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Stiftung Stern

Stiftung stern Projekte 2008: Archiv 2008

Folgende Projekte haben wir im Jahr 2008 angestoßen oder weiter verfolgt:

Neue Kämpfe, neue Misshandlungen, mehr Hilfe im Kongo

20.11.2008 – Es ist ein Krieg jeder gegen jeden, und ein Ende scheint nicht in Sicht. Seit 1998 bekriegen sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo Guerillas von Hutus, Tutsis, die kongolesische Armee und brutale Milizen. Es geht um Macht und Rohstoffe und keine Seite schreckt vor Greueltaten zurück. Opfer des Krieges sind vor allem Frauen. Sie werden systematisch vergewaltigt, manchmal wochenlang. Einzige Hoffnung für viele Frauen ist das Panzi-Krankenhaus in der ostkongolesischen Stadt Bukavu. Seit Jahren behandeln dort der Arzt Denis Mukwege und sein Team die Opfer physisch und psychisch. Ende 2007 berichtete der stern in einer Reportage über die Arbeit des Krankenhauses. Ein Thema, das die Leser sehr bewegte. Sie spendeten mehr als 130.000 Euro über die Stiftung stern für das Krankenhaus. Mit dem Geld konnten zwei neue Projekte gestartet werden, die den Frauen den Wiedereinstieg ins Leben erleichtern. Jede Frau erhält nun bei der Entlassung ein Start-Paket bestehend aus Tellern, Töpfen, Decken und zwanzig Dollar in bar: die ersten Schritte zu einer neuen Existenz, denn viele Frauen werden nach der Vergewaltigung von ihren Familien verstoßen und müssen anschließend allein zurecht kommen. Zudem finanzieren die Gelder der stern-Leser ein ans Krankenhaus angeschlossenes Mikro-Kredit-Projekt. Die Frauen erhalten Kleinstdarlehen zwischen 50 und 200 Dollar. Das Geld ermöglicht ihnen, etwa in den Gemüseanbau oder den Handel mit Kleidern einzusteigen. Dazu erhalten sie Unterricht in einfacher Buchhaltung und im Schreiben und Lesen. Bislang erhielten schon über 450 Frauen Geld aus dem Programm - mit erstaunlichem Erfolg: "Über 80 Prozent der Frauen zahlen uns die Raten pünktlich zurück, obwohl sie meist überhaupt keine Erfahrung im Geschäftsleben haben", sagt Klinikchef Denis Mukwege. Das Krankenhaus selbst bereitet sich derweil nach der jüngsten Eskalation des Konflikts rund um Goma auf einen neuen Ansturm von Vergewaltigungsopfern vor. "Wir kennen den Rhythmus", sagt Mukwege, "während der Kämpfe werden besonders viele Frauen vergewaltigt. Ist es dann wieder ruhiger, kommen die Frauen nach und nach zu uns."

Der Preis gebürt den Spendern

21.10.2008 – "Reich zu sterben, ist eine Schande" - das war das Motto des US-Industriellen Andrew Carnegie. Die von ihm Anfang des 20. Jahrhunderts gegründete "Carnegie Foundation" ist noch heute eine der größten wohltätigen Organisationen weltweit. Mit ihrem "Lebensretter-Award" ehrt die "Carnegie Foundation" lebensrettenden Einsatz für Menschen in Not. Dank großzügiger Spenden der stern-Leser hat Stiftung stern e.V. immer wieder dort helfen können, wo nicht mal das Lebensnotwendigste vorhanden war. Als Auszeichnung für diesen Einsatz überreichte die US-Generalkonsulin in Hamburg, Karen E. Johnson, bei einem Empfang im Gruner + Jahr Verlagshaus den Carnegie-Lebensretter-Award an stern-Chefredakteur Andreas Petzold. "Wir fühlen uns sehr geehrt, der Preis gebührt jedoch unseren Lesern," sagte Petzold.

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