Die USA und Israel greifen weiter den Iran an, Teheran schlägt zurück. In Frankfurt kommt der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung an. Alle Entwicklungen im Liveblog.
Wichtige Updates
Matthias Urbach
Eskalation im Iran – die Lage im Überblick:
- Die USA und Israel greifen weiter den Iran an.
- Ali Chamenei, der getötete Oberste Führer des Irans, sollte eigentlich am Mittwochabend beigesetzt werden. Das Staatsbegräbnis wurde offenbar verschoben.
- Berichten zufolge soll sein Sohn Modschtaba die Nachfolge antreten, Israel droht bereits mit Tötung.
- Israel kündigt nächste Phase des Kriegs an
- Irans Außenminister schließt im Moment Verhandlungen und Waffenruhe aus
- Schiffsverkehr in Straße von Hormus laut Experten um 90 Prozent eingebrochen
- Trump will nächstes Staatsoberhaupt des Iran mitbestimmen
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Tim Schulze
Die Bombardierung einer Mädchenschule beschäftigt weiter die Welt. Einer Recherche der „New York Times“ wurde das Schulgebäude am ersten Kriegstag zerstört, als die US-Luftwaffe in der Gegend Angriffe flog. Eine Auswertung von Satellitenbildern, verifizierten Videos und Beiträgen in den sozialen Medien habe ergeben, dass das Schulgebäude durch einen präzisen Schlag schwer beschädigt worden sei, der zeitgleich mit Angriffen auf einen angrenzenden Marinestützpunkt stattgefunden habe. Dieser werde von Irans Revolutionsgarden betrieben.
Die Zeitung legt sich in ihrem Bericht jedoch nicht fest, dass der Angriff tatsächlich von US-Streitkräften ausgeführt wurde.
Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben am Samstagmorgen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen.
Die Zeitung legt sich in ihrem Bericht jedoch nicht fest, dass der Angriff tatsächlich von US-Streitkräften ausgeführt wurde.
Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben am Samstagmorgen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen.
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Tim Schulze
Irans Luftstreitkräfte haben in zwei neuen Wellen Raketen auf Israel gefeuert. Dabei seien auch Gefechtsköpfe mit Streumunition zum Einsatz gekommen, berichtet der staatliche iranische Rundfunk. „Raketenregen auf dem Weg nach Tel Aviv“, betitelt der Rundfunk ein Video, das Leuchtspuren der sogenannten Clustermunition zeigen soll. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst. Bislang liegen laut israelischen Medien keine Berichte über Verletzte vor.
Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist.
Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist.
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Tim Schulze
Ein zur Rückholung gestrandeter Franzosen Richtung Dubai gestarteter Air France-Flug muss wegen Raketenbeschusses in der Region umkehren. „Diese Situation zeugt von der Instabilität in der Region und der Komplexität der Rückholaktionen“, sagt Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot. Die Regierung hatte das Flugzeug gechartert, um französische Staatsbürger zurück nach Paris zu fliegen.
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Tim Schulze
Die Nato erhöht nach dem Abschuss einer in Richtung Türkei fliegenden iranischen Rakete ihre Abwehrbereitschaft. Die Allianz habe ihre Raketenabwehr im gesamten Bündnisgebiet verstärkt, erklärt der Sprecher des obersten Nato-Kommandos in Europa, Martin O'Donnell, am Donnerstag in Online-Netzwerken. Sie solle auf diesem "erhöhten Niveau" bleiben, bis die Bedrohung durch die "wahllosen Angriffe des Iran in der gesamten Region" nachlasse. Einzelheiten zu den vorgenommenen Änderungen könne er aus operativen Gründen nicht nennen.
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Tim Schulze
Israel kündigt "nächste Phase" im Iran-Krieg an
Israel hat eine neue Etappe im Krieg gegen den Iran angekündigt. "Wir gehen nun zur nächsten Phase der Operation über", sagt der israelische Armeechef Ejal Samir in einer Fernsehansprache. "In dieser Phase werden wir die Zerschlagung des Regimes und seiner militärischen Kapazitäten fortsetzen." Die israelische Armee plane "weitere Überraschungen", die er noch nicht enthüllen wolle.
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Tim Schulze
Die Bundesregierung will nach drei Sonderflügen aus dem Oman auch aus der saudischen Hauptstadt Riad in der Nahost-Region gestrandete Deutsche in die Heimat zurückbringen. Das kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf Instagram an.
Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Papier des Auswärtigen Amts zur Information des Bundestages soll der Flug aus Saudi-Arabien am Sonntagnachmittag mit einer gecharterten Maschine der Fluggesellschaft Sundair organisiert werden. Zur Vorbereitung der Ausreise sollen besonders verletzliche Deutsche wie Schwangere, Kranke oder Ältere auf dem Landweg aus dem Golfemirat Katar nach Riad gebracht werden.
Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Papier des Auswärtigen Amts zur Information des Bundestages soll der Flug aus Saudi-Arabien am Sonntagnachmittag mit einer gecharterten Maschine der Fluggesellschaft Sundair organisiert werden. Zur Vorbereitung der Ausreise sollen besonders verletzliche Deutsche wie Schwangere, Kranke oder Ältere auf dem Landweg aus dem Golfemirat Katar nach Riad gebracht werden.
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Stefan Düsterhöft

