Euter einer Milchkuh. "So einen Spot traut man der eigentlich Schweiz nicht zu", sagt Daniela Bär, Leiterin der Corporate Communications Schweiz Tourismus. "Unser Land wird vor allem mit Funktionalität, Qualität, Service und Pünktlichkeit assoziiert. Für besonders lebensfrohe Menschen ist es bisher noch nicht bekannt."

"Blick" bestätigt: Schweizer auch im Bett fleißig

Das soll sich mit dem Werbespot nun ändern. Obwohl der Clip erst ab März im Schweizer, deutschen und italienischen Fernsehen gesendet wird, laden jetzt schon etliche Interessenten die Reklame herunter. "Erstaunlicherweise rufen uns vor allem Männer an, die sich für den Clip interessieren", sagt Bär. Viele lobten die Aktion als großartige Idee und ein Fußballfan wollte seiner Frau sogleich einen kompletten Schweiz-Urlaub spendieren - um die WM in Ruhe genießen zu können. Konkrete WM-Angebote können demnächst unter www.myswitzerland.de gebucht werden und nach dem großen Erfolg des Werbefilms sind auch Wettbewerbe um zum Beispiel ein Abendessen mit einem der Film-Protagonisten geplant. Wer trotzdem fürchtet, statt bäuerlicher Hilfsbereitschaft nur fernsehglotzende Fußballfans anzutreffen, den kann Daniela Bär beruhigen: "Keine Sorge, wir haben in der Schweiz noch genug Männer auf der Alm und in Feld und Wald."Da trifft es sich vorzüglich, dass die große Schweizer Tageszeitung "Blick" erst kürzlich ihren großen Sex-Report veröffentlichte. Ergebnis: "Ich hatte noch nie einen faulen Schweizer im Bett."

Claudia Pientka

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