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Ehemalige Bundeskanzlerin Für Bemühungen um Aufnahme von Geflüchteten: Angela Merkel erhält Unesco-Friedenspreis

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält den Félix Houphouët-Boigny-Unesco-Friedenspreis (Archivfoto)
© Hendrik Schmidt / DPA
Während der Migrationskrise in Europa 2015 und 2016 öffnete die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel die deutschen Grenzen für Geflüchtete. Dafür erhält sie nun von der Unesco den Friedenspreis. 

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird mit dem Félix Houphouët-Boigny-Unesco-Friedenspreis ausgezeichnet. Sie erhält die Auszeichnung für ihre Bemühungen um die Aufnahme von geflüchteten Menschen während der Flüchtlings- und Migrationskrise 2015/16, wie die Unesco am Dienstag mitteilte.

"Alle Jurymitglieder waren berührt von ihrer mutigen Entscheidung, im Jahr 2015 mehr als 1,2 Millionen Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Eritrea, aufzunehmen. Das ist das Vermächtnis, das sie hinterlässt", sagte Denis Mukwege, Nobelpreisträger und Präsident der Jury.

Angela Merkels Flüchtlingspolitik auch in der Kritik

"Das Leiden ist universell, weshalb auch die Lösungen für das Leiden universell sein müssen. Bei der Friedenskonsolidierung geht es darum, den Leidenden Türen zu öffnen. Die Entscheidung der Jury hat uns daran erinnert, dass der Umgang mit Migranten und Flüchtlingen ein kritisches Thema ist", sagte Audrey Azoulay, Uneso-Generaldirektorin. 

Der starke Strom an flüchtenden Menschen löste in Deutschland und Europa eine Debatte aus. In Deutschland wurde dabei auch um die Asylpolitik und Willkommenskultur gestritten. Auf der einen Seite gab es eine große Hilfsbereitschaft. Auf der anderen Seite wurde deutliche Kritik an der Zuwanderung und seinen Folgen sowie an der Regierung laut.

Angela Merkel war dabei oft Ziel der Kritik. Im Zusammenhang mit der Migrationskrise äußerte sie etwa den Satz "Wir schaffen das!", der von Merkels Kritiker:innen aufgegriffen und entweder persifliert oder dementiert wurde.

Nelson Mandela und Jimmy Carter erhielten Unesco-Friedenspreis

Der 1989 ins Leben gerufene jährliche Félix Houphouët-Boigny-Unesco-Friedenspreis ehrt eine Einzelperson, eine Institution, eine private oder öffentliche Einrichtung, die in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen und der Verfassung der Unesco einen wesentlichen Beitrag zur Förderung, Erforschung, Sicherung oder Wahrung des Friedens geleistet hat. Preisträger:innen sind unter anderem Nelson Mandela, Frederik W. De Klerk und Jimmy Carter.

In der diesjährigen Jury saßen neben Denis Mukwege Schauspieler Forest Whitaker, Astronaut Thomas Pesquet und Michel Camdessus, ehemaliger Geschäftsführer des Internationalen Währungsfonds.

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