Iran: keine Verhandlungen, keine Waffenruhe
Der Iran strebt laut Außenminister Abbas Araghtschi derzeit weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an. „Wir fordern keine Waffenruhe“, sagt Araghtschi dem US-Sender NBC News. „Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten.“
„Wir haben zweimal mit ihnen verhandelt, und jedes Mal haben sie uns mitten in den Verhandlungen angegriffen“, so Araghtschi weiter. Mit Blick auf eine mögliche Bodenoffensive gegen den Iran sagt Araghtschi, ein solcher Schritt würde für die Feinde Teherans mit einer „Katastrophe“ enden. „Wir warten auf sie“, sagt der iranische Außenminister. „Wir sind zuversichtlich, dass wir ihnen die Stirn bieten können.“
Zu der für den Welthandel wichtige Straße von Hormus sagt Araghtschi, der Iran habe „derzeit nicht die Absicht“, die Meerenge abzusperren. „Aber wenn der Krieg weitergeht, werden wir jedes Szenario in Betracht ziehen.“
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen, die Öl- und Gaspreise stiegen dadurch weltweit deutlich an.
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Stefan Düsterhöft

Der Iran hat nach Angaben des Innenministeriums von Bahrain eine Öl-Anlage in dem Golfstaat angegriffen und dort einen Brand ausgelöst. Die Anlage in Maameer südlich der Hauptstadt Manama sei Ziel von „iranischer Aggression“ geworden, teilt das Innenministerium mit. Opfer habe es nicht gegeben, das Feuer sei unter Kontrolle. Im Internet kursieren Videos, die den Angriff zeigen sollen. Darin ist zu sehen, wie ein Geschoss an der Anlage einschlägt und eine Explosion auslöst.
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Stefan Düsterhöft

Der Iran hat seit Kriegsbeginn am Samstag eigenen Angaben zufolge mehr als 500 ballistische Raketen und Marschflugkörper abgefeuert. Weiterhin seien mindestens 2000 Kampfdrohnen verschiedener Typen von iranischem Boden gestartet worden, berichtetedie Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine „informierte militärische Quelle“. Die Agentur steht den mächtigen Revolutionsgarden nahe, Irans Elitestreitmacht.
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Stefan Düsterhöft

Angesichts der unsicheren Lage im Nahen Osten verschiebt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine geplante Asienreise. Es gebe derzeit keine ausreichend sicheren und praktikablen Flugmöglichkeiten, erklärt seine Sprecherin.
Eigentlich wollte Steinmeier am Sonntag nach Indonesien und auf die Philippinen reisen. Die Reise sollte bis zum 13. März dauern. Wann sie gegebenenfalls nachgeholt wird, blieb zunächst unklar.
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Jacqueline Haddadian

Im Osten der iranischen Hauptstadt meldet die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Isna mehrere Explosionen. Auch das Onlineportal Etemad meldete Raketeneinschläge.
Unterdessen kündigten die israelischen Streitkräfte einen Angriff in einem Industriegebiet etwa 20 Kilometer südöstlich Teherans an. In einem persischsprachigen Post riefen sie die Bürger auf X dazu auf, das Gebiet zu verlassen.
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Jacqueline Haddadian

Reza Pahlavi: Jeder Chamenei-Nachfolger wird illegitim sein
Die geplante Ernennung eines Nachfolgers des getöteten obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, zum "Scheitern verurteilt", schreibt der Schah-Sohns Reza Pahlavi auf dem Onlinedienst X. Wer auch immer ernannt werde, "wird keine Legitimität haben und als Komplize der blutigen Geschichte dieses Regimes und seiner seiner kriminellen Führer angesehen werden", so Pahlavi.
Neben dem Sohn Chameneis, Modschtaba ist auch der als moderat geltende ehemalige Präsident Hassan Ruhani im Gespräch. Für Pahlavi mache es keinen Unterschied, ob der nächste Führer "Modschtaba oder "Hassan" sei, schreibt er. Er hofft, im Fall eines Sturzes der Islamischen Republik selbst das Land übergangsweise zu führen, bis ein Referendum ausgerufen wird, in dem die Menschen im Iran für eine Demokratie als Staatsform stimmen können.
Neben dem Sohn Chameneis, Modschtaba ist auch der als moderat geltende ehemalige Präsident Hassan Ruhani im Gespräch. Für Pahlavi mache es keinen Unterschied, ob der nächste Führer "Modschtaba oder "Hassan" sei, schreibt er. Er hofft, im Fall eines Sturzes der Islamischen Republik selbst das Land übergangsweise zu führen, bis ein Referendum ausgerufen wird, in dem die Menschen im Iran für eine Demokratie als Staatsform stimmen können.
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Jacqueline Haddadian

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nach Einschätzung von US-Kriegsbeobachtern um etwa 90 Prozent zurückgegangen. Solange es die militärischen Fähigkeiten des Irans zuließen, werde er weiter versuchen, den Schiffsverkehr durch die für den Welthandel wichtige Meerenge zu stören, schreibt das US-Institut für Kriegsstudien in seiner neuesten Lage-Analyse. Das Vorgehen in der Straße von Hormus sei Teil der iranischen Strategie, auch den Golfstaaten Kosten für den Krieg aufzuerlegen.
Die Straße von Hormus ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, wie der Iran, Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Straße von Hormus ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, wie der Iran, Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
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Thomas Krause
Trump will nächstes Staatsoberhaupt des Iran mitbestimmen
US-Präsident Donald Trump besteht dem Nachrichtenportal Axios zufolge darauf, persönlich an der Auswahl des nächsten iranischen Staatsoberhaupts beteiligt zu werden. „Ich muss an der Ernennung beteiligt sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela“, sagt Trump mit Verweis auf die Nachfolge des gestürzten Präsidenten Nicolas Maduro. Trump habe bestätigt, dass Modschtaba Chamenei der wahrscheinlichste Nachfolger seines getöteten Vaters sei, dieses Ergebnis jedoch als inakzeptabel bezeichnet. Der 56-jährige Sohn des am Samstag bei einem Luftangriff getöteten Ajatollah Ali Chamenei gilt als Hardliner mit engen Verbindungen zu den Revolutionsgarden.
Mehr über Modschtaba Chamenei lesen Sie hier:
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DPA · AFP · Reuters
